Frühlingsblühende Zwiebeln

Blumenzwiebeln einkaufen

Die Vielfalt frühlingsblühender Zwiebelblumen ist riesengroß. Vielfältige Arten und Sorten liegen und hängen in Tüten nun im Gartenfachhandel, in Gartencentern und sogar im Supermarkt. Auch im Internet wird man vor allem bei Spezialfirmen schnell fündig. Diese bieten oft auch besondere Zwiebelblumen an. Die Qualität der Blumenzwiebel entscheidet über den Erfolg im Frühjahr. Kaufen Sie nur gesunde feste Zwiebeln, die weder weiche noch kranke Teile oder Fraßschäden aufweisen. Bevorzugen Sie beim Kauf dicke Zwiebeln. Diese bringen größere Blüten oder mehr Blütenstände hervor.

Tipps für die Pflanzung

Der September ist der optimale Pflanzmonat. Aber auch im Oktober und November ist es noch möglich Zwiebeln im Garten oder auch in Gefäßen zu „verstecken“. Ein früher Pflanztermin jedoch führt bei fast allen Arten zu einem besseren Blühergebnis. Der noch warme Boden fördert die Wurzelbildung. Ein leicht feuchter Boden erleichtert die Gartenarbeit.
Für die Pflanztiefe und den Abstand gilt die Faustregel: zweimal so tief pflanzen wie die Zwiebel hoch ist, zwei bis drei Zwiebelbreiten voneinander entfernt. Größere Zwiebeln werden einzeln mit der Handschaufel oder einem speziellen Pflanzer für Blumenzwiebeln gepflanzt. Bei kleineren Zwiebeln kann man eine kleine flächige Grube ausheben und in größeren Gruppen pflanzen. Alle Zwiebelblumen brauchen einen durchlässigen Boden. Bei zu viel Nässe oder gar Staunässe im Winter faulen die Zwiebeln. Auf schweren Böden sollte deshalb eine Drainageschicht aus Kies oder grobem Sand einbracht sowie die Erde im Pflanzloch mit Sand gemischt werden. Die meisten Zwiebelpflanzen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Einige fühlen sich auch im Schatten oder gar im Rasen wohl, wo manche auch verwildern wie der „Elfenkrokus“. Im Rasen sticht man eine Rasensode in passender Größe ab, steckt die Zwiebeln und deckt das Pflanzloch mit der Sode wieder ab.
Leider mögen auch Wühlmäuse die Blumenzwiebeln. Wer Problem hat, legt die Zwiebeln gruppenweise in spezielle Pflanzschalen aus Kunststoff oder Drahtkörbe und versenkt sie im Gartenboden.

Bunter Jahresbeginn

Wie schön ist es, wenn schon im Januar oder Februar Winterling und Schneeglöckchen aus der Erde spitzen. Später folgen Krokus, frühe Tulpen, verschiedene Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen und viele mehr, bis ganz späte Tulpen den Abschluss im Mai und Juni bilden. Dann blühen sie mit den meist großen Kugeln des Zierlauchs.

Die Tücken des sommers

Sonnenbrand und Hitzeschäden

 

Oft ist nicht bekannt, dass auch Pflanzen unter der Hitze und der Sonneneinstrahlung leiden, selbst sogenannte „Sonnenkinder“ wie Tomaten und Gurken. Bei sehr hohen Temperaturen um 38 °C und hoher Sonneneinstrahlung stirbt das Pflanzengewebe ab. Sonnenschäden treten vor allem auf, wenn die Hitze mit intensiver Sonneneinstrahlung auf feuchtes und trübes Wetter folgt. Verbrennungen zeigen sich meist als hell ockerfarbene bis braune Flecken an Blättern. Geschädigte Früchte verfärben sich ebenfalls hell und das Gewebe wird sehr weich und matschig und somit unbrauchbar. Besonders starke Schädigungen treten bei Pflanze auf, die vor Mauern und in Gefäßen stehen.

 

Weichhäutiges Beerenobst wie jetzt die Herbsthimbeeren sind am stärksten betroffen, aber auch andere wie Zwetschgen, Äpfel und Birnen sowie die Früchte der Tafeltrauben zeigen Sonnenbrandschäden. Denkt man doch, dass Tomaten und Paprika zu den sonnenliebenden Pflanzen gehören. Auch sie können bei großer Hitze und starker Sonneneinstrahlung geschädigt werden und weisen weiche „gekochte“ Schadstellen auf. Durch die Schädigung des Pflanzengewebes können Fäulnis und Schimmel eindringen, so dass Früchte schnell verderben. Allgemein treten nun verstärkt physiologische Störungen wie Blütenendfäule und Grünkragen bei Tomaten auf.

 

Etwas anders verhält es sich bei der Bohne. Sie reagiert auch auf hohe Ozonwerte. Blattränder rollen ein und vertrocknen schließlich. Blüten werden nicht bestäubt und werden sogar von der Pflanze abgestoßen. Hängen schon kleine Böhnchen an der Pflanze, bilden sie oft Fäden oder nur wenig Kerne.

 

Auch Zierpflanzen leiden unter starker Sonneneinstrahlung und Hitze. Blüten mit dunklen Farben werden besonders geschädigt. Bei roten Rosen oder Geranien schrumpfen die Blüten regelrecht ein, färben dunkel und vertrocknen. Allgemein färbt sich geschädigtes Blatt- und Blütengewebe meist hell und vertrocknet. Sogar trockenheits- und hitzeverträgliche Schwert- und Taglilien zeigen Blattschäden. Wenn ein Rückschnitt von Hecken ansteht, sollte dies zu einer kühleren Zeit geschehen und nicht in einer heißen Phase.

 

Vorbeugemaßnahmen

 

Empfindliche Pflanzen könnten schattiert werden. Geeignet sind spezielle Schattier Gewebe, aber auch weiße Tücher. Die Materialien dürfen jedoch nicht direkt auf den Pflanzen liegen, da sich sonst die Hitze stauen würde. Ein Luftzug muss gewährleistet sein. Stellen Sie doch einen Sonnenschirm auf. Pflanzen in Gefäßen bringen Sie in den Halbschatten. Führen Sie den Sommerschnitt von Obstgehölzen nicht zu früh durch, so können die Blätter der Triebe noch die Früchte beschatten.

 

Im Kleingewächshaus steigen die Temperaturen noch weiter an. Hilfreich ist eine Schattierung, am besten von außen. Das Benetzen des Weges mit Wasser während der heißen Mittagsstunden lässt die Luftfeuchte ansteigen und senkt die Temperaturen zumindest kurzzeitig um ein bis zwei Grad Celsius. Öffnen Sie Türe und Fenster, um eine Zirkulation der Luft im Gewächshaus zu ermöglichen.

 

Schäden durch Starkregen und Hagel

 

Kräftige Niederschläge führen nach Trockenheit bei vielen Pflanzen zu einem starken Wachstum. Früchte platzen auf, denn die härtere Fruchthaut kann nicht mitwachsen. Besonders Tomaten zeigen diesen Schaden, wenn sie im Freien ohne Dach stehen. Geplatzte Früchte sollten schnell verwertet werden, bevor sich Schadpilze oder Schadinsekten vermehren können.

 

Starkregen und Hagel verletzen gelegentlich Blätter und Früchte. Sorgfältiges Ausputzen geschädigter Pflanzenteile beugt weitere Schädigungen vor. Auch noch unreife schadhafte Früchte von Obst und Gemüse werden entfernt, denn schnell können sich Fäulnis und Schimmel ausbreiten.

 

Trocknet der Boden wieder ab, verkrustet er oft und bildet Risse. Hier hilft das Aufhacken, das auch die Verdunstung senkt, sodass die Bodenfeuchtigkeit besser erhalten bleibt.


Die Blau schwarze superfrucht

Gesunde Früchtchen

 

Die prallen, fast schwarzen, rohe Früchte eignen sich für den Frischverzehr nur bedingt. Selbst bei Vollreife sind sehr herb und adstringierend trotz hohem Fruchtzuckergehaltes. Dies zeugt von wertvollen, gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Besser lassen sich die Früchte verzehren, wenn man sie wie Rosinen trocknet oder gar natürlicherweise am Strauch eintrocknen lässt. Dann mischt man die Beeren einfach in das Müsli oder den Joghurt. Auch zu Säften, Smoothies und Fruchtaufstrichen können sie verarbeitet werden. Obstarten wie Apfel, Birne und Zwetschge eigen sich gut als Mischungspartner, um den herben Geschmack der Apfelbeere zu mildern. Auffallend ist der äußerst stark färbende Fruchtsaft, weshalb Aronia auch zur industriellen Färbung von Lebensmitteln verwendet wird. Selbst eine Mischung von Apfel- und Aroniasaft im Verhältnis 7:1 bringt noch eine violette Farbe.

 

Eine Pflanze für das ganze Jahr

 

Es gibt nicht viele „Ganzjahrespflanzen“. Die Aronia gehört jedoch dazu. Jetzt reifen die violett-schwarzen, oft wachsartig überzogenen Früchte. Erbsengroß stehen bis zu 15 Stück in einer Dolde. Später schmückt den Strauch eine leuchtend rote Herbstfärbung der Laubblätter. Im nächsten Frühjahr erscheinen zunächst glänzende hellgrüne Blätter, die im Laufe des Sommers immer dunkler werden. Wenn die Spätfröste im Mai vorüber sind öffnen sich cremeweiße bis blassrosa Blütendolden, wobei eine einzelne ein wenig an kleine Apfelblüten erinnern. Durch die späte Blütezeit sind Aronien wichtige Bienen und Insektenpflanzen. Im Laufe des Sommers entwickeln sich dann die schließlich dunkel verfärbten Früchte.

 

Pflegeleicht im Garten

 

Der zu den Rosengewächsen gehörende Strauch ist sehr frosthart und robust. Selbst Schädlinge und Krankheiten kennt er kaum. Auch die gefürchtete Kirschessigfliege schädigt (bis jetzt) kaum. Solange der Gartenboden humos ist und weder Verdichtungen aufweist noch zu lehmig ist wächst die Apfelbeere gut. Bei sehr kalkhaltigem Standort können Blattaufhellungen durch Eisenmangel auftreten. Volles Sonnenlicht lässt einen schönen, lockeren Wuchs erwarten. Allerdings wächst sie langsam, so dass es einige Jahre dauert bis die endgültige Höhe von eineinhalb bis höchstens zwei Metern erreicht wird. Lediglich ältere Triebe schneidet man, vor allem im Inneren, gelegentlich bodennah ab. Die Apfelbeere ist selbstfruchtbar, weshalb schon eine Pflanze im Garten genügt, um Früchte ernten zu können. Besserer Ertrag stellt sich jedoch durch eine zweite Aronia-Sorte ein.

 

Selbst in einem Kübel wächst die Apfelbeere und kann deshalb den Balkon oder die Terrasse bereichern. Auch beim „Urban Gardening“ können die Pflanzen ihren Platz finden. Verwenden Sie beim Kultivieren in Gefäßen am besten Kübelpflanzenerde. Die Aronia ist ausreichend frosthart. Lediglich bei stärkeren Frösten sollte der Topfbereich geschützt werden.

 

Die Aronia trägt zur Biodiversität bei. Sie schmückt als Einzelpflanze, lässt sich aber auch in den Obstgarten oder gar in eine lockere freiwachsende Hecke integrieren. Außerdem sind die Blüten eine Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Bleiben die Früchte über den Winter hängen, so fressen Vögel die getrockneten Früchte.

 

Hat Sie die Superfrucht überzeugt? Dann pflanzen Sie diese im Herbst und verwenden Sie spezielle Fruchtsorten, da diese größere Einzelbeeren liefern. Beispielsweise 'Aron', 'Viking', 'Nero' und 'Rubina' sind in gut sortierten Baumschulen oder auch im Versandhandel erhältlich.

 

 

 


Die Artischoke

Unverkennbar ist beim Erblühen der Artischocke die Verwandtschaft mit der Distel. Zunächst liegen die Knospenschuppen fast wie bei einem „Tannen-Zapfen“ dicht zusammen bevor sie sich öffnen und nach und nach eine Vielzahl violett-blaue Röhrenblüten herausschieben. Schließlich erreicht die Korbblüte mit durchschnittlich 15 Zentimetern eine imposante Größe. Die schweren Blüten sitzen auf sehr dicken, fleischigen und starren Stängeln. Die Blüten sind wahre Hingucker: bedingt durch die auffallende Größe, aber auch, weil sie wie ein Magnet eine Vielzahl von Insekten anlocken. Diese graben sich regelrecht durch die Röhren-Blüte. Zeitweise kann man bis zu zehn Hummeln und Bienen in einer Blüte finden, die sich am Pollen und Nektar laben.

 

Blütezeit ist meist ab August. Je nach Witterung und bei überwinterten Pflanzen erscheinen die lila Blüten auch schon einige Wochen früher. Schneidet man die Blüten ab, halten sie sehr lange. In einer Vase ohne Wasser trocknen sie ein und bleiben so mehrere Monate attraktiv.

 

Stattliche Größe

 

Die Artischockenpflanze benötigt ausreichend Platz, damit sie sich zu ihrer vollständigen Größe entfalten kann. Die aufrecht wachsende Staude verzweigt sich und erreicht eine Höhe von 1,50 Metern und benötigt etwa einen Quadratmeter Platz. Bis 80 Zentimeter lange, stachelige und graugrüne Blätter treiben aus der Erde. Im Gemüsegarten überragt sie viele Gemüsearten im Beet. Selbst in einem Ziergarten fällt die Pflanze mit ihrer stattlichen Größe auf. Ein naturnaher, biodiverser Garten kann mit der Artischocke Gemüse und Zierwert auf einfache Weise verbinden.

 

Gewinner des Klimawandels

 

Als Staude friert die Pflanze jedes Jahr zurück. Doch infolge der Klimaveränderung gelingt vor allem in milden Gebieten die Überwinterung. Da sie nicht zuverlässig im nächsten Jahr wieder austreibt, benötigt die Artischocke auf alle Fälle einen Winterschutz. Dies kann eine dicke Schicht Herbstlaub oder Stroh sein. Wird es ganz kalt, schützt zusätzlich ein Vlies. Nasse und kalte Böden mag die Artischocke gar nicht. Es besteht die Gefahr, dass die Wurzeln faulen.

 

Nach einer erfolgreichen Überwinterung bringt sie in den nächsten Jahren mehr große Knospen und Blüten hervor. Mit einer früheren Ernte ist dann zu rechnen.

 

Artischocke als Gemüse nutzen

 

Möchte man Artischocken aus dem Garten als Gemüse ernten, so muss rechtzeitig gehandelt werden und die Pflanze darf nicht zum Blühen kommen. Man nutzt nur gut geschlossene Knospen. Damit diese aber möglichst groß werden, entfernt man die Nebenknospen am Trieb. Verwendet werden nur die inneren und unteren Teile der Knospenschuppen sowie der Blütenboden.

 

Artischockengemüse ist beim richtigen Erntezeitpunkt eine wunderbare Delikatesse: die Knospenschuppen liegen noch dicht und die Knospe fühlt sich prall und fest an. Verfärben sich die Schuppen oder spreizen sich schon ab, so wird es im Inneren zäh. Dann lassen Sie die Artischocke lieber aufblühen. Dies erfreut die Insekten.

 

Die Kirschessigfliege

Warum tritt die Kirschessigfliege dieses Jahr wieder stärker auf?

 

Aus dem asiatischen Raum eingewandert machte die Kirschessigfliege besonders in den Jahren 2014 und 2016 von sich reden, da es zu großen Ernteschäden im Wein- und Obstanbau kam. Doch auch im Garten und in der Flur schädigt sie zunehmend Früchte, die im Sommer und Herbst reifen.

 

Die Kirschessigfliege liebt feucht-warmes Wetter, wie wir es in den letzten Wochen hatten. Immer wieder Regen, hohe Luftfeuchte (auch durch Taubildung) und Temperaturen zwischen 20 und 25 °C sind optimale Lebensbedingungen und führen zu einer schnellen Vermehrung. Die Gesamtentwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Fliege liegt meist nur zwischen 14 und 21 Tagen. Zwischen dichten Sträuchern und in Hecken hält sie sich besonders gerne auf, da es dort länger kühl und feucht bleibt. Hätten wir wie in den letzten Jahren einen heißen und trockenen Sommer mit Temperaturen über 30 Grad, wären kaum Schäden zu erwarten. Bei diesen Bedingungen stellt die Kirschessigfliege ihre Vermehrung ein.

 

Schäden durch die Kirschessigfliege

 

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) schädigt, im Gegensatz zu den heimischen Arten der Frucht- und Essigfliegen, völlig intakte Früchte. Da die weiblichen Tiere einen kräftigen sägeartigen Legebohrer besitzen können sie die weiche Fruchthaut ansägen und ihr Ei dort ablegen. Leider ist die Kirschessigfliege nicht auf bestimmte Obstarten beschränkt. So schädigt sie vor allem späte Kirschen, späte Sommer- sowie Herbsthimbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Holunder, Pflaumen, aber auch sehr reife Johannisbeeren; später folgen dann Kiwi, Schwarze Apfelbeere (Aronia), Kornelkirsche, (blaue)Tafeltrauben und Wildfrüchte in der Flur.

 

Befallene Früchte sehen zunächst normal aus, denn die Fliegenlarven fressen unter der Fruchthaut am Fruchtfleisch. Es entstehen erst kleine Dellen. Später fällt die Frucht immer mehr zusammen und saftet. Ist die Frucht noch nicht ganz zerstört, treten auf leichten Druck an der Einstichstelle Safttropfen aus. Das lockt vermehrt Wespen und andere Fruchtfliegen an, die weiter schädigen.

 

Vorbeugung und Bekämpfung der Kirschessigfliege

 

Da die Kirschessigfliege eine hohe Luftfeuchte liebt, unternehmen Sie alles, was dem entgegenwirkt wie ein lockerer Aufbau von Baumkronen und Sträuchern. Meiden Sie hohe Stauden und Gräser, damit die gefährdeten Obstarten leichter und schneller abtrocknen können. Das frühzeitige, das heißt deutlich vor der Reife, und dichte Einnetzen kleinerer Pflanzen ist eine effektive Methode. Die Maschenweite der feinen Netze beträgt 0,8 Millimeter (Gemüsefliegennetze, Moskitonetze). Erfolgreich geschützt werden einzelne Fruchttrauben beim Weinstock mit dem Eintüten in Organzabeuteln. Im Weinbau wird vorbeugend Kaolin (Heilerde) in der Traubenzone eingesetzt. Dies führt zu einem weißen Belag, der aber bei der Weinerstellung keine Probleme bereitet.

 

Ist schon Befall mit der Kirschessigfliege vorhanden, ist das zügige und vollständige Ernten wichtig. Herabgefallene sowie geschädigte Früchte müssen aus dem Garten entfernt werden und dürfen nicht einfach auf den Kompost gelangen bevor die Fliegenlarven abgetötet sind. Dies kann durch Überbrühen der Früchte mit kochendem Wasser sein, durch Ertränken in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel oder in geschlossenen Behältern mehrere Tage in der Sonne stehend.

 

Und in Zukunft?

 

Das Auftreten der Kirschessigfliege ist vornehmlich abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit im Sommer. Je nach Wetter wird es in den Jahren mehr oder weniger Schäden geben. Verschiedene Institute forschen an der Kirschessigfliege. So auch an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

 

Nachfolgend finden Sie verschiedene weiterführende Informationen zur Kirschessigfliege sowie zum Forschungsprojekt.

 

 

Urlaub zu Hause

Genieße die Hängematte

19.7.2020

Die Urlaubszeit rückt näher, aber Weit-Wegfahren findet in diesem Jahr bei vielen nicht statt. „Der Garten kann so schön für eine Auszeit sein“ wissen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie. Mit ein paar Dekorationselementen lässt sich eine persönliche Oase schaffen.

 

Für viele Gartenbesitzer ist der Garten nicht nur mit Arbeit verbunden, sondern ein Ort um Kraft zu tanken und zu erholen, den Alltag für eine Zeit zu vergessen. Somit besonders in diesem Jahr auch die Möglichkeit seinen Urlaub zu verbringen.

Urlaub zu Hause-Geniisse die Hängematte

Erholung und Entspannung

 

Warum immer in die Ferne schweifen? Der eigene Garten oder Balkon bietet so viel: er ist leicht zu erreichen und mit dem ausgestattet, was man für die Erholung braucht: eine Sitzecke, eine Liege oder eine Hängematte, umgeben vom blühenden Grün. Jeder hat eigene Bedürfnisse und kann diese in seinem Garten aus- und erleben. Rosenumrankte romantische Ecken, blühende Naturgärten, üppige Gemüse- und Obstgärten, Wasserstellen oder Teiche und bepflanzte Gefäße bieten nicht nur uns Wohlgenuss, sondern sind auch Lebensraum für viele Insekten und andere Tiere. Nutzen Sie die freie Zeit, um zu beobachten und die Vielfalt im Garten zu genießen.

 

Eine Tasse Kaffee und ein gutes Buch, Grillen mit Freunden oder der Familie können individuelle und manchmal überraschend neue Möglichkeiten der Erholung sein, die leicht im Garten durchführbar sind. Manch einer entspannt auch bei der Gartenarbeit. Ein Garten lässt sich mit allen Sinnen erleben: sehen, fühlen, schmecken, riechen und hören. Machen Sie sich auf Entdeckungsreise und nehmen Sie auch andere mit, z.B. Kinder. Der Garten lässt sich so ganz neu erleben und wird zu einem persönlichen Schatz und einer Kraftquelle.

 

Der Mensch in der Hängematte: dies ist Sinnbild für Entspannung und Loslassen vom Alltag. Der Hängematte wurde sogar ein eigener Feiertag gewidmet. Passend im Sommer ist es der 22. Juli. In einer Hängematte im Garten lässt sich der Sommer wunderbar genießen. Garteninitiativen, Kreisfachberater und die Bayerische Gartenakademie haben diesen Tag gewählt und in verschiedenen Regionen Gartenbotschafter in der Hängematte interviewt. Sie nehmen uns mit in ihren Garten.

 

Bayern blüht - Herzlich willkommen in Bayerns Gärten! (ab 22. Juli)

 

Ideen aus anderen Gärten

 

Der berühmte „Blick über den Gartenzaun“ gibt Einblicke in andere Gartenschätze. Dort finden Sie oft sehr kreative Szenen, die zu Veränderungen im eigenen Garten anregen. Mit Stift und Papier oder dem Foto können Sie die Ideen aufnehmen. Umgestaltungen mit Pflanzen lassen sich dann schon im Herbst durchführen.

 

Die Gartenkultur ist sehr vielfältig. Allein schon private Gärten sind sehr unterschiedlich; sei es größenbedingt oder aufgrund der Nutzung. Besuchen Sie Gärten in Ihrer Umgebung und entdecken Sie die Vielfalt des Grüns, das unweit vom Zuhause liegt. Dies können öffentliche Parks oder Schlossgärten sein, aber auch Gärten von Privatpersonen, die diese öffnen, um an ihrem Kleinod teilhaben zu lassen. Wo Sie diese in Bayern finden sowie weitere Informationen erhalten Sie unter nachfolgendem Link.

 

Bayern blüht - Herzlich willkommen in Bayerns Gärten!

 

 

Sommerflieder- Hotspot für Schmetterlinge

Sommerflieder – attraktiv und pflegeleicht

 

Der anspruchslose Sommerflieder (Buddleja davidii) gedeiht in jedem durchlässigen Gartenboden. Staunässe würde die fleischigen Wurzeln schädigen. Die Hitze und Trockenheit der letzten Sommer verträgt die Pflanze gut. Manchmal kommt sie sogar verwildert auf Schuttflächen und Dämmen vor und samt sich im Garten aus.

 

Der Sommerflieder gehört zu den sogenannten Halbsträuchern, denn er ist meist nicht ausreichend winterhart. Die langen Blütenrispen erscheinen am diesjährigen Holz. Deshalb kürzt man jedes Jahr im späten Frühjahr (Mitte/Ende April) die kräftigen vorjährigen Triebe des Sommerflieders bis auf zehn Zentimeter ein. Überalterte, kranke oder erfrorene Zweige entfernt man ganz, ebenso dünne und nach innen wachsende.

 

Im Juli und August sitzen die kleinen Blütchen dicht an dicht in großen endständigen Rispen. Sie sind besonders attraktiv für Schmetterlinge und Falter, die mit ihrem langen Saugrüssel nach Nahrung suchen. Aber auch andere Insekten wie Schwebfliegen lassen sich auf dem Sommerflieder nieder. Gelegentlich findet man auch Honigbienen. Jedoch ist das Pollen- und Nektarangebot nur mäßig. Wer gerne „Sommerflieger“ im Garten beobachtet, pflanzt den Sommerflieder als Solitärpflanze oder zu weniger hohen Stauden. Steht die Pflanze in der Nähe des Sitzplatzes kann man sogar den leichten Duft riechen.

 

Das gängige Farbspektrum der Blüten reicht von Weiß über Pink bis hin zu dunklem Lila. Sogar mehrfarbige Blüten sind möglich. Da die Wuchshöhe je nach Sorte bis über drei Meter hoch sein kann, setzt der Sommerflieder einen farbigen Akzent im sommerlichen Garten. Selbst kleinbleibende Sorten für Gefäße (große Töpfe) werden inzwischen angeboten, so dass auch der Balkongärtner Schmetterlinge beobachten kann.

 

Daneben gibt es weitere Sommerflieder-Arten wie Buddleja alternifolia in lila Blütentönen und den gelb- orange blühenden Buddleja x weyeriana. Auch sie locken Schmetterlinge und andere Insekten an.

 


Ein Feiertag für das Obst

1.7.2020

Kennen Sie den „Internationalen Tag der Früchte“ oder den „Tag des Obstes“ am 1. Juli? „Ein passendes Datum, denn der Garten bietet nun eine Palette an bunten essbaren Früchten“, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Ein vielgestaltiger Garten, in dem auch Obstgehölze integriert sind, ist wahrer Luxus. Er schenkt frische Früchte und damit Wohlgenuss und Gesundheit. Obst gehört zu einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung dazu.

Warnung vor dem Eisenhut

1.7.2020

Eine Soyenappleserin informierte uns umgehend dass sie in einem Wald bei Soyen den gelben Eisenhut gesichtet hat. Der Eisenhut ist eine der giftigsten Pflanzen Mitteleuropas, schon wenige Gramm davon können zum Tod durch Herzstillstand oder Atemlähmung führen. Kinder sollen ihn nicht mal anfassen.

 

Ein Feiertag für das Obst

Obst für viele

Initiatoren und Ideengeber waren ehemalige Studierende einer Berliner Hochschule, die 2007 den ersten ‘International Fruit Day‘ im Berliner Mauerpark feierten. Ansatz war der Gedanke an gemeinsames Essen, vorzugsweise von Obst. Alljährlich wird nun eine Frucht des Jahres gewählt und ein passendes Motto herausgegeben.
Der „Früchte-Feiertag“ kann auch für uns Gelegenheit sein, sich mit der Familie oder ein paar Freunden zu einem Obstpicknick zu treffen. Oder ein „Walking Tasting“? Ein bisschen durch den Garten schlendern, ins Gespräch kommen und mal hier und da Früchte naschen. Diese bietet uns der Obstgarten nun reichhaltig.
Beerensträucher und andere Obstgehölze gehören in einen Naturgarten. Die Blüten, die manchmal schon bald im Jahr erscheinen dienen den Bienen und anderen Insekten als wichtige Nahrungsquelle. Über viele Wochen liefern die verschiedenen Arten Pollen und Nektar. Gleichzeitig werden die Blüten bestäubt und schenken uns wohlschmeckende Früchte.

Sommerliche Obsternte im Garten

Der eigene Garten bietet jetzt reifes Obst in Hülle und Fülle: heißbegehrte rote Erdbeeren und köstliche Himbeeren, blaue Heidelbeeren, säuerliche Johannisbeeren in rot, weiß, rosa und schwarz sowie Stachelbeeren mit grünen oder roten kugeligen Früchten. Frühe Süßkirschen sind schon abgeerntet, späte folgen noch, ebenso Sauerkirschen. Auch beim Wildobst wird man fündig: die kugeligen dunkelroten Früchte der Felsenbirne ähneln den Heidelbeeren, auch geschmacklich. Hat man einen Maulbeerbaum im Garten, so zeigen sich auch hier schon die ersten reifen Früchte. Später folgen Brombeeren, Aprikosen und Pfirsiche.
Eine gefüllte Ernte-Schale zeigt uns die Vielfalt des Obstes, auch in der Verwendung. Ganz vorne steht natürlich der Frischverzehr: z.B. Beeren fürs morgentliche Müsli, der Snack in der Brotzeitbox oder den Obstsalat. Beliebt sind Kuchen mit Früchten. Kann die empfindliche Ernte nicht sofort verzehrt werden, gibt es verschiedene Konservierungsmöglichkeiten wie Tiefgefrieren oder Verarbeiten zu Fruchtaufstrichen. Dann lässt sich auch später im Jahr der Sommer mit Sonnenfrüchten ein weiteres Mal genießen.

Frische Beeren für die meisten

Beerenobst benötigt wenig Platz und eignet sich daher auch für kleine Gärten. Selbst auf dem Balkon oder der Terrasse kann es in einem großen Gefäß kultiviert werden. Da die Pflanzen in der Regel ausreichend winterhart sind, liefern sie über mehrere Jahre frische Früchtchen.
Beerensträucher sind pflegeleicht, da sie oft nur gelegentlichen Auslichtungsschnitt sowie ausreichend Wasser, vor allem von der Blütezeit bis zur Ernte, benötigen.

Der Garten, ein eigenes Stück Natur

Es kann sich glücklich schätzen, wer einen Garten hat, oder wenigstens einen Minigarten auf dem Balkon. Nicht nur in Zeiten von Covid-19 ist es ein Ort, der gerne aufgesucht wird. Jeder Garten ist unterschiedlich und Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Im Gegensatz zu Gärten im ländlichen Bereich sind die Gärten in der Stadt meist wesentlich kleiner, trotzdem aber ein wichtiger ökologischer Bestandteil. Bereits wenige Fensterkästen mit Blumen und /oder Kräutern helfen, dem Grau in der Stadt entgegenzuwirken.

Der Obst- und Gemüsegarten

Früher mussten die Gärten vor allem zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln beitragen. Sie lieferten verschiedene Gemüse- und Obstarten, um das ganze Jahr über versorgt zu sein. Heute rückt zunehmend die Freude am Grün in den Vordergrund. Oft sieht man deshalb Tomaten, Kürbis und andere Fruchtgemüse sowie Salate und Kräuter. Aber auch seltene Gemüse und Liebhabersorten finden immer mehr Einzug. Der Garten wird zu einem Ort des Ausprobierens. Dazu gehört natürlich weiterhin der eigene Genuss. Beerenobst passt auch in kleine Gärten. Mengenmäßig reicht es zwar oft nicht zum Konservieren, aber zum Naschen langt es allemal.

Der Entdeckergarten

Ein Garten ist voller Leben. Wer sich auf Spurensuche begibt wird schnell fündig. Auf Lippen- und Korbblütlern sowie Doldenblütlern, die Pollen und Nektar bieten, versammeln sich die meisten Insekten. Schnell wird einem klar, dass es eine Vielzahl unterschiedlichster Blütenbesucher gibt. Ein weiterer beliebter Ort zum Entdecken ist ein Teich. Bereits der kleinste Tümpel ist voller Leben, besonders wenn verschiedene Zonen zur Verfügung stehen. Schnell erscheinen Libellen, die ihre Eier im Wasser ablegen. Auch ein Stück Totholz und eine Natursteinmauer sind wertvolle Lebensräume. Der im Trend liegende Naturgarten wird somit zum Entdeckergarten schlechthin. Nicht nur Kinder können sich begeistern, sondern auch immer mehr Erwachsene nutzen das Beobachten und Staunen zum Entschleunigen.

Der Gartenwandel

Der Garten begleitet uns durch die Jahreszeiten. Nichts bleibt gleich: im Februar erscheinen erste Frühlingsblüher bis schließlich im Spätherbst und Winter Spinnweben und Raureif stehen gebliebene Blütenstände von Stauden und Gräsern überziehen.
Auch im Laufe der eigenen Lebensphasen wandelt sich ein Garten. Familien mit Kindern brauchen Spielrasen und Sandkasten und viel Platz zum Toben und Spielen. Diese Bereiche laden später ein, um Gartenideen zu verwirklichen.
In die Jahre gekommene Gärten haben ihren Charme, jedoch sind gelegentlich Veränderungen nötig. In der (Neu-)Gestaltung kann sich die eigene Persönlichkeit ausdrücken, was sich in den Vorlieben für Pflanzen, Baulichkeiten oder Dekorationen zeigt.

Der Erholungsgarten

Jeder gut durchdachte Garten dient zugleich unserer Erholung. Gerade die Farbe Grün wirkt sich beruhigend aus. Blüten und Blattfarben lockern auf und zaubern bunte Fröhlichkeit ins ruhige Grün. Je nach Größe des Gartens ist es sinnvoll sogar mehrere Sitzplätze und Aufenthaltsmöglichkeiten zu haben. Somit hat man auf den Gartenraum einen Blick von verschiedenen Stellen aus. Auch kann man so gezielt der Sommersonne weichen oder die ersten und letzten Sonnenstrahlen des Jahres genießen, sei es mit einer Tasse Kaffee oder einem Buch. Mit geliebten Duftpflanzen rund um die Sitzbereiche wird der Garten zur Wohlfühloase.

Voll im Trend, die Farbe Orange

Eine Pflanze mit vielen Namen

 

„Goldmohn“ ist ein üblicher und ausdrucksstarker Name für die Pflanze, die leuchtende Blüten hervorbringt. Diese stehen mit vier Kelchblättern einzeln auf kahlen Blütenstängeln, deren Länge etwa 20 bis 30 Zentimeter beträgt. Der Name „Kalifornischer Mohn“ beschreibt die Herkunft, wo der Mohn ganze Felder überzieht, denn die Heimat sind der süd-westliche Teil der USA sowie Mexiko. Ein dritter Name, der ebenfalls direkt etwas über die Blütenpflanze aussagt ist „Schlafmützchen“. Im Jungstadium der Blüte werden die goldgelben oder knallorangefarbenen Kronblätter von grünen Kelchblättern umschlossen. Durch die lange kegelige Form sieht die Blütenknospe aus wie eine kleine Schlafmütze. Vergessen wir nicht den botanischen Namen. Dieser lautet Eschscholzia californica, richtig mit zwei „sch“.

 

Überlebenskünstler bei Trockenheit

 

Der Goldmohn ist eine pflegeleichte Pflanze. Wo sie sich wohlfühlt, vermehrt sie sich durch Selbstaussaat. Besonders gefällt es ihr auf trockeneren Standorten und findet deshalb Platz in Steingärten, auf sandigen Böden und trockenheitsverträglichen Blumenmischungen. Die Blütezeit liegt in den Sommermonaten Juni bis August. Nicht nur das menschliche Auge wird angezogen, die Blüten sind wahre Magnete für Bienen und auch andere Insekten.

 

Nach der Blüte entwickeln sich Samen. Die Pflanzen wachsen meist einjährig, das heißt sie keimen, wachsen und blühen in einem Jahr. Manche Samen keimen noch im Spätsommer und überwintern als junge Pflanzen in milden Gebieten. Im nächsten Jahr blühen sie dann schon früher.

 

Der Kalifornische Mohn ist ein wahrer Sonnenanbeter. Er öffnet seine Blüten nur bei Sonnenschein. Bei bedecktem Himmel, in späten Abendstunden und am frühen Morgen sowie nachts sind die Blüten senkrecht nach oben zusammengeklappt.

 

Und übrigens….

 

Der Goldmohn gehört zur Familie der Mohngewächse, bildet aber keine typischen Mohnkapseln wie Klatschmohn. Alle Pflanzenteile sind giftig. Somit konnte Eschscholzia californica auch zur Giftpflanze des Jahres 2016 gewählt werden. Als Schnittblume eignet sich der Kalifornische Mohn nicht, denn schon bald nach dem Schneiden fallen die Blütenblätter ab. Die Hauptfarbe der flachen Blüten ist goldgelb bis goldorange, meist mit einem dunkleren Farbfleck am Blütenboden. Jedoch gibt es auch Sorten mit weiß-cremefarbenem bis hin zu rötlichem Touch. Manchmal sind auch Mischungen und halbgefüllte Sorten erhältlich. Die Blätter stark gefiederten Laubblätter sind grau-grün oder blau-grün und stehen im Kontrast zu den leuchtenden Blüten.

 

 

 

Spätfröste schädigen Obstgehölze

Frühe Blüte und kalte Nächte

Die frühe Blüte hat den Freizeitgärtner und auch den Erwerbsobstbauern gefreut und die Bienen und Insekten fanden zeitig Nahrung. Doch der Klimawandel bewirkte in den letzten 10 Jahren verstärkt Nachtfröste zu dieser Zeit. Und so auch heuer: ab Ende März bis zu den Eisheiligen wurden mehrere Frostnächte gezählt, je nach Region bis zu minus sieben oder minus acht Grad. Diese Extremtemperaturen führten je nach Entwicklungsstand der Blütenknospen, Obstart und Standort zu zahlreichen Schäden. Die anfangs blühenden Pfirsich und Aprikosen sind fast komplett betroffen. Auch die noch knospigen Blüten konnten schon Schaden nehmen.

Hauptblüte besonders gefährdet

Bereits Mitte April standen Apfel, Birne, Zwetschge und Kirsche in voller Blüte. Der extrem warme Monat sorgte dafür, dass die Blühphase deutlich schneller vorüberzog. Für einen guten Fruchtbehang wirkt sich diese Witterung nachteilig aus: die Insekten kommen zum Bestäuben gar nicht mehr nach – so schnell ist die begehrte Obstblüte auch schon vorbei. Und in diesem Zeitraum sorgten mehrere Nächte mit Frösten für Unheil. Wenngleich die Natur vorsorgt, üppig Blüten anlegt und für einen durchschnittlichen Ertrag nur fünf bis zehn Prozent der Kernobst- bzw. 20 Prozent der Steinobstblüte ausreichen, sieht in diesem Jahr der bisherige Behang vielfach schwächer aus.

Weitere Ursachen für schlechte Ertragsaussichten

Kernobstbäume neigen zur Alternanz: Sie tragen in einem Jahr stark und im folgenden dann kaum. Im Ausfalljahr werden enorm viele Blüten für das kommende Frühjahr gebildet. War dies der Fall, kann sich 2020 noch relativ durchschnittlicher Ertrag einstellen. War jedoch bereits die Blüte 2020 schwach, konnte der Frost bis zum Totalausfall führen.
Alles in allem hängt der unterschiedliche Fruchtbehang stark von der Obstparzelle ab. In geschützten Gärten oder etwas höheren Lagen, die etwas später blühen, kann der Behang besser sein. Zehntelgrade können je nach Blütenzustand (knospig, halb- bzw. voll geöffnet) entscheidend sein, ob der Frost schädigen konnte.

Folgen der Frosteinwirkungen

Neben den Blüten konnten auch bereits die kleinen, erbsen- bis haselnussgroßen Jungfrüchte durch Frost geschädigt werden. Oft verkorken sie oder fallen ebenso stark ab wie die schlecht befruchteten und bereits von Schädlingen befallenen Exemplare. Bei vollem Behang wäre diese Ausdünnung ebenso zu verschmerzen wie der natürlich vorkommende Junifruchtfall, bei dem der Baum überzählige Früchte abwirft, die er nicht ernähren kann.
Bäume mit jetzt bereits schwachem Fruchtbesatz bilden verstärkt neue Triebe. Nicht benötigte, überzählige und nach innen wachsende Schösslinge werden jetzt ausgerissen. Das mag brutal klingen, hat aber Vorteile: schlafende Beiaugen werden ebenfalls entfernt. Außerdem verheilen Risswunden jetzt über den Sommer gut. Bis Mitte Juni können Sie Apfel- und Birnenbäume mit jetzt schon starkem Fruchtansatz ausdünnen. Dies lässt sich vor allem an Spalieren und kleinen Baumformen im Gegensatz zu großkronigen Obstbäumen gut durchführen. Dabei brechen Sie mehrere haselnussgroße Ansätze im Büschel bis auf eine, die schönste Frucht, vorsichtig aus. Mit Hilfe einer kleinen, spitzen Schere gelingt dies sicherer, denn beim Auszwicken von Hand kann das gesamte Fruchtbüschel abbrechen.

Beerenobst

Erdbeeren, Heidel-, Johannis- und Stachelbeeren konnten zum Glück durch nächtliche Vliesabdeckung in gefährdeten Nächten geschützt werden. Bei Tafeltrauben reichte die Nacht zum 12. Mai für die enormen Schäden aus. Triebe, die sich dann braun bis schwarz färbten, schlapp und verwelkt herunterhingen, weisen Totalausfälle auf. Derartig geschädigte Triebe dürfen Sie nicht komplett wegbrechen, denn aus den Beiaugen können sich neue blütenbesetzte Ruten entwickeln und noch für einen, meist verminderten Ertrag sorgen.