Afrikanische Schweinepest

Schnell und flexibel installierbare elektrische Weidezäune können die Wanderung des Schwarzwildes beschränken und so im Ernstfall der Ausbreitung des ASP-Virus wirksam entgegenwirken. Für die Übung am Samstag wird der nördliche Forstweg im Thalhauser Forst, Waldstück Wippenhausereinfang, für wenige Stunden gesperrt sein. 

 

Zäunungen sind eine wichtige Sofortmaßnahme zur Eindämmung der ASP, umso wichtiger ist es, die Zusammenarbeit und Koordination von Behörden und Einsatzkräften für einen reibungslosen Ablauf im Ernstfall zu trainieren“, erklärt Dr. Peter Wallner, Vizepräsident des LGL. 

 

Die ASP kann sowohl direkt über Tierkontakte, als auch indirekt z.B. durch nicht durcherhitzte Lebensmittel übertragen werden. Der Freistaat ergreift daher unter Federführung des Bayerischen Verbraucherschutzministeriums seit Jahren eine Vielzahl von Maßnahmen, um einen Ausbruch in Bayern möglichst zu verhindern. Bisher ist in Bayern kein ASP-Fall aufgetreten.


Förderangebote für Landwirte

„Nachdem die neue EU-Förderperiode 2023 beginnt, haben wir uns entschlossen, im letzten Jahr der Übergangsphase den bayerischen Betrieben noch einmal eine große Bandbreite an Beteiligungsmöglichkeiten zu bieten, ohne dabei zu stark Mittel im Vorgriff zu binden“, erläuterte die Ministerin die Pläne. Das diene dazu, ausreichend finanziellen Gestaltungsspielraum für das neue KULAP ab 2023 zu sichern. Die Beschränkung auf eine einjährige Laufzeit gilt auch für Maßnahmen, die nach jetzigem Stand auch in der neuen Förderperiode ab 2023 weiterhin Bestandteil des Förderangebotes sein werden.

Die Palette, der im kommenden Jahr angebotenen Maßnahmen wird im Wesentlichen der diesjährigen entsprechen. Es können also fast alle verfügbaren KULAP-Maßnahmen erneut beantragt werden. Ausgenommen sind die Maßnahmen B21-Extensive Grünlandnutzung (1,76 GV), B35-Winterbegrünung und B37-Mulchsaat. Aufgrund der nur einjährigen Laufzeit werden im kommenden Jahr zusätzlich die Maßnahmen zur Anlage von mehrjährigen Blühflächen (B48/61) ausgesetzt. Ministerin Kaniber: „Mit der frühzeitigen Bekanntgabe des KULAP-Förderangebots geben wir den Landwirten Sicherheit für ihre Anbauplanung.“

Im Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) werden im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel auch 2022 für alle Maßnahmen Neuantragstellungen für fünf Jahre möglich sein. Die Antragstellung für die beiden Agrarumweltprogramme wird nach Ministeriumsangaben im gewohnten und bewährten Zeitfenster zu Jahresbeginn 2022 stattfinden. Nähere Informationen zur Antragstellung sowie die einschlägigen Unterlagen veröffentlicht das Landwirtschaftsministerium rechtzeitig im Internet-Förderwegweiser unter www.stmelf.bayern.de/foerderwegweiser. Alle Informationen stehen derzeit noch unter dem Vorbehalt der EU-beihilferechtlichen Zustimmung sowie der landeshaushaltsrechtlichen Genehmigung.


Klimaschutz...

...Wald und Holz sind wichtig

Auch werden die verschiedenen Ökosystemleistungen des Waldes für die Gesellschaft genannt – vom Klimaschutz über die Trinkwassergewinnung, Erholung und Artenvielfalt bis zur Bereitstellung des Rohstoffes Holz -, die aufgrund des Klimawandels gefährdet sind. „Diese Waldfunktionen müssen erhalten bleiben“, sagte der AGDW – Vizepräsident, „daher müssen lebenswichtige Ökosystemleistungen wie die Klimaschutzleistung des Waldes eine dauerhafte Honorierung erfahren.“

 

Die AGDW begrüßt es sehr, dass der Bericht, der alle vier Jahre erscheint, das Engagement der privaten und kommunalen Waldeigentümer hervorhebt. Ohne sie könnten die Schäden nicht bewältigt und das Ziel von klimastabilen Mischwäldern nicht erreicht werden, heißt es darin. Und er benennt die ökonomischen Auswirkungen, mit denen die Waldbesitzenden angesichts von Preisverfall, Schadensbewältigung und Wiederbewaldung innerhalb kürzester Zeit zu kämpfen hatten. On Top kam die COVID 19-Pandemie, die diese Herausforderungen noch einmal verstärkt hatte.

 

Gleichzeitig werden die vielfältigen Maßnahmen benannt, die von der Bundesregierung zur Stabilisierung der Wälder ergriffen wurden. „Die Hilfen aus der GAK und aus dem jüngsten Konjunkturpaket waren eine wirksame Unterstützung, um die schweren Schäden beheben und die zerstörten Flächen wiederbewalden zu können“, sagte Norbert Leben, der auch Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen ist.

 

Jetzt müsse trotz Krise dafür gesorgt werden, dass auch für künftige Generationen ausreichend Rohstoff Holz vorhanden ist. Vor der Krise – im Jahr 2017 – hatte der Holzvorrat in den Wäldern Deutschlands mit 3,9 Milliarden Festmetern einen historischen Höchststand erreicht, heißt es im Waldbericht. So stehen rund 73 Millionen Festmeter Holz jährlich zur Verfügung etwa für den Holzbau, die Möbelproduktion etc. „Wald und Holz sind aufgrund ihrer CO2-Speicherleistung und Substitutionsfunktion zentrale Säulen im Klimaschutz und in der Bioökonomie“, sagte der AGDW-Vizepräsident, „diese Leistung muss in den Klimaschutzplanungen einen zentralen Stellenwert einnehmen.“

 

Den Waldbericht 2021 finden Sie unter https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/waldbericht2021.html

 

Die Waldwirtschaft

 

  • Von den 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 67 Prozent Privatwald sowie Kommunal- und Körperschaftswald.

  • Fast die Hälfte (48 Prozent) der 11,4 Millionen Hektar Wald sind Privatwald.

  • Die AGDW – Die Waldeigentümer vertritt die Interessen der kommunalen, der körperschaftlichen sowie der rund zwei Millionen privaten Waldbesitzenden.

  • Das Gros der Waldbesitzenden zählt zum Kleinprivatwald, die Durchschnittsgröße eines Privatwaldes liegt bei rund drei Hektar.


Die Ernte beginnt

„Wir alle wollen volle Supermarktregale und frische Lebensmittel aus der Region. Die Getreideernte ist die Grundlage für unser Mehl oder Brot. Aber auch die anderen Feldfrüchte füllen unsere Regale mit regionalen Lebensmitteln. Das sollte man sich vor Augen führen, wenn man mal einen großen Traktor oder eine Erntemaschine vor sich hat – auch nachts und am Wochenende“, sagte die Ministerin. Nicht nur die Ministerin, auch die landwirtschaftlichen Verbände erinnern derzeit die Bevölkerung an die notwendige Rücksicht im Straßenverkehr und eine angepasste Geschwindigkeit auf dem Land. In den landwirtschaftlichen Fachschulen sind das Verhalten und die Sicherheit im Straßenverkehr ebenfalls ein Thema der landtechnischen Ausbildung.
Durch Corona haben noch mehr Menschen den Erholungswert von Bayerns Kulturlandschaft entdeckt. Je mehr Fußgänger, Fahrradfahrer, Reiter und Fahrzeuge gleichzeitig mit den Landwirten auf den Wirtschaftswegen unterwegs sind, desto größer ist das Konfliktpotenzial. Die Entwicklung in der Landtechnik ist die letzten Jahre enorm vorangeschritten, Zugfahrzeuge und Anbaugeräte sind größer geworden, um effizienter zu sein. „Die Größe der landwirtschaftlichen Geräte wird leicht unterschätzt. Gerade wenn man für seinen Ausflug einen Parkplatz sucht. Wirtschaftswege und Feldränder sind daher keine Parkplätze“, so die Ministerin. „Gegenseitige Rücksichtnahme ist das ganze Jahr über wichtig, besonders aber in den kommenden Erntewochen“, appellierte Michaela Kaniber.


Gute Ernteaussichten

Wie bereits in den vergangenen Jahren haben allerdings Unwetter mit Starkregen und Hagel für regional eng begrenzte Ernteausfälle auf Feldern und Wiesen gesorgt. Wieder einmal bestätigen sich damit nach den Worten der Ministerin die Prognosen der Klimaforscher: „In unseren Breiten gibt es immer häufiger Extremwetterlagen, die sich auf das Pflanzenwachstum und die Arbeit der Landwirte auswirken“, sagte Michaela Kaniber. Gerade für die Tierhalter bedeuteten die vergangenen trockenen Jahre deutliche Einbußen an Futter. „Umso erfreulicher ist es, dass sich heuer auch beim Grünland gute Erträge und Qualitäten abzeichnen“, so die Ministerin. Bei Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais und Leguminosen bremste das kalte Frühjahr das Wachstum zunächst, die hohen Temperaturen ab Mitte Juni sorgten aber dafür, dass der Vegetationsrückstand wieder aufgeholt wurde. Jetzt kommt es auf die Witterung der nächsten Wochen an: Sie wird den Ertrag bei diesen Feldfrüchten bestimmen. Die Anbauflächen haben sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert: Die Getreidefläche ist mit etwa einer Millionen Hektar leicht gesunken. Winterweizen, die wichtigste Brotgetreideart, wurde auf etwa 434.000 Hektar angebaut. Aber auch die Nischenkultur Dinkel wird immer mehr angebaut: In diesem Jahr ist die Fläche um 35 Prozent auf fast 63.000 Hektar gestiegen. Als sehr erfreulich wertet die Ministerin den auch heuer anhaltenden Anstieg beim Anbau von Eiweißpflanzen. Vor allem bei den Sojabohnen ist die Fläche um fast 2.000 auf rund 20.300 Hektar gewachsen. „Das bestärkt unsere erfolgreiche Bayerische Eiweißinitiative noch einmal deutlich, mit der wir unsere Bauern immer unabhängiger von Soja-Importen aus Übersee machen wollen“, so die Ministerin. Und noch eine positive Entwicklung hob Michaela Kaniber hervor: Fast die Hälfte der Wiesen und Weiden in Bayern – etwa 500.000 Hektar – wird mittlerweile extensiv bewirtschaftet: Dazu gehören der Verzicht auf Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel oder spezielle Schnittzeitpunkte, die Artenvielfalt und Klimaschutz fördern.

Der deutliche Rückgang der Anbaufläche von Braugerste um fast 10.000 Hektar auf rund 85.000 Hektar ist den Worten der Ministerin zufolge vor allem auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Diese hatte zu einem entsprechenden Rückgang bei Nachfrage und Preisen geführt.


Erleichterung für Landwirte

Damit kommt endlich eine von Bayern seit vielen Jahren geforderte Erleichterung für viele Tierhalter“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Landwirtschaftliche tierhaltende Betriebe waren hier regelmäßig im Nachteil. Sie mussten sehr viel mehr Vorgaben einhalten als beispielsweise viehlose Betriebe, während alle nur rein flächenbezogene EU-Zahlungen erhalten. „Jetzt bekommen wir mit weniger Bürokratie mehr Gerechtigkeit bei den Direktzahlungen“, sagte die Ministerin.

Eine weitere Entlastung der Bäuerinnen und Bauern ist der Wegfall des Systems der sogenannten Zahlungsansprüche. 2005 wurde eingeführt, dass Zahlungen gehandelt werden konnten. Mit der nun bundesweit einheitlichen Basisprämie hat dieses System seine Berechtigung endgültig verloren und wird mit Umsetzung der GAP-Reform zum Beginn 2023 in Deutschland endlich abgeschafft. „Der EU-Ministerrat und Julia Klöckner haben unsere Argumente aufgegriffen, die richtigen Entscheidungen getroffen und sie gegenüber der Europäischen Kommission und dem Europäischem Parlament durchgesetzt. Auf diesem Weg sollte die EU mutiger vorangehen und überholte und sachfremde Anforderungen der GAP aus dem Weg räumen. Unser Ziel ist klar: Es muss für die Bäuerinnen und Bauern mehr Zeit bleiben für die eigentliche Aufgabe: die nachhaltige Produktion hochwertiger Lebensmittel“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Bayern konnte sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene viele wichtige Forderungen durchsetzen, um die besondere bayerische Agrarstruktur zu stärken. „Denn neben höheren Auflagen und Standards für Umwelt- und Klimaschutz ist entscheidend, dass gleichzeitig die ökonomische Nachhaltigkeit der Betriebe gesichert bleibt. Wirtschaftliche Stabilität ist auch die Voraussetzung dafür, dass die landwirtschaftlichen Betriebe die gesamtgesellschaftlich gewünschten Leistungen erbringen können. So ist es ein großer Erfolg, dass trotz Einschnitten im GAP-Budget auf EU-Ebene die EU-Mittel zur bisherigen Förderperiode fast unverändert nach Bayern fließen“, so die Ministerin. Bayern habe dies in schwierigen Verhandlungen erreicht: mit einem zehn Prozent höheren Anteil an ELER-Mitteln für Bayern sowie mit einer deutlich höheren Umverteilungsprämie (zwölf Prozent der Direktzahlungen statt bisher sieben Prozent) zur Stärkung der kleineren und mittelgroßen Betriebe. „In der Gesamtbetrachtung aller Elemente der Direktzahlungen war es mir wichtig, einen Mindestanteil von 60 Prozent der Direktzahlungen als einkommenswirksam zu erhalten. Das ist gelungen“, sagte die Ministerin.

 


Blühstreifenaktion geglückt

Das Saatgut wurde von Landhandel Stefan Kapsner OHG, welche dem Ring preislich entgegengekommen sind, bezogen. Insgesamt wurden ca. 10 km Blühstreifen mit einer Breite von drei Metern angelegt. Über 10 verschiedene  Arten, unter anderem Sonnenblumen, Phacelia, Malve und verschiedene Kleearten sind Bestandteil der Blühmischung. Die Blühstreifen entstanden in Maiskulturen oder auch in heimischen Sojaflächen neben öffentlichen Straßen und Radwegen, an Waldrändern, in der Nähe von Bienenhäusern und entlang von Gewässern. Sie tragen somit nicht nur zum Erhalt der Artenvielfalt und Insekten bei, sondern dienen auch für Wild, Vögel und zum zusätzlichen Schutz unserer Gewässer durch Pufferwirkung. Im nächsten Jahr plant der Maschinenring wieder die Blühstreifenaktion. Er möchte sie weiter ausbauen und freue sich über rege Beteiligung, weil jeder kann einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Ein herzliches Dankeschön an alle Landwirte , die sich an der Aktion beteiligt haben, aber auch an alle Imker, Jäger, Kommunen, Gewerbetreibende und Privatleute, mit denen man zusammengearbeitet hat.


Landwirtschaftszählung 2020

 

Für mich ist es daher enorm wichtig, den Tierhaltungsstandort Bayern zu erhalten und zukunftsfähig weiter zu entwickeln. Denn die wertvolle Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern prägt unsere Kulturlandschaft. Wichtig ist mir aber auch das Tierwohl. Es soll in Bayern ein Aushängeschild werden. Deshalb habe ich die Borchert-Kommission von Anfang an tatkräftig unterstützt. Wir haben einen klaren Fahrplan vorgezeichnet. Jetzt haben sich auch die Discounter auf den Weg gemacht, was ich begrüße. Aber hier ist auch Ehrlichkeit und Vertrauen gegenüber den Bauern notwendig. Der Handel muss zeigen, dass die Bauern mitgenommen werden und Tierwohl seinen Preis hat. Die Tierhalter dürfen nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Bestes Tierwohl und billigste Preise passen nicht zusammen. Sonst kommt es zu Strukturbrüchen, die wir verhindern müssen.

Ich stelle immer wieder fest: Unsere Betriebe sind bereit zu Veränderungen. Aber wir dürfen sie nicht überfordern. Wir brauchen daher praktikable Regelungen, ausreichende Anpassungszeiträume und eine Beteiligung der Gesellschaft an den Umbaukosten. Dafür setzen wir uns auf allen politischen Ebenen ein. Die Richtung ist vorgezeichnet: Weniger Tiere, mehr Qualität und Tierwohl. Dafür arbeiten wir gemeinsam mit den Landwirten an den richtigen Konzepten. Aber auch die Gesellschaft und die Verbraucher müssen hier ihren fairen Anteil beitragen.“

 

Bericht: Landwirtschaftsministerium

 


Insektenschutzpaket verabschiedet

 

“Unsere Betriebe sind bereit dieses Engagement über freiwillige Kooperationen und Programme konsequent auszubauen”, erläutert Köhler. Weitere Auflagen und Verbote, wie sie den bedarfsweisen Pflanzenschutz bei Grünland zum Beispiel bei Problempflanzen wie Jakobskreuzkraut und invasiven Arten einschränken und damit wertvolles Futter auf solchen Flächen gefährden, konterkarieren erfolgreiche Naturschutzkooperationen. “In Bayern erbringt jeder zweite Bauer auf jedem dritten Hektar der Landwirtschaftsflächen freiwillig besondere Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsleistungen im Rahmen der bayerischen Agrarumweltprogramme”, erklärt Köhler. Massiv kritisiert er, dass die Politik nahezu keine Beiträge beim Insektenschutzpaket durch Wirtschaft und Gesellschaft einfordert werden sowie der anhaltende Flächenverbrauch gänzlich ausgespart wurde. „Insektenschutz geht alle an,“ erklärt Köhler.

 

Erfreulich ist, dass eine Unberührtheitsklausel für bestehende Länderregelungen im Insektenschutzpaket vorgesehen ist. “Die Bayerische Staatsregierung muss dies nun verbindlich für die Regelungsbereiche des Insektenschutzpakets des Bundes aufgreifen, um Verschärfungen vor allem bei Streuobst, Grünland und Gewässerrandstreifen in Bayern zu vermeiden”, fordert Köhler. Er bedauere, dass der geplante Erschwernisausgleich für Einschränkungen in der Flächenbewirtschaftung nicht für Landwirtschaftsflächen außerhalb von Natura-2000-Gebieten greifen soll: „Jeder Landwirt, der durch zusätzliche Auflagen Mehrkosten oder Verluste erleidet, soltle beim Ausgleich gleich behandelt werden.“

 

Bericht und Foto: Bayerischer Bauernverband

 


Desaster um Schweinefleischpreise

Der Schweinepreis ist um 9 Cent/kg auf nunmehr nur noch 1,48 € je Kilogramm Schlachtgewicht abgerutscht. BBV-Veredelungspräsident Gerhard Stadler kritisiert die Preissenkung massiv: „Die Schweinehalter sind fassungslos! Denn fast täglich werden neue Tierwohlanforderungen an die deutschen Schweinehalter gestellt – ob vom Lebensmitteleinzelhandel oder von der Politik. Außerdem wären schon allein wegen des massiven Anstiegs der Futterkosten höhere Preise unbedingt nötig. Diese Senkung der Erzeugerpreise bei guter Nachfrage und knappem Angebot ist nicht nachvollziehbar. Es scheint, dass hier einerseits einzelne Lebensmitteleinzelhandelskonzerne ihre Marktmacht ausspielen, und die Schlachtwirtschaft diesen Druck leider allzu willig weitergibt. Andererseits werden offenbar höhere insbesondere durch Corona-Auflagen bedingte Kosten in der Fleischwirtschaft auf die Erzeuger abgewälzt. Mit solchem verantwortungslosen Handeln werden wir die Schweinehaltung außer Landes drängen und dann Schweinefleisch aus Ländern importieren, in denen deutlich geringere Tierwohlstandards herrschen als bei uns“.


Landfrauen stärken

 

Eine nach wie vor völlig unzureichende Geschlechtergerechtigkeit der GAP kritisierte auch die Erste Vizepräsidentin des dlv, Juliane Vees, die am vorausgehenden Montag als Sachverständige in der öffentlichen Anhörung des Ausschusses Ernährung und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag geladen war. „Damit die GAP erfolgreich sein kann, müssen die Fördermaßnahmen auch im Sinne der Frauen nachjustiert werden. Dafür müssen aktuelle Missstände erfasst, spezifische Bedarfe abgeleitet und entsprechende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Das ist nicht nur ein Gebot der Fairness, sondern trägt auch dazu bei, das Potential der Frauen zur Entwicklung der ländlichen Räume nutzbar zu machen. Wir brauchen beispielsweise spezielle Förderprogramme im Bereich Beratung, Coaching und Qualifizierung, um Frauen in der Landwirtschaft für die immer komplexer werdenden Herausforderungen zu rüsten“, forderte Vees im Ausschuss.

 

Der EU-Verordnungsentwurf zum GAP-Strategieplan sieht erstmals die Verankerung der Geschlechtergerechtigkeit vor – und zwar im Ziel h, einem von insgesamt zehn Zielen. Der dlv rechnet fest damit, dass dieses im Rahmen des Trilogs nicht mehr herausverhandelt wird und bewertet das als einen wichtigen ersten Erfolg. „Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist endlich auch bei der EU-Kommission angekommen. Das Gleiche erwarten wir von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern des Deutschen Bundestages sowie von den Verwaltungen von Bund und Ländern“, erklärt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

 


Bauerntag Berlin

Mit den Kernanliegen zur Bundestagswahl habe der Deutsche Bauernverband die wichtigsten politischen Forderungen für die kommende Legislaturperiode vorgelegt. Dazu gehöre, unter anderem, das DBV-Zukunftskonzept umzusetzen, die damit verbundene Grundgesetzänderung auf den Weg zu bringen, eine starke europäische Agrarpolitik zu sichern und dabei die Erfahrungen der Corona-Pandemie in „Green Deal“ und „Farm-to-Fork-Strategie“ aufzunehmen. Ein weiteres Ziel müsse sein, gemeinsame Produktionsstandards im Markt zu entwickeln, welche zu Erlösverbesserungen für die Landwirte führen. Außerdem müssten beim Klimaschutz die Leistungen der Land- und Forstwirtschaft honoriert und deren besondere Rolle bei der Ernährungssicherung anerkannt werden.

 

Beim Bauerntag 2021 am 23. und 24. Juni wird unter anderem eine Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet und in einer Diskussionsrunde mit den Spitzenvertretern der im Bundestag vertretenen Parteien über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert.

 


Hecken, Feldgehölze und Steinmauern

Antragsschluss ist jeweils der 30. Juni dieses Jahres. „Mit der Erneuerung von bestehenden Hecken und Feldgehölzen leisten die landwirtschaftlichen Betriebe einen wichtigen Beitrag für unsere einzigartige Kulturlandschaft. Sie erhalten und entwickeln damit einen Naturraum und die für die Region typische biologische Vielfalt. Mit der Förderung unterstützen wir sie dabei tatkräftig“, so Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Hecken und Feldgehölze erhalten die Vielfalt, Eigenheit und Schönheit eines intakten, funktionsfähigen und traditionellen Landschaftsbilds. Gleichzeitig soll der Wiederaufbau von sanierungsbedürftigen oder eingestürzten Steinmauern im Weinbau die landschaftsprägende Bewirtschaftung der Steillagen unterstützen. Die Antragstellung für die dritte investive KULAP-Maßnahme „Förderung der Anlage von Struktur- und Landschaftselementen“ (Maßnahme B59) wird ganzjährig bei den Ämtern für Ländliche Entwicklung angeboten. Ziel ist es, die Ressourcen Boden und Wasser in Projektgebieten „boden:ständig“ zu schützen, aber auch die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft zu fördern. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte setzen sich in besonderer Weise für eine nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Flächen ein. Sie leisten damit einen enormen Beitrag für die hohe Lebensqualität in Bayern. Dafür sind wir ihnen dankbar“, so Kaniber.

 


Weniger Tiere

Zum Stichtag 3. Mai 2021 weist das Bayerische Landesamt für Statistik durch eine Auswertung des Verwaltungsverfahrens „Herkunftssicherungs- und Informationssystem Tier (HIT)“ 2 912 351 Rinder in 40 659 Haltungen nach. Die Zahl der Rinderhaltungen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent (-1 426 Haltungen) gesunken. Der Rinderbestand verringerte sich um 1,7 Prozent (-51 461 Tiere). Die durchschnittliche Rinderzahl lag im Mai 2021 bei 72 Rindern je Haltung, das sind zwei Tiere mehr als noch im Mai 2020. Milchkühe stellen mit 1 102 479 Tieren einen Anteil von 37,9 Prozent am gesamten Rinderbestand dar. Der Milchkuhbestand ging um 1,5 Prozent (-16 716 Tiere) gegenüber dem Vorjahr zurück, während bei den entsprechenden Haltungen sogar ein Rückgang um 4,3 Prozent (-1 151 Haltungen) auf 25 748 Milchkuhhaltungen festgestellt wurde. Die durchschnittliche Zahl der Milchkühe je Milchkuhhaltung ist in Bayern um ein Tier auf 43 Milchkühe gestiegen. Auch bei den sonstigen Kühen (Ammenund Mutterkühe) waren sowohl die Zahl der Haltungen (-68 auf 7 271 Haltungen) als
auch die Bestände (-904 auf 67 568 Kühe) rückläufig. Die Zahl der Kälber und Jungrinder blieb zum 3. Mai 2021 mit insgesamt 853 996 Tieren fast auf Vorjahresniveau (-0,7 Prozent). Bei Rindern im Alter von einem Jahr bis unter zwei Jahren wurde ein Bestand von 690 840 Tieren ermittelt. Den Hauptanteil stellten dabei mit 72,3 Prozent (499 482 Rinder) weibliche Tiere dar, wovon wiederum 85,1 Prozent (424 965 Rinder) für die Zucht und Nutzung vorgesehen waren und 14,9 Prozent (74 517 Rinder) für die Schlachtung. Es gab 197 468 Rinder, die zwei Jahre oder älter waren. Davon waren 8,1 Prozent (15 924 Tiere) Bullen oder Ochsen, 91,9 Prozent waren weibliche Rinder (181 544 Tiere). Von den weiblichen Rindern waren 91,7 Prozent (166 452 Tiere) für die Zucht und Nutzung vorgesehen und 8,3 Prozent (15 092 Tiere) für die Schlachtung.

 

Bericht: Bayerisches Landesamt für Statistik


Leistung sichtbar gemacht

Erholungssuchende können auf ihren Wegen durch unsere wunderbare bayerische Kulturlandschaft vieles entdecken, was nicht direkt sichtbar ist. Wir wollen mit Hilfe dieser Tafeln direkt auf die wertvollen Beiträge der bayerischen Landwirtschaft für Artenvielfalt und Insektenschutz aufmerksam machen“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zum Start der Aktion.

 

Jeder zweite Landwirt in Bayern nimmt am bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) teil und leistet so einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Die Maßnahmen innerhalb des KULAPs sind vielfältig, sie betreffen zum Beispiel die Anlage von Blühstreifen und -flächen oder die extensive sowie ökologische Bewirtschaftung der Flächen. Um das sichtbar zu machen, hat die Landwirtschaftsverwaltung spezielle Feldtafeln entwickelt, die Landwirte entlang von vielbegangenen Feld-, Rad- und Wanderwegen aufstellen können. Die Kernbotschaft der Schilder: Landwirte setzen sich ganz bewusst für die Artenvielfalt, den Boden, das Wasser und unser Klima ein. Dabei werden sie durch das Landwirtschaftsministerium aktiv unterstützt. Ein QR-Code auf den Schildern leitet Interessierte direkt auf die Homepage des Ministeriums mit zusätzlichen Informationen weiter.

 

Landwirtinnen und Landwirte, die an dieser Aktion teilnehmen wollen, können die Schilder kostenlos über ihr zuständiges Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beziehen, so lange der Vorrat reicht. Zusätzlich stehen die Feldtafeln auch als Download auf der Homepage des Ministeriums zur Verfügung. Motive und weitere Hintergrundinformationen zur Aktion gibt es im Internet unter www.stmelf.bayern.de/kulturlandschaftsprogramm.

 


 


Schont die Ackerböden

Uns allen muss klar sein, dass Plastik in den Böden zu nachhaltigen Schäden und irreparablen Folgen führt. Das müssen wir stoppen, um buchstäblich die Grundlage, auf der unsere Landwirte wirtschaften, zu bewahren. Gerade Corona hat uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig eine gut funktionierende eigenständige Lebensmittelversorgung ist. Dafür brauchen wir intakte und langfristig nährstoffreiche Böden“, sagte Michaela Kaniber im Vorfeld der Konferenz der Landwirtschaftsministerinnen und -minister.

Ziel des bayerischen Antrags ist es, nach technischen Möglichkeiten zu suchen, um den unbewussten Plastikeintrag künftig besser zu vermeiden. Vor allem bei Bioabfall, Kompost und Klärschlamm gibt es hier ein großes Potential. Untersuchungen des Umweltbundesamts zeigen, dass jährlich allein bis zu 3.340 Tonnen Kunststoff durch Kompost auf den Boden aufgetragen werden. Der bayerische Antrag schlägt zudem vor, Reifenabrieb und „Littering“ (= Vermüllung) entlang von Straßen zu reduzieren. Gleichzeitig fordert Bayern, dass die Verbote in der EU-Einwegkunststoffrichtlinie ausgeweitet werden. Zusätzlich muss die Klärschlammaufbringung auf Ackerflächen zeitnah verboten werden und Komposte müssen verlässlich frei von Mikroplastik sein. Auch bei der landwirtschaftlichen Folienverwendung sollten Alternativen erforscht werden. Dies sind zentrale Elemente einer effektiven Vermeidungsstrategie. Die Ressortforschungseinrichtungen des Landwirtschaftsministeriums suchen bereits mit Partnern nicht nur nach Alternativen zu sogenannten Mulchfolien. Seit 2019 gibt es an der der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ein Forschungsprojekt zu spritzbaren, umweltfreundlichen Silofolien aus Pflanzenöl. „Das Thema Mikroplastik ist schon heute in aller Munde. Dass aber unbemerkt Plastik von außen in unsere Ackerböden eingetragen wird, ist Vielen leider nicht bewusst. Wir dürfen nicht warten, bis sich in den Ackerböden ähnliche Mengen Mikroplastik angesammelt haben, wie bereits in den Weltmeeren. Erste Forschungsergebnisse zeigen uns deutlich, was an Verbesserungen bereits möglich ist“, sagte Bayerns Landwirtschaftsministerin.

 


Tag der Milch

Durch die Gemeinschaft der Milchwirtschaftlichen Landesorganisationen (GML) werden begeisterte Milchfans von Bundesland zu Bundesland ihre regionalen Milchspezialitäten vorstellen. Zuschauer können an einem Gewinnspiel teilnehmen und entscheiden: Welches Milch-Gericht ist ihr Favorit? Zu gewinnen gibt es u.a. auch einen Urlaub auf dem Bauernhof. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2021. Alle Infos zum Gewinnspiel und zu den Teilnahmebedingungen gibt es auf der Seite https://milchwirtschaft.com. Wer am Tag der Milch Lust auf Kostproben bayerischer Milchprodukte oder den Dialog sucht, der schaut bei den bayerischen Milchhoheiten auf der Landesgartenschau in Ingolstadt vorbei. Informationen unter: https://ingolstadt2020.de. In mehr als 40 Ländern findet jährlich der internationale Tag der Milch statt. Im Jahr 1957 wurde dieser erstmals von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband (IDF) ausgerufen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik gibt es in Bayern rund 1,1 Millionen Milchkühe auf knapp 27 000 Bauernhöfen.


Heute ist der Weltbauerntag

In Bayern gibt es noch weit über 100.000 landwirtschaftliche Betriebe. Damit haben mehr als ein Drittel der deutschen Höfe ihren Sitz in Bayern. Sie bewirtschaften in nachhaltiger Weise die Hälfte der Landesfläche und erzeugen gesunde und hochwertige Lebensmittel, heimische Futtermittel für die Tiere und Agrarrohstoffe zur stofflichen und energetischen Verwendung. Über 60 Prozent der Landwirte bewirtschaften ihren Betrieb im Nebenerwerb, knapp 40 Prozent im Haupterwerb. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt 36 Hektar. Zusammen mit dem vor- und nachgelagerten Bereich erwirtschaftet die Land- und Forstwirtschaft einen jährlichen Umsatz von 173 Milliarden Euro in Bayern. Sie ist damit ein bedeutender Wirtschaftsbereich und Arbeitgeber. Die Landwirtschaft pflegt die Kulturlandschaft und macht Bayern so als Urlaubsdestination besonders attraktiv.

„Die Funktion der Landwirtschaft geht aber weit über ihre wirtschaftlichen Aspekte hinaus: Bäuerinnen und Bauern erhalten Tradition und Brauchtum und zeichnen sich durch ein besonders hohes bürgerschaftliches Engagement aus. Und sie sind auch bereit, die von der Gesellschaft gewünschten Verbesserungen bei Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen. Sie fordern dafür aber zu Recht faire Preise und praktikable Regelungen. Der Weltbauerntag ist eine gute Gelegenheit von Herzen Danke zu sagen. Ganz bewusst will ich aber auch den Dialog mit der gesamten Gesellschaft erweitern und vertiefen, um den Mehrwert heimischer regionaler Lebens- und Nahrungsmittelproduktion für jeden Verbraucher sichtbar zu machen. Wir alle haben in der Pandemie gesehen, was kleinste Beeinträchtigungen von Lieferketten bedeuten können. Ich wünsche es uns allen nicht, dass wir in zehn Jahren von den Agrarexportländern USA, Russland, Brasilien und China abhängig sind. Greifen wir lieber heute zu heimischen Lebensmitteln“, sagte Ministerin Michaela Kaniber.

Landwirtschaftliches Statistikportal

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder veröffentlichen in den kommenden Wochen schrittweise die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 in Form interakti-ver StoryMaps im gemeinsamen Statistikportal. Bei den StoryMaps handelt es sich um eine Kombination aus Texten, Grafiken und interaktiven Karten. Die erste StoryMap mit dem Titel „Landwirtschaftszählung 2020: Ein weltweiter Agrarzensus“ gibt einen Überblick über die Erhebungsmethodik und Erhebungsinhalte sowie den rechtlichen Rahmen der Landwirtschaftszählung 2020. Sie erreichen alle Informationen unter folgender Internet-adresse: https://lz2020.statistikportal.de Im Jahr 2020 fand europaweit eine umfassende statistische Bestandsaufnahme in der Landwirtschaft statt. Landwirtschaftszählungen liefern alle zehn Jahre zuverlässige statis-tische Informationen für Deutschland und seine Länder, aber auch für die Kreise und Gemeinden sind unter Beachtung der aktuell gültigen Geheimhaltungsbestimmungen Daten verfügbar.
Bei der Landwirtschaftszählung 2020 wurden in Bayern zum Stichtag 1. März rund 84 600 aktiv wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe ermittelt (deutschlandweit rund 262 800 Betriebe). Die endgültigen Ergebnisse der Erhebung werden in den kommenden Wochen neben den weiterhin bestehenden klassischen Veröffentlichungsformaten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder in Form so genannter StoryMaps veröffentlicht. – Bis dahin haben die vorläufigen Zahlen aus der Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik vom 21.01.2021 Bestand. Das Erhebungsprogramm umfasste bei allen Betrieben Fragen zu den Themen Boden-nutzung, Viehbestand, Rechtsform, ökologischer Landbau, Zwischenfruchtanbau und Bewässerung im Freiland, Eigentums- und Pachtverhältnisse, Betriebsleitung sowie Hofnachfolge und ermöglicht so regional tiefgegliederte Auswertungen. Bei stichproben-mathematisch ausgewählten Betrieben wurden zusätzlich Angaben zu den Themen Arbeitskräfte, Viehhaltungsverfahren und Weidehaltung, Wirtschaftsdüngerausbringung und -lagerung sowie die Gewinnermittlung und Umsatzbesteuerung erfragt.

 

Weitere StoryMaps zur Landwirtschaftszählung 2020 sind im Zeitraum von Juni bis Oktober 2021 zu folgenden Themen geplant:
• Die landwirtschaftlichen Betriebe
• Viehbestände
• Ökolandbau
• Wem gehört die Landwirtschaft?
• Tierhaltung im Wandel
• Arbeiten auf dem Land
• Lebensgrundlage Landwirtschaft
• Weinbau in Deutschland
• Leistungsträger Boden
Die Bereitstellung erfolgt im gemeinsamen Statistikportal, also schauen Sie unbedingt mal rein unter https://lz2020.statistikportal.de.


Klimaschutz für den Wald

„Die nachhaltige Nutzung unserer Wälder ist grundlegend für ihre Stabilisierung und für das Erreichen der ehrgeizigen nationalen und europäischen Klimaziele.“

 

Der Bundesrat liegt richtig, wenn er darüber hinaus ein starkes Plädoyer für die Verwendung des ökologischen Rohstoffes Holz und für dessen substituierende Wirkung im Gesetz festgeschrieben sehen will, denn: Der Einsatz von Holz führt zum einen zu einer Erhöhung der CO2-Speicherleistung und zum anderen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, da er klimaschädliche Ressourcen wie Kohle und Gas ersetzen kann. Diese substituierende Wirkung müsse den Sektoren Landnutzung und Forstwirtschaft zugerechnet werden, heißt es in der ergänzenden Empfehlung der Bundesratsausschüsse.

 

Doch der Rohstoff Holz ist nicht nur ein bedeutender Klimaschützer, er ist auch langlebig und wiederverwertbar. „Die Bedeutung von Holz und die Nachfrage danach etwa im Gebäudesektor haben stark zugenommen“, sagte von der Marwitz, „daher muss auch mit Blick auf die kommenden Generationen dafür gesorgt werden, dass ausreichend Holz zur Verfügung steht.“

 

Voraussetzung dafür sind die Wirtschaftswälder, die für den Nachschub von Holz sorgen und gleichzeitig mit ihrer CO2-Speicherleistung einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ausdrücklich wendet sich die Empfehlung der Ausschüsse des Bundesrates gegen die Stilllegung, d.h. gegen den Nutzungsverzicht, von Wäldern. Der Verzicht auf eine nachhaltige Holznutzung würde die Treibhausgasemissionen erhöhen, da die Speicherleistung der Wälder abnehmen und das fehlende Holz über weite Entfernungen hinweg aus häufig problematischen Herkünften importiert oder durch klimaschädliche Roh- und Werkstoffe ersetzt werden müsste.


Klimarechner für die Landwirtschaft

Ab sofort ist das erste Verfahren für die Kulturart Hopfen online. „Wir müssen künftig Landwirtschaft und Klimaschutz noch stärker verbinden und Synergien zwischen beiden Bereichen schaffen. Wenn wir mehr darüber wissen, wie sich die Nahrungsmittelerzeugung auf das Klima auswirkt, können wir sie auch klimafreundlicher machen. Den landwirtschaftlichen Betrieben kommt in der Klimapolitik eine Schlüsselrolle zu, sie sind Betroffene und gleichzeitig Teil der Lösung. Wir werden ihnen die Möglichkeit geben, ihren Betrieb auf ihre Klimawirkung zu analysieren“, sagte Landwirtschaftsministerin Kaniber.

Nachdem der Klima-Rechner im Hopfenanbau den Anfang markiert hat, folgen in den nächsten Monaten weitere typische Produktionsverfahren aus Pflanzenbau und Tierhaltung, wie zum Beispiel für die Milchkuhhaltung und der Winterweizenanbau. „Es ist mir wichtig, dass wir unseren Landwirtinnen und Landwirten wissenschaftlich fundierte Instrumente an die Hand geben, zur Standortbestimmung und zur Optimierung in Sachen Klimaschutz“ so die Ministerin.

Das Tool bietet Landwirtinnen und Landwirten eine einfache Möglichkeit, für die betrieblichen Produktionsverfahren einen CO2-Fußabdruck selbst zu ermitteln und klimafreundliche Produktionsweisen zu identifizieren. Zusätzlich werden auch ökonomische Aspekte berücksichtigt. Durch die Integration des Tools in den langjährig bewährten Online-Deckungsbeitragsrechner können in einem Schritt sowohl die Klimawirkung des eigenen Anbaus als auch dessen ökonomische Kennwerte berechnet werden. Diese Kombination ist in Deutschland einzigartig. Damit können Maßnahmen gefunden werden, die eine Reduktion der Emissionen bewirken und gleichzeitig Kosten einsparen. Der Landwirt kann neben der Nutzung seiner eigenen Betriebsdaten auch auf eine langjährige valide Datenbasis mit Standardwerten zurückgreifen, die in dieser Form beispiellos ist. Das Tool ist webbasiert, kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar. Für Sicherheit ist gesorgt: Die eingegebenen Daten werden weder gespeichert noch weiterverarbeitet. Die Ergebnisse können jedoch vom Anwender zur weiteren Verwendung exportiert werden und er behält somit die Datenhoheit.

 


Klimawandel in der Landwirtschaft

Beim Thema Freiflächen-PV ist es aus unserer Sicht wichtig, dass sich die Kommunen jetzt zeitnah mit diesem Thema befassen und die Gemeinden sich Konzepte, Ziele und geeignete Flächen überlegen, wo die Landwirte mit PV Anlagen, nicht nur auf den Dächern, sondern auch auf den Flächen, ihren Beitrag zur Produktion von erneuerbaren Energien leisten können. Wichtig hierbei ist, dass nicht Großinvestoren das Feld überlassen wird, sondern die Landwirte im Rahmen von Bürgerbeteiligungen weiterhin Herr über ihre kostbaren Ackerflächen bleiben. Dabei ist ein gesundes Gleichgewicht von Energie- und Lebensmittelerzeugung von besonderer Bedeutung, um die Anforderungen der verschiedenen Betriebsarten nicht zu gefährden und die Versorgung der Bürger mit Lebensmitteln sicher zu stellen. Eine gute Möglichkeit, um gleich mehrere Ziele auf einmal zu erreichen, stellen hier Agri-PV Anlagen dar, die durch Innovationsförderung künftig mehr kommen werden. Auf diesen Mehrnutzungsflächen kann gleichzeitig klimafreundlicher Sonnenstrom erzeugt, Pflanzen angebaut oder Biodiversitätsmaßnahmen durchgeführt werden. Auch eine Beweidung beispielsweise mit Schafen wäre möglich. Zentral für unser Klima wird das Thema Wald werden. Es wird mich Hochdruck nach Baumarten gesucht, die dem veränderten Klima standhalten. Der bisherige „Brotbaum“ Fichte hat Probleme mit den vermehrt auftretenden Trockenperioden und fällt immer mehr dem Borkenkäfer zum Opfer. Die vom Bund festgelegte Einschlagbegrenzung auf 85% der Vorjahresmengen ist hier eher kontraproduktiv und kommt viel zu spät, genau in einer Phase, wo die Holzindustrie händeringend nach frischem Fichtenholz etwa für Zimmereien sucht. Für einen Kubikmeter Schnittholz für Balken werden etwas zwei Kubikmeter Fichten Rundholz benötigt. Viele Forstbetriebe haben in den letzten Jahren aufgrund der Preissituation kaum Holz geschnitten und werden jetzt dafür bestraft. So dürfen Deutsche Waldbauern aufgrund der Einschlagbremse erst wieder ab dem 1. Oktober aus dem Vollen schöpfen. Aus dem Hause der Forstministerin Michaela Kaniber ist zu hören, dass eine Bagatellgrenze von etwa 70 Kubikmetern angedacht ist, um kleine Forstwirte beim klimastabilen Waldumbau aktiv zu unterstützen. Dies ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.
In den Waldstandorten Oberbayerns passen Tanne, Eiche und Buche recht gut. Auch neue Baumarten wie beispielsweise Douglasie oder Robinie werden gerne auf Teilflächen angepflanzt, um Erfahrungen damit zu sammeln. Der Umbau vom Fichtenwald zum Klimawald kostet natürlich Geld.Dies sind nur einige Beispiele für die künftigen Herausforderungen in der Landwirtschaft. Wir sind bereit dazu, uns als AG ELF an der politischen Gestaltung dieser Zukunftsthemen für den ländlichen Raum zu beteiligen, um hier mit Augenmaß Entscheidungen auf den Weg zu bringen. Die Landwirte in Oberbayern sind beim Klima Teil der Lösung”.

 


Die Kitze retten

Immer öfter übernimmt heute eine Drohne die Suche nach dem versteckten Nachwuchs. Das ist die sicherste Art, die Kitze zu finden, denn die Drohnen arbeiten mit einer Wärmebildkamera. Drohnen können mit der Schlagkraft in der Landwirtschaft mithalten. In nur wenigen Minuten wird die ganze Wiese ohne Unterbrechung abgesucht. Nach dem Flug erhält man automatisch die genauen Koordinaten von der Stelle, an der ein Kitz oder der kleine Hase liegen könnten. Mit Hilfe dieser Koordinaten kann der Jäger die Jungtiere in der Wiese schnell finden und bergen. Das kommt auch den Landwirten zugute. Sie können ihre Wiesen ohne Unterbrechung und ohne Zeitverlust mähen, entscheidend im engen Zeitfenster für die Futterernte.

 

Wie meldet man sich bei uns an?

 

Spätestens am Tag vor der Mahd ruft uns der Landwirt, oder der zuständige Jäger an und teilt den Ort und die Größe der zu mähenden Fläche mit. Die einfachste Weise, die Fläche mitzuteilen, ist das Verschicken einer markierten Karte (google earth, geoviewer, geoportal bayern, etc) per WhatsApp auf unser Einsatzhandy.Seit Frühjahr 2o19 suchen wir als kostenlosen Service für Landwirte und Jäger Wiesen vor der Mahd mit einer Infrarot-Suchdrohne nach Rehkitzen ab. In unserer Region steht zur Absuche der Wiesen die Wildtierhilfe Amerang zur Verfügung. Zur Abstimmung von Terminen für die Absuche kann unter den folgenden Kontaktdaten die Kitzrettung organisiert werden:

 

E-mail: kontakt@wildtierhilfeamerang.org

 

Oder per Mobiltelefon unter 0152/03 93 27 63 für den Bereich Rosenheim-Prien


Gute Aussichten

Die Öffnung zum 21. Mai kann erfolgen, wenn die Vorgaben der sogenannten Bundes-Notbremse eingehalten sind und auch eine stabile oder rückläufige 7-Tages-Inzidenz von unter 100 im betreffenden Landkreis oder in der betreffenden kreisfreien Stadt vorliegen.
Für die Öffnung hat der Bayerische Ministerrat am Montag den Weg bereitet und die Voraussetzungen festgelegt. Wichtigste Neuerung ist das begleitende Testkonzept. Voraussetzung ist ein negativer vor maximal 24 Stunden vorgenommener PCR-Test, POC-Antigentest oder ein Selbsttest der Gäste unter Aufsicht bei Anreise sowie weitere Corona-Tests alle weiteren 48 Stunden während des Aufenthalts. Für Gäste- und Naturführungen ist der Test notwendig, wenn eine 7-Tage-Inzidenz von 50 im betreffenden Landkreis oder der kreisfreien Stadt überschritten wird. Geimpfte und genesene Personen sowie Kinder bis zum sechsten Geburtstag sind von Testpflichten nach den allgemein geltenden Grundsätzen ausgenommen.
Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof mit einem gastronomischen Angebot auch im Innenbereich dürfen ausschließlich die eigenen Gäste bis 22 Uhr bewirten. Auch die Kur-, Therapie- und Wellnessangebote (z. B. Schwimmbäder, Fitnessräume, Solarien) dürfen für die Gäste geöffnet werden. Das ausführliche Rahmenkonzept für die Gastronomie steht unter: https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2021-311/


Spargelsaison im vollen Gange

Spargel gibt es in den Farben weiß, violett und grün. Aus botanischer Sicht besteht kein Unterschied. Grüner Spargel wird im Gegensatz zum weißen Spargel nicht unter der Erde in Dämmen kultiviert und färbt sich deshalb unter dem Einfluss des Sonnenlichtes und der Bildung von Chlorophyll grün. Dünne, grüne Spargelstangen müssen nicht geschält werden. Eine besondere Form des Grünspargels ist der violette Spargel, der wie Grünspargel oberirdisch wächst und wegen seines hohen Anteils an Anthozyanen äußerlich komplett violett gefärbt ist – im Inneren jedoch grün. Violetter Bleichspargel erhält seine leichte Färbung, wenn die Spitzen des weißen Spargels vor der Ernte den Boden durchbrechen und durch den Lichteinfluss die Bildung von Anthocyanen angeregt wird. Weißer Spargel wird gestochen, bevor die Spitzen aus der Erde ragen.

 

Seinen Gesundheitswert verdankt der Spargel dem geringen Kalorien- und dem hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Bei lediglich 20 kcal pro 100 g besticht Spargel mit hohen Gehalten an Kalium, Folsäure, Vitamin E und vielen weiteren gesundheitsfördernden Stoffen.

 

Die Qualität des Spargels, sein Aroma, seine Zartheit und sein Geschmack hängen vor allem von seiner Frische ab. Lange Transportwege gehen mit Qualitätsverlusten einher. Verbraucher sollten daher regionale, erntefrische Stangen bevorzugen.

 

Frischen Spargel erkennt man an:

 

  • fest geschlossenen Spitzen, die nicht beschädigt, hohl oder gespalten sind

  • leicht glänzenden, prall und knackig aussehenden Stangen, die leicht brechen

  • feuchten Spargelenden

 

Tipps zur Lagerung von Spargel:

 

  • Spargel hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks zwei bis drei Tage frisch, wenn die ungeschälten Stangen in ein feuchtes Tuch eingeschlagen werden.

  • Geschälter, unblanchierter Spargel eignet sich gut zum Einfrieren – für die Zubereitung am besten unaufgetaut in kochendes Wasser geben.

 

Tipps zur Spargelzubereitung:

 

  • Bereiten Sie Spargel möglichst frisch am Tag des Einkaufs zu.

  • Durch etwas Zitronensaft im Spargelsud behält weißer Spargel seine Farbe. Grüner Spargel bleibt grün, wenn er nach dem Kochen in Eiswasser abgeschreckt wird. Leicht violett verfärbter Spargel bleicht beim Kochen etwas aus.

  • Geben Sie eine Prise Salz und ein Stück Butter in das Kochwasser, um den Geschmack zu intensivieren. Eine Prise Zucker im Spargelsud bindet eventuell vorhandene Bitterstoffe.

  • Spezielle Spargeltöpfe, das sind hohe schmale Kochtöpfe mit Siebeinsatz oder Drahtgestell, in denen die Spargelstangen aufrecht stehend gegart werden, verhindern, dass die Spargelköpfe matschig werden. Das Wasser sollte nur zwei Drittel der Stangen bedecken, so dass die Spargelspitzen bei geschlossenem Deckel im Wasserdampf garen.

 

Rezept für Spargel-Schinken-Omelett:

 

Zutaten:

 

  • 500 g grüner Spargel

  • 1 EL Butter

  • 75 g Schinken

  • 1 Bund glatte Petersilie

  • 8 Eier

  • Salz, frisch gem. Pfeffer

  • 100 ml Sahne oder Milch

  • 2 EL Rapsöl

 

Zubereitung:

 

  1. Spargel nur am unteren Drittel schälen, die Enden knapp abbrechen, in mundgerechte Stücke schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und Spargel darin ca. 6 Minuten rundherum bissfest anbraten.

  2. Schinken in Streifen schneiden. Petersilie abspülen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und hacken.

  3. Eier aufschlagen und verquirlen. Eier mit Salz und Pfeffer würzen – Sahne oder Milch und Petersilie unterrühren. Dann Spargel und Schinken dazugeben.

  4. In einer Pfanne 1 EL Rapsöl erhitzen und die Hälfte der Ei-Spargel-Mischung hineingeben. Etwa 3 Minuten braten, vorsichtig wenden und noch einmal 2 Minuten braten. Das fertige Omelett auf einen ofenfesten Teller geben und im Backofen bei 100 °C warm halten. Die andere Hälfte ebenso backen und zusammen servieren.

 

Tipp: Falls kein grüner Spargel verfügbar ist, geht auch weißer Spargel. Diesen aber bitte ganz schälen. Je nach Dicke des Spargels kann sich die Anbratzeit etwas verlängern.

 

Bericht und Foto: Bayerischer Bauernverband

 


Holzmangel

Die jetzige Situation habe deshalb nichts mit der Beschränkung des Holzeinschlags zu tun. Diese wurde auf Bundesebene beschlossen, um die Preise für frisch geschlagenes Holz zu stabilisieren. „Die Bayerische Staatsregierung hat sich erfolgreich für eine Verkürzung der Laufzeit der Bundesverordnung bis Ende September und eine Ausweitung des Holzeinschlags von 70 auf 85 Prozent eingesetzt. Das wissen auch alle bayerischen Ministerien durch die Beteiligung im Vorfeld der Bundesratsentscheidung.“

Da die Knappheit von Holz auf dem bayerischen Bau vor allem mit den Exporten der Sägewerke ins Ausland zusammenhängt, „braucht es jetzt die Solidarität der deutschen Sägeindustrie mit den heimischen Zimmereien und Baufirmen“, so Kaniber. Und weiter: „Wir brauchen langfristige und verlässliche regionale Lieferketten und faire Preise sowohl für Bauherren als auch für unsere Waldbesitzer. Denn die Sägewerke brauchen die Abnehmer im Inland auch später wieder. Ich bin mir sicher, dass auch der Wirtschaftsminister seiner Verantwortung gerecht wird und entsprechende Gespräche mit der Sägeindustrie führen wird.“ Die Forstministerin betonte, den Aufbau langfristiger regionaler Handelsbeziehungen unterstützen zu wollen.

Eine Initiative zur Änderung der Bundesverordnung wäre nicht rasch umzusetzen und würde auf Widerstände anderer Länder stoßen. Auch würden dadurch vielen privaten Waldbesitzern erhebliche steuerliche Vorteile genommen. Um die Situation unbürokratisch zu entschärfen, könnte über die Einführung einer Bagatellgrenze bei Kleinwaldbesitzern vielen Beteiligten rasch geholfen werden. Kleinbetriebe werden bei den aktuellen Vollzugsvorschriften derzeit nämlich besonders belastet.

„Was auf keinen Fall eintritt, ist eine Knappheit bei Pizzaschachteln. Branchenkenner wissen, dass diese zu einem erheblichen Teil aus Altpapier hergestellt werden“, so Kaniber abschließend.

Schwärmflug der Borkenkäfer

Besonders wichtig ist es nach Aussage der Ministerin, Bereiche unter die Lupe zu nehmen, die bereits im Vorjahr befallen waren. Benachbarte Bäume sollten hier unbedingt auf frischen Befall mitkontrolliert werden. Diesen erkennt man gut am braunen Bohrmehl, das sich auf Rindenschuppen oder auf der Bodenvegetation ansammelt. Frisches Brutmaterial müsse konsequent aufgearbeitet und abgefahren oder mit einem Abstand von 500 m zum Wald gelagert werden. Zudem empfiehlt Ministerin Kaniber, Lagerkapazitäten für Borkenkäferholz aus dem vergangenen Jahr frühzeitig zu sichern und bei Bedarf weiter auszubauen. Die Bayerische Forstverwaltung unterstützt die Waldbesitzer auch in diesem Jahr mit konkreten Maßnahmen: Die Aufarbeitung von Borkenkäferholz ohne Einsatz von Insektiziden wird mit bis zu 12 Euro pro Festmeter, im Schutzwald und dessen Gefährdungsbereich sogar mit bis zu 30 Euro pro Festmeter gefördert.Sorge bereiten der Ministerin die unvermindert hohen Unfallzahlen bei der Waldarbeit: „Die Sicherheit muss im Wald immer an erster Stelle stehen.“ Der Einsatz professioneller Fachkräfte mit zweckmäßiger technischer Ausrüstung, ein geübter Umgang mit der Motorsäge, das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung sowie die Einhaltung der einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften sind Kaniber zufolge Grundvoraussetzung für ein möglichst unfallfreies Arbeiten im Wald. Umfangreiche Informationen zur aktuellen Borkenkäfergefahr finden Sie unter: www.borkenkaefer.org. Hilfestellungen zur Arbeitssicherheit finden Sie unter www.waldbesitzer-portal.bayern.de/arbeitssicherheit.

 


Aufstallung aufgehoben

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit begründet die verringerte Infektionsgefahr für Wild- und Hausgeflügel damit, dass die Hauptphase des Frühjahrsvogelzugs durchschritten sowie die Außentemperaturen ebenso wie die Sonneneinstrahlung zunehmen, wodurch es zu einer schnellen Inaktivierung des Erregers kommt. Trotzdem rät das Amt zur Vorsicht. Grundsätzlich muss nach wie vor mit dem Vorkommen der Aviären Influenza bei Wildvögeln gerechnet werden. Daher sind zum Schutz der Haus- und Nutzgeflügelbestände die gesetzlich vorgeschriebenen Präventions- und Biosicherheitsmaßnahmen durch die Tierhalter stets zu beachten und strikt einzuhalten. Der direkte Kontakt zu Wildvögeln, vor allem von Wasservögeln ist zu verhindern. Mitte März hatten Stadt und Landkreis die Aufstallung angeordnet. Betroffen waren im Landkreis rund 420 und in der Stadt knapp 25 Geflügelhalter.


Der Wolf ist zurück in Bayern

Der Wolf stellt eine riesige Gefahr für Weidetiere dar. Ein Nebeneinander von Weidehaltung und Wolfsrudeln ist nicht möglich – da können die Zäune noch so gut bzw. hoch sein! Bei einer Verdopplung der Wolfspopulation alle drei Jahre fordern wir eine Obergrenze an Wölfen und eine Regulationsmöglichkeit des Wolfsbestandes mit einer praktikablen Möglichkeit der Entnahme von Problemwölfen. Der Erhalt einer gesellschaftlich gewollten, tiergerechten Haltungsform und die traditionelle Kulturlandschaft in Bayern stehen auf dem Spiel – und damit letztlich auch der Naturschutz selbst“, sagt BBV-Umweltpräsident Stefan Köhler.

 

#WeidetiereOderWolf: Bayerns Bäuerinnen und Bauern teilen in einer Reihe Videos ihre Sorgen wegen der Ausbreitung des Raubtieres - schauen Sie jetzt rein!

 

Beim Umgang mit dem Wolf besteht Handlungsbedarf!
Mit Reproduktionsraten von jährlich bis zu 30 Prozent und ohne natürliche Feinde schreitet die Ausbreitung auch in Bayern rasant voran. Aktuelle Sichtungen listet das Bayerische Landesamt für Umwelt auf. Die nutztierhaltenden und grundbesitzvertretenden Verbände in Bayern verlangen ein entschlosseneres Handeln der Regierung im Umgang mit dem Wolf. In einem gemeinsamen Brief fordern der Bayerische Bauernverband, der Bayerische Waldbesitzerverband, der Verband Familienbetriebe Land und Forst Bayern sowie der Landesverband der Bayerischen Schafhalter die Politik auf, sich für eine Herabsetzung des Schutzstatus von Wölfen innerhalb der EU einzusetzen und damit die Voraussetzung für ein angemessenes Wildtiermanagement zu schaffen. ... lesen Sie hier die Pressemitteilung vom 29.04.2021

 

Nutztiere wie Schafe und Ziegen, aber auch in Gehegen gehaltenes Wild sowie Fohlen und Kälber stellen eine potenzielle Beute für Großbeutegreifer dar. „Immer mehr Kühe oder Schafe werden vom Wolf getötet. Die für Bayern so typische Weidehaltung ist gefährdet. Wenn das so weitergeht, haben wir bald nur noch Wolfsreviere statt Weidetiere!“, sagt Bauernpräsident Walter Heidl. Das stellt gerade Weidetierhalter, Schäfer und Bergbauern vor immense Probleme.

 

Weidetiere sind keine Streicheltiere

Dabei sollten die Erholungssuchenden stets darauf achten, dass Tore und Gatter geschlossen bleiben. Während Jungrinder neugierig und stürmisch sind, verteidigen Mutterkühe ihre Kälber impulsiv. „Ich bin immer wieder über Meldungen verwundert, bei denen Erholungssuchende Weidetiere scheinbar mit Streicheltieren verwechseln. Wir alle sollten fremden Tieren mit Vorsicht und Respekt begegnen und sie auch nicht füttern“, so die Ministerin weiter. Da nicht nur die Weidesaison startet, sondern auch Futterflächen wieder gemäht werden, sollten Hundehalter auf die Hinterlassenschaften ihrer Hunde besonders achten. Kot hat auf Wiesen und Weiden nichts zu suchen.

Erholungssuchende, die sich mit dem Auto auf den Weg zu ihrem Ausflugsziel machen, sollten beachten, dass Wald- und Feldwege oder Wiesen- und Ackerränder nicht als Parkplätze geeignet sind. Wildes Parken beeinträchtigt die Landwirte bei ihrer täglichen Arbeit enorm. „Lassen Sie uns einfach wieder mehr Rücksicht aufeinander nehmen“, so die Ministerin.

Als Weidetiere in Bayerns Grünlandregionen werden nicht nur Rinder und Pferde gehalten. Auch Ziegen und Schafe, ja sogar Gänse zählen zu den Weidetieren. Auf Almen und Alpen werden überwiegend Jungtierherden gehalten. Aber auch Mutterkuhherden und Milchkühe werden aufgetrieben, deren Milch frisch oder verarbeitet zum Beispiel als Bergkäse auf den Tisch kommen kann.

Die Weidetierhaltung zu erhalten und zu unterstützen, ist ein erklärtes Ziel Bayerns. Denn sie ist ein besonders tierwohlgerechter und ressourcenschonender Betriebszweig der Landwirtschaft. „Die extensive Beweidung von Grünland trägt nicht nur zum einzigartigen Charakter Bayerns bei, sondern auch zur Artenvielfalt“, so die Ministerin. Das ist besonders bei Schafen und Ziegen der Fall: „Die vierbeinigen, wolligen Rasenmäher, bewahren besonders wertvolle Tier- und Pflanzengesellschaften. In ihrer Wolle transportieren sie Samen und Insekten teilweise über weite Strecken. Auch so können Biotope mit einander vernetzt werden“, so Michaela Kaniber abschließend.

 


Hund und Kuh auf DU und DU

Es kann nicht sein, dass Hunde ihr „Geschäft“ auf fremden Grundstücken erledigen, damit der Hundekot nicht auf dem eigenen Grundstück liegt. Hundebesitzer finden es sicherlich auch nicht richtig, wenn fremde Hunde das „Geschäft“ auf ihrem Grundstück erledigen. Weiterhin bitten wir Sie, darauf zu achten, dass auch private Grundstücke, Wiesen und Äcker für den „Hundeauslauf“ nicht in Betracht kommen. Insbesondere für die Gemeindearbeiter ist es oft eine Zumutung, öffentliche Grundstücke, insbesondere Straßenbegleitgrün, zu mähen oder zu reinigen. Aber auch Privatpersonen und Landwirte haben bei der Nutzung ihrer Grundstücke häufig mit der Rücksichtslosigkeit so mancher Hundebesitzer schon Erfahrungen gemacht. Den Auslauf auf Wiesen und Feldern im Außenbereich bitten wir zu unterlassen (vgl. gesetzlicher Hinweis). Der Kot der Hunde enthält häufig Parasiten wie den Hundebandwurm, die durch das Mähwerk breitflächig verteilt werden und dann im Futtertrog der Kühe landen. Dies hat u.a. zur Folge, dass Kühe erkranken, häufiger Fehl- und Totgeburten erleiden oder die betreffenden Kühe teilweise bis zu einem dreiviertel Jahr keine Milch mehr geben. Um künftig derartige Beschwerden abzuwenden, bitten wir Sie, liebe Hundefreunde, beherzigen Sie unseren Aufruf!


Inventur für Bayerns Wälder

Und damit das so bleibt, bauen wir unsere Entscheidungen auf eine möglichst gute Datenbasis. Alle zehn Jahre sammeln unsere Försterinnen und Förster stichprobenartig Daten über dieses einzigartige Ökosystem. Es ist eine Mammutaufgabe, die nahezu zwei Jahre in Anspruch nimmt. Sie ist aber unglaublich wichtig und wertvoll“, sagte die Ministerin.

Die Gesellschaft hat vielfältige Ansprüche an das Ökosystem Wald. Anhand der gewonnenen Ergebnisse wird bewertet, ob die Wälder in Bayern sowie in ganz Deutschland ihre Funktion als Lebensraum, Klimaschützer und Rohstofflieferant erfüllen. Die Erhebungen sind gleichzeitig auch Basis für internationale Berichte, wie etwa das Kyoto-Protokoll und die Klimarahmenkonvention. In den kommenden zwei Jahren werden bayernweit rund 100.000 Bäume vermessen. Neben Baumart, Alter und Wachstum der Bäume, werden auch naturschutzrelevante Parameter und das Totholz mit aufgenommen. Daraus können der aktuelle Zustand des Waldes und seine Veränderung seit der letzten Bundeswaldinventur im Jahr 2012 abgeleitet werden. Erstmals werden bei dieser vierten Bundeswaldinventur auch DNA-Proben genommen, um die genetische Vielfalt zu ermitteln. Auch das Thema Digitalisierung spielt eine größere Rolle, so werden versuchsweise moderne Fernerkundungsdaten genutzt.

Die bundesweite Bestandsaufnahme der Wälder findet alle zehn Jahre unter der Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums statt. Allein in Bayern werden bei dem Stichprobenverfahren ca. 8.000 Inventurpunkte vermessen. Mit den Ergebnissen der Bundeswaldinventur wird frühestens 2024 gerechnet. Weitere Informationen gibt es unter www.bundeswaldinventur.de.

 


Osterei ist nicht gleich Osterei

„Es gibt weiße Hühner, die braune Eier legen und braune Hühner, die weiße Eier legen. Der Grund dafür ist die Geflügelrasse.“ Die Gene entscheiden. Bei Rassen, die braune Eier legen, geht die Färbung auf Pigmente aus dem roten Blutfarbstoff und dem Gallenfarbstoff zurück, die der Organismus des Huhns ausscheidet und der sich außen auf der Kalkschale des Eis ablagert. „Viele meinen, dass braune Eier gesünder sind oder besser schmecken“, sagt Ertl. Statt auf die Farbe der Eierschale sollten Verbraucher genauer auf die Verpackung und aufs Produkt schauen, denn der Stempel auf dem Ei beschreibe die Herkunft exakt. Die erste Zahl gibt Aufschluss über die Haltungsform. Dabei steht die 0 für die ökologische Haltung, eine 1 für Freilandhaltung und die 2 für Bodenhaltung. Die 3 steht für die Kleingruppenhaltung. Während der Ländercode „DE“ für Deutschland steht, gibt die erste Zahl nach dem Ländercode das Bundesland an, aus dem das Ei stammt, zum Beispiel 09 für Bayern. Anschließend folgt eine vierstellige Identifikationsnummer für den Herkunftsbetrieb. Hat ein Betrieb mehrere Ställe, so steht die letzte Ziffer für den Stall, in dem die Henne lebt.
In Deutschland wurden 2018 rund 12,32 Mio. Eier erzeugt, davon rund zwei Drittel aus Bodenhaltung, rund 20 Prozent aus Freilandhaltung und 11 Prozent aus ökologischer Erzeugung. In Bayern steht über die Hälfte der Hennen in Bodenhaltung, knapp 14 Prozent werden im Freiland gehalten. Der Anteil der Kleingruppenhaltung ist weiter rückläufig. Etwa 500.000 Hennen werden in Öko-Betrieben gehalten, das sind 7 Prozent der Legehennen in Bayern. Käfighaltung bei Legehennen ist seit 2010 in Deutschland und seit 2012 in der gesamten EU verboten. Eier aus sogenannten ausgestalteten Käfigen (Kleingruppen) werden jedoch nach wie vor in der Verarbeitungsindustrie eingesetzt.


Einigung der Agrarminister bei GAP

Am Ende haben sich Vernunft und Sachargumente gegen Ideologie durchgesetzt. Insgesamt bleibt bei den Direktzahlungen ein Anteil von rund 60 Prozent einkommenswirksam. Das war immer ein erklärtes Ziel Bayerns“, so Kaniber. Die Ministerin zeigte sich überrascht, „wie schwer es war, für die kleinen Betriebe mehr Unterstützung zu erreichen. Nach den öffentlichen Verlautbarungen war zu vermuten, dass dieses Ziel unstrittig wäre. Weit gefehlt! Reden und Handeln klaffen bei den grünen Kollegen weit auseinander. Bayern musste daher seine ganze Kraft einsetzen. Aber es ist gelungen.“

Der bayerischen Agrarministerin war es besonders wichtig, gegen harten Widerstand grüner Agrarminister die kleinen und mittleren Betriebe künftig deutlich zu stärken. „Das ist es, was unsere Bürger und unsere bäuerlichen Betriebe in Bayern von einer fairen Agrarpolitik erwarten. Das haben wir nun über einen deutlich erhöhten Förderzuschlag auf die ersten sechzig Hektare erreicht. Eine Kappung und Degression wäre für Bayern auch sinnvoll gewesen, davon hätten aber unsere Betriebe in Bayern keinen Euro abbekommen. Die nun vereinbarten zwölf Prozent der Direktzahlungen für die Förderung der kleinen Betriebe mussten hart erkämpft wer-den, sind aber ein dringend notwendiges politisches Signal an die bäuerlichen Betriebe, dass gerade Bayern für sie eine gute Zukunftsperspektive will“, so die Ministerin.

Insgesamt würden die EU-Direktzahlungen in Deutschland aber auch deutliche Schwerpunkte für mehr Umwelt- und Klimaschutz setzen. Ein Viertel der EU-Direktzahlungen sollen in den Jahren 2023 bis 2027 für Ackerbrachen, Blühflächen, Altgrasstreifen, weite Fruchtfolgen mit Eiweißpflanzen, Agroforstsysteme und extensive Grünlandnutzung zur Verfügung stehen. Dabei können hohe Umweltleistungen in der zweiten Säule nach EU-Möglichkeit angerechnet werden. „Und wir unterstützen unsere Schaf-, Ziegen- und Mutterkuhhalter künftig mit einer Tierprämie.“

„Es ist uns gelungen, Verwerfungen zu vermeiden und den Betrieben Planungssicherheit und Stabilität zu geben. Nur so kommen wir bei den großen Herausforderungen in der Landwirtschaftspolitik weiter: Auf der einen Seite wollen wir mehr Verständnis und Wertschätzung für die Leistung und die Produkte unserer Bäuerinnen und Bauern. Auf der anderen Seite möchten wir den Erwartungen der Gesellschaft und unserer Verantwortung für die Schöpfung gerecht werden. Die jetzige Mittelverteilung macht das möglich, gemeinsam mit den Bauern nachhaltige Landwirtschaftspolitik zu machen“, so Kaniber. Agrarpolitik ist eben mehr als nur Umweltpolitik. Es geht um Menschen, Familien, Betriebe und Heimat.

Mit einer beschlossenen Umschichtung von Direktzahlungen in die entsprechenden Landesprogramme beginnend mit zehn und endend bei 15 Prozent bedeutet das eine durchschnittliche Umschichtung von etwas über zwölf Prozent in dieser Förderperiode. „Das tut wirklich sehr weh, aber wir sind erleichtert, höhere Umschichtungen verhindert zu haben. Diese Mittel wollen wir gut nutzen für weitergehende Agrarumweltmaßnahmen und den aufwachsenden Ökolandbau, aber auch für Maßnahmen im ländlichen Raum wie Dorferneuerung, Leader und Investitionen in moderne und tierwohlgerechte Ställe“, sagte Bayerns Landwirtschaftsministerin.

Schon zuvor beschlossen, aber besonders wichtig ist für Kaniber die bessere Förderung von Junglandwirtinnen und Junglandwirten über die EU-Direktzahlungen. „Die Grünen Berufe haben Zukunft. Wir lassen die nachfolgende Generation nicht zurück, sondern wir wollen sie ermutigen, in einen der schönsten und abwechslungsreichsten Berufe einzusteigen. Beste Lebensmittel erzeugen und dazu Umwelt und Heimat mitgestalten – das darf sich getrost Traumberuf nennen. Und mit dieser GAP bringen wir junge Menschen diesem Ziel sicher ein Stück näher“, so Bayerns Landwirtschaftsministerin.

Der Beschluss regelt allerdings noch nicht abschließend alle Details. Entscheidungen in Brüssel zur Gemeinsamen Agrarpolitik in den kommen-den Wochen werden noch berücksichtigt werden müssen. „Aber die wesentlichen Entscheidungen sind getroffen, damit haben unsere Betriebe frühzeitig Klarheit“, so Kaniber abschließend.


Mehrfachantragsstellung ist eröffnet

Erstmals umfasst der Mehrfachantrag – der seit Jahren vollständig online abgewickelt wird – auch die Ausgleichszahlung für Gewässerrandstreifen (GWZ), die Landwirte zum Schutz und zur naturnahen Entwicklung der Gewässer angelegt haben. Voraussetzung ist, dass die Gewässerrandstreifen in der Feldstückskarte vorher digitalisiert werden. Antragsschluss für den Mehrfachantrag 2021 ist der 17. Mai. „Die Förderung honoriert die zahlreichen Leistungen unserer Landwirte, die diese für die ganze Gesellschaft erbringen. Die Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie wichtig die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln ist“, so Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Um wegen der Corona-Pandemie direkte Kontakte zu vermeiden, rät das Ministerium den Landwirten eindringlich, bei der Antragstellung die Möglichkeiten des Online-Verfahrens über das Serviceportal iBALIS (www.ibalis.bayern.de) zu nutzen. Fragen beantworten auch die Sachbearbeiter am zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten telefonisch über die Hotline-Nummer. In einem Anschreiben hat jeder Antragsteller zudem einen persönlichen Telefon-Termin bei seinem Sachbearbeiter erhalten. Bei diesem Termin geht der Sachbearbeiter mit dem Landwirt online am Bildschirm den Antrag durch und klärt offene Fragen rechtzeitig vor Fristende. Das persönliche Erscheinen im Amt ist nicht notwendig. „Ich bin stolz darauf, dass wir durch Digitalisierung unseren Service verbessern und gerade in Zeiten von Corona die Zahl der Kontakte verringern können“, so Kaniber. Alle Unterlagen und Informationen zum Mehrfachantrag sind unter www.stmelf.bayern.de/förderwegweiser und www.ibalis.bayern.de zu finden.

 


Welche Rolle spielt Gewässerschutz

Landwirte sind sich Verantwortung bewusst
Mit 49 Prozent der Landesfläche ist die Landwirtschaft die größte Flächennutzerin in Bayern und hat damit einen potenziell großen Einfluss auf Grund- und Oberflächengewässer. Dieser Verantwortung sind sich die bayerischen Bauernfamilien bewusst, wohlwissend, dass die Prozesse in der Natur sehr komplex und meist unberechenbar sind. So sind Wirksamkeit und Verluste von Dünger und Pflanzenschutzmitteln u. a. abhängig von Bodenart, Geologie, Niederschlag und Temperatur, Ertragspotenzial u. v. m. – ein umfangreiches Forschungsfeld für die Agrarwissenschaften. Wissenschaftliche Erkenntnisse und technischer Fortschritt haben z. B. den Düngemitteleinsatz in den letzten 35 Jahren wesentlich effizienter gemacht, sodass der Nährstoffbilanzsaldo bei Stickstoff von 90 auf unter 40 kg/ha gesunken ist. Auch beim Pflanzenschutz tragen exakte Düsen und geringere Aufwandmengen zur Reduzierung unerwünschter Verluste bei. Forschung wird hier weiterhin Verbesserungen bringen. Ganz ohne Verluste wird es aber nie möglich sein, solange in der Natur und nicht im Labor oder auf Nährsubstrat unter Glas produziert wird.

 


Kooperativer Ansatz beim Gewässerschutz

 

In Bayern gilt beim Gewässerschutz – innerhalb des ordnungsrechtlich abgesteckten Rahmens – das Prinzip „Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht“, also ein kooperativer Ansatz. Dies hat auch einen guten Grund, denn kein landwirtschaftlicher Betrieb und kein Acker ist wie der andere, sodass individuelle und maßgeschneiderte Gewässerschutzmaßnahmen viel effizienter wirken wie pauschale gesetzliche Regelungen. Je nach Gelände, Bodenart, Kultur und Klima gilt es, die geeigneten und wirtschaftlich tragfähigen Maßnahmen für den einzelnen Betrieb zu ergreifen – dies gelingt am besten mit individueller Beratung und unter Berücksichtigung der Erfahrung des Betriebsleiters, der seine Flächen am besten kennt.

 

Gemäß dem Prinzip des kooperativen Gewässerschutzes hat die Bayerische Staatsregierung im Jahr 2017 zusammen mit Erzeugern, Wasserversorgern, Institutionen und Verbänden – darunter auch der Bayerische Bauernverband – den sogenannten Bayerischen Wasserpakt geschlossen. Ziel dessen ist es, alle Kräfte zu bündeln, um auf freiwilliger Basis, ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben, eine Verbesserung des Zustandes unserer Gewässer nach der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Hier fließen auch die vielfältigen schon bestehenden kooperativen Ansätze mit ein.

 

 


Gemeinsam den Wald von morgen bauen

Das ist praktizierter Klimaschutz. Ich freue mich sehr, dass wir ihnen dabei auch künftig mit Fördermitteln auf Rekordniveau unter die Arme greifen können“, sagte die Ministerin im Vorfeld des Internationalen Tag des Waldes (21. März). Kaniber und Ziegler waren sich einig, dass die Mammutaufgabe Waldumbau nur im Schulterschluss aller Beteiligten zu meistern ist.

Die riesige Nachfrage nach staatlichen Zuschüssen für die Waldpflege im vergangenen Jahr zeigt, dass die attraktiven waldbaulichen Förderangebote ankommen: Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Anzahl der geförderten Maßnahmen in etwa verdreifacht werden. Der positive Trend wird sich der Ministerin zufolge in diesem Jahr fortsetzen. Auch deshalb, weil die Bayerische Forstverwaltung die Förderung rund um den Wald Anfang des Jahres nochmals verbessert hat: Es gibt höhere Zuschüsse für den Bau von Waldwegen und erstmals sind auch Holzlagerplätze förderfähig, um große Schadholzmengen künftig für den Markt besser zwischenlagern zu können. Zudem gibt es höhere Fördersätze und noch praxisnähere Fördermaßnahmen im Vertragsnaturschutzprogramm Wald, das in Zusammenarbeit mit der Umweltverwaltung freiwillige Naturschutzmaßnahmen im Wald bezuschusst.

Für eine kostenlose und gemeinwohlorientierte Beratung der Waldbesitzer sind die Kontaktdaten der Försterinnen und Förster der Bayerischen Forstverwaltung unter www.försterfinder.de zu finden. Nützliche Infos für Waldinteressierte und Waldbesitzer sowie die Angebote der Bayerischen Forstverwaltung gibt es hier: www.waldbesitzer-portal.bayern.de

Umwelt und Bauern schützen

Unser Fokus liegt auf der kleinstrukturierten bäuerlichen Landwirtschaft“, sagte die Ministerin vor der zweiten Sondersitzung der Agrarministerkonferenz, die am Mittwoch (17. März) stattfindet. „Die Kollegen sollten den weiteren Entscheidungsprozess nicht mit unrealistischen Forderungen weiter hinauszuzögern. Wir alle wollen, dass die Gemeinsame Agrarpolitik noch mehr als bisher zum Umwelt- und Klimaschutz beiträgt. Wir dürfen aber auch nicht übersehen, dass die EU-Agrarpolitik mehr ist. Sie unterstützt auch unsere Bauernfamilien, die mit ihrer Arbeit für unser aller täglich Brot sorgen und einen entscheidenden Beitrag leisten, dass unser Land attraktiv und lebenswert bleibt“, sagte die Ministerin. Sie appelliert an alle Länderkollegen, sich für eine bäuerliche Landwirtschaft einzusetzen und diese künftig auch finanziell besser zu fördern.

Michaela Kaniber empfiehlt, sich bei der Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft am Modell Bayern zu orientieren. In Bayern seien schon jetzt über 50 Prozent europäischer Agrargelder in der 2. Säule der GAP an ökologische Zwecke gebunden. Jeder zweite Betrieb und damit jeder dritte Hektar landwirtschaftlicher Fläche nehmen in Bayern bereits über das Kulturlandschafts- oder Vertragsnaturschutzprogramm an Agrarumweltmaßnahmen teil. Ministerin Michaela Kaniber: „Wer jetzt lautstark mehr Ökologisierung bei den Agrarzahlungen für ganz Deutschland einfordert, lenkt in Wirklichkeit von Versäumnissen im eigenen Land ab.“

Das Gesetzgebungsverfahren in Deutschland, das regelt wie die Gemeinsame Agrarpolitik der EU in Deutschland umgesetzt wird, muss bis Ende Juni abgeschlossen sein, damit Deutschland termingerecht bis Ende des Jahres seinen Nationalen Strategieplan zur neuen GAP in Brüssel einreichen kann. „Ich und sieben weitere Länderkolleginnen und -kollegen haben parteiübergreifend einen gemeinsamen Kompromissvorschlag an Bundesministerin Klöckner gerichtet, weil die Zeit ungemein drängt. Wir können nicht auf ein Ende der Verhandlungen in Brüssel warten, weil danach die EU-Kommission auch nicht auf Deutschland warten wird“, sagte Kaniber im Vorfeld der Sonderkonferenz.

Bericht: Bayerisches Landwirtschaftsministerium


Steigender Zuschußsatz

Der Zuschusssatz im Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) wird auf 40 Prozent erhöht. Das freut mich sehr, weil es um ein wichtiges Anliegen geht. Die Betriebe sollten sich schon jetzt auf die beiden Antragsrunden für die Einzelbetriebliche Investitionsförderung (EIF) vorbereiten, sie starten demnächst“, sagte die Ministerin. Anträge für die erste Runde können in der Zeit vom 13. April bis zum 12. Mai bei den örtlich zuständigen Landwirtschaftsämtern abgegeben werden. Die unmittelbar folgende zweite Antragsrunde endet dann am 1. Oktober 2021. Wichtig ist bei beiden Programmen, dass die erforderlichen Antragsunterlagen einschließlich der notwendigen baurechtlichen Genehmigung zu den genannten Endterminen vollständig vorliegen.
Bei den Milchviehbetrieben geht es um die Umstellung von Anbindehaltung auf Laufstallhaltung. „Mit der verbesserten Förderung von Laufställen in der Milchviehwirtschaft zeigen wir, dass wir die zunehmend hinterfragende Einstellung der Öffentlichkeit und der Vermarkter gegenüber der Anbindehaltung von Milchkühen ernst nehmen“, sagte Ministerin Michaela Kaniber.
Bei den Zuchtsauenhaltern steht die Umsetzung der neuen Tierschutznutztierhaltungsverordnung im Mittelpunkt. Die Tiere bekommen mehr Platz, das Ende der Kastenstandhaltung ist beschlossen. „Die Betriebe leiden seit Jahren unter schwierigen Rahmenbedingungen. Für die notwendigen Umstellungen während der Übergangsfrist können wir sie nun bestmöglich unterstützen. Das gibt ihnen Planungssicherheit“, sagte die Landwirtschaftsministerin.
Betriebe, die sich diversifizieren wollen und ein zweites betriebliches Standbein schaffen oder ausbauen, finden mit der Diversifizierungsförderung ein attraktives Programmangebot.
Die aktualisierten Antragsunterlagen werden rechtzeitig im Internet-Förderwegweiser unter www.stmelf.bayern.de/foerderwegweiser zur Verfügung gestellt.


Junge Menschen...

....wir wollen euch

Die Arbeit im Zusammenspiel mit der Natur, mit Lebewesen und im jahreszeitlichen Wechsel kann unglaublich erfüllend sein. Gleichzeitig ist es eine große Chance zur persönlichen Entwicklung und Entfaltung. Sei es die Kreativität im Bereich Gartenbau, der feine Umgang mit Pferden oder die Kunst aus Weinreben erlesene Weine oder Säfte zu produzieren. Lebensmittel nachhaltig zu produzieren oder Wälder zukunftsfähig zu gestalten sind Herausforderungen, die wichtiger und aktueller kaum sein könnten“, sagte die Ministerin.

 

Auf der Internet-Seite „www.ausbildungswochen.bayern“ können sich Jugendliche bereits vorab über die verschiedenen Berufe informieren, von Land- und Fischwirten, über Gärtner und Milchtechnologen bis hin zu Hauswirtschafterinnen. Allein im Bereich der sogenannten „grünen Berufe“ gibt es ca. 5.000 Auszubildende in Bayern. Im Agrarbereich werden Ausbildungen für 15 verschiedene Berufe angeboten. Darüber hinaus gibt es im Bereich Gartenbau oder Hauswirtschaft spezielle Ausbildungsgänge für junge Menschen mit Behinderung. Einzelne spannenden Berufsportraits von Jugendlichen aus dem Bereich der „grünen Berufe“ sind in einem Blog zugänglich. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber wird sich im Laufe der Aktionswoche mit Auszubildenden austauschen und sich über ihre Berufsvorstellungen informieren. So wird unter anderem eine Videokonferenz mit den Top-Absolventen in den Agrarberufen und ein Besuch auf einem Ausbildungsbetrieb stattfinden.

 

Ziel der Woche der Aus- und Weiterbildung ist es, junge Menschen, die sich für eine Ausbildung interessieren, mit Experten, Ausbildungsbetrieben und Azubis zusammenzubringen. Vom 15. bis zum 21. März ist „www.ausbildungswochen.bayern“ Corona-bedingt der zentrale Treffpunkt für junge Menschen. Hier finden sich Antworten auf viele Fragen. Mädchen und Jungen sowie interessierte Eltern und Lehrkräfte erhalten hier Informationen, Tipps und Informationen rund um die Ausbildung. „Junge Menschen haben Tatkraft, neue Ideen und Visionen und genau dies braucht die Land- und Forstwirtschaft. Wir wollen den Jugendlichen im Rahmen der Aktionswoche zeigen, welche berufliche Vielfalt wir ihnen zu bieten haben. Außerdem sind „grüne Berufe“ wichtig bei der Bewältigung der großen Zukunftsaufgaben wie Ernährungssicherheit, Energiewende und Klimawandel“, so die Ministerin.


Ausgleichszahlungen für Gewässerrandstreifen

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu heute in München: „2021 wird das Jahr der Flüsse und Bäche. Unser Ziel sind renaturierte und ökologisch funktionsfähige Fließgewässer und Auen sowie eine noch bessere Vernetzung der Lebensräume. Gewässerrandstreifen sind Hot Spots für die Artenvielfalt. Ich will entlang unserer Gewässer blühende Bänder schaffen, die sich als Lebensadern für Tiere und Pflanzen durch Bayern ziehen. Die EU hat uns jetzt grünes Licht für Ausgleichszahlungen an die Landwirte gegeben. So können wir ein wichtiges Signal der Partnerschaft senden. Das ist ein großer Schritt auf unserem Weg zu mehr Artenvielfalt und Gewässerschutz.“

 Gewässerrandstreifen sind prägend für das Landschaftsbild und haben wichtige Funktionen im Naturhaushalt und beim Gewässerschutz. Sie sind Puffer gegen Stoffeinträge wie etwa Pflanzenschutzmittel, bieten Schutz vor Abschwemmungen und können artenreiche Lebensräume begründen.
Weitere Informationen zu Gewässerrandstreifen in Bayern unter
www.bestellen.bayern.de/shoplink/stmuv_wasser_016.htm.

 


Frauen ein Gesicht geben

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) macht sich seit jeher für einen stärkeren Einfluss von Frauen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stark. So fordert der Verband, stabile Rahmenbedingungen für eine gerechte Teilhabe von Frauen in allen Bereichen zu schaffen sowie gesellschaftlich konstruierte Rollenbilder kritisch zu hinterfragen.

 

Frauen brauchen jedoch in erster Linie Möglichkeiten und Bühnen, um diese Rolle verantwortungsvoll ausüben zu können, um Vorbild für weitere Frauen zu sein, die sie wiederum darin bestätigen, mit Mut und Durchsetzungsvermögen eigene Wege zu gehen. Denn wo Fähigkeiten und Kompetenzen von Frauen nicht sichtbar sind, werden vorsätzlich verkrustete Rollenbilder fortgeschrieben.

 

Wir sehen uns als LandFrauen hier in guter Gesellschaft und verbündet mit den Frauen aus Kultur, Film und Fernsehen. Diese werden seit Jahren nicht müde, auf die Diskrepanz von weiblichen Rollenzuschreibungen, realem Können und mangelndem Zutrauen in ihre Fähigkeiten hinzuweisen“, so dlv-Präsidentin Bentkämper. „Weniger Klischees über Frauen, mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten, stärkere Akzeptanz von Diversität — das zeichnet eine moderne emanzipierte Gesellschaft aus, die an der Zukunft arbeitet. Der Deutsche LandFrauenverband als die gesellschaftliche Kraft für Frauen im ländlichen Raum fordert alle Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger


Regionale und gesunde Ernährung

Vor allem in kleineren Haushalten in mittleren und großen Städten zeigt sich diese Entwicklung. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. „Darauf bauen wir auf. Wir tun alles, um bei den Verbrauchern weiter das Bewusstsein für gutes und gesundes Essen zu wecken. Deshalb empfehlen wir: Nehmen Sie saisonale Zutaten aus regionaler Erzeugung! Das ist die beste Voraussetzung für eine ausgewogene und gesunde Ernährung“, so die Ministerin. „Als Wirtstochter habe ich von klein auf gelernt, wie wichtig gesundes Essen ist. Das gebe ich nicht nur an meine Kinder weiter, sondern auch im Rahmen vieler Projekte und Initiativen als bayerische Ernährungsministerin“.

Den Wert einer gesunden Ernährung Eltern und Kindern gleichermaßen näher zu bringen, haben sich die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf die Fahnen geschrieben, Unterstützung erhalten sie dabei vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn). Im Netzwerk junger Eltern und Familien stehen praktische Tipps für eine ausgewogene Kinderernährung und ausreichend Bewegung im Mittelpunkt, und es ist somit ein wertvoller Ratgeb
er gerade während der Corona-Pandemie. „Die in meinen Augen beste Kombination für eine gesunde Ernährung ist eine frische Küche aus regionalen Lebensmitteln vom Erzeuger vor Ort“, so die Ministerin abschließend.


Miteinander in Feld und Flur

Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat Tipps für ein verständnisvolles und nachbarschaftliches Miteinander zusammengestellt.Spaziergänger, Radfahrer, Freizeitsportler und Hundehalter bewegen sich in Gebieten, die in erster Linie landwirtschaftlich genutzt werden und der Erzeugung von Lebensmitteln dienen. Landwirte sind deshalb dort unterwegs, um ihrer Arbeit nachzugehen. Hier sind Rücksicht und Verständnis erforderlich. Schließlich handelt es sich oft auch um große, schwer manövrieren Maschinen. Zudem steht den LandwirtInnen wetterbedingt oft nur ein enges Zeitfenster für die Arbeiten zur Verfügung.Ein anderes Thema betrifft den „besten Freund des Menschen“: den Hund. Nicht selten stöbern freilaufende Hunde auf Wiesen und Äckern Tiere auf, wie gerade im Frühjahr junge Hasen, Kitze oder Jungvögel. Oft bleibt auf den Flächen auch Kot zurück. Deshalb bitten die Landwirte auch hier um Rücksicht: Das Häufchen des Vierbeiners gehört in den Müll –genauso wie Reste, die der Mensch nach einem Picknick oder einer Rast hinterlässt. Unrat kann Tiere krank machen oder sie können sich daran verletzen. Nicht zuletzt bittet der Bauernverband alle in der Natur Aktiven, auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben –auch und gerade, damit der Lebensraum von Pflanzen und Tieren geschützt wird.Den Flyer mit Tipps für ein verständnisvolles und nachbarschaftliches Miteinander gibt es unter www.BayerischerBauernVerband.de zum Download.


Unterstützung für Imker

Ebenso wichtig wie die Beratung ist aber auch eine unabhängige Forschung zur Bienengesundheit. Denn der Klimawandel bringt schon jetzt deutliche Veränderungen für die Bienen mit sich“, sagte die Ministerin. Trockene Sommer mit wenig Nektarangebot oder milde Winter, in denen sich die Varroa-Milbe vermehren kann, seien für Bienen und Imker eine große Herausforderung. Auch im Bereich der Forschung und Lehre sei der Freistaat ein verlässlicher Partner: So erhalten das Institut für Bienenkunde und Imkerei mit der staatlichen Fachberatung neue, moderne Räumlichkeiten. In den Neubau des Instituts investiert der Freistaat rund 15 Millionen Euro.

Um allen Bienen – Wildbienen wie Honigbienen – gute Lebensbedingungen zu bieten, habe der Freistaat die Anstrengungen bei der Förderung extensiver Bewirtschaftung noch verstärkt. „So entstehen für Tier und Pflanze abwechslungsreiche Agrarlandschaften“, sagte Michaela Kaniber. Allerdings könne der Staat den Markt nicht ersetzen: „Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass wir mit unseren Einkaufsentscheidungen auch über die Produktionsweise der Lebensmittel bestimmen“, so Kaniber. Der Griff zu regionalen und ökologischen Produkten unterstütze Bienen, Bauern und eine vielfältige Kulturlandschaft.

Thema bei dem offenen Gespräch war auch die Notfallzulassung für Neonicotinoide zur Beizung von Zuckerrübensaatgut in Teilen Frankens. Die Ministerin betonte, dass es sich um eine Ausnahmesituation mit strengen Auflagen handle, um die existenzbedrohende Virusausbreitung einzudämmen. Die Aussaat werde vom Institut für Bienenkunde und Imkerei mit einem Monitoring begleitet, um etwaige Schäden an Honigbienen schnellstmöglich erkennen zu können. Die Anstrengungen zur Zucht resistenter Rübensorten müssten noch verstärkt werden.

Die Ministerin sicherte Spiegl zu, auch künftig mit allen Imkerverbänden die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit fortzuführen.

Tierwohlpreis ausgesetzt

Bewerben können sich alle landwirtschaftlichen Nutztierhalter. Auch alle anderen Personen können prämierungswürdige Haltungs- oder Managementlösungen vorschlagen, wenn die betroffenen Betriebsleiter einverstanden sind. Die Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 16. Mai 2021 eingereicht sein. Entweder per Post mit dem Stichwort „Nutztierwohl-Preis“ beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Ludwigstr. 2, in 80539 München oder per E-Mail unter nutztierwohlpreis@stmelf.bayern.de.

 

Die detaillierten Teilnahmebedingungen, Bewerbungsformulare und weitere Infos gibt es unter www.landwirtschaft.bayern.de/nutztierwohlpreis.  Aus den eingereichten Vorschlägen ermittelt eine unabhängige Experten-Jury, die mit Vertreten aus Tierschutz, Wissenschaft, Berufsstand, Verwaltung und Praxis besetzt ist, einen oder mehrere Sieger. Die Gewinner werden voraussichtlich im August 2021 bekanntgegeben.


Die Zukunft mitgestalten

Nach den Worten der Ministerin ist das zu 50 Prozent aus Landesmitteln kofinanzierte EU-Programm ein wichtiger Baustein in der Strategie des Freistaats für starke ländliche Räume. Im Mittelpunkt stehen die Lokalen Aktionsgruppen, in denen Kommunen, Vereine, Verbände, Unternehmen, aber auch einzelne Bürgerinnen und Bürger an konkreten Projekten zusammenarbeiten. „Die breite Beteiligung in allen Landesteilen gehört zu den besonderen Stärken von LEADER. Das Programm lebt von dem großen Engagement der Akteure vor Ort, die mit Herzblut aktiv ihre Heimat gestalten“, sagte Ministerin Michaela Kaniber.

Die derzeit 68 bayerischen LAG sind auf rund 86 Prozent der Landesfläche aktiv. In der laufenden Förderperiode wurden seit 2014 bereits mehr als 1.400 Projekte bewilligt, in den kommenden beiden Übergangsjahren werden weitere hinzukommen. Insgesamt stehen dafür in diesem Zeitraum 126 Millionen Euro zur Verfügung. Die Projekte reichen von der Verbesserung der Grundversorgung über den Tourismus und das kulturelle Erbe bis hin zum Umweltschutz oder sozialen Zusammenhalt. „Jede dieser einzelnen Maßnahmen ist einzigartig für die Region, denn die Idee kommt von den lokalen Akteuren, sie wird von ihnen entwickelt und umgesetzt“, so Ministerin Kaniber. In Zukunft wird es ihren Worten zufolge noch mehr darum gehen, Regionen widerstandsfähig in Krisen und wandlungsfähig gegenüber künftigen Herausforderungen zu machen.

Weitere Infos zum LEADER-Programm, Details zur Interessensbekundung und Beispiele bereits erfolgreich realisierter Projekte in Bayern sind im Internet ab 15:30 Uhr unter www.leader.bayern.de zu finden.


Landfrauen: Existenzgründung für Frauen

So kann sie ein Weg in die eigene Existenzsicherung und Altersvorsorge sein und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch individuell zugeschnittene Arbeitszeiten ermöglichen. Außerdem können Frauen als Arbeitgeberinnen zum Vorbild werden und so auch den örtlichen Arbeitsmarkt aktiv beeinflussen.

 

Mit dem Projekt „Selbst ist die Frau“ will der dlv Frauen als innovative Kräfte in den Regionen halten und sie für die Möglichkeit der Existenzgründung sensibilisieren. Dazu initiiert er Netzwerke, in denen (potenzielle) Gründerinnen bei ihrem Vorhaben unterstützt und ermutigt werden. Acht LandFrauen mit Gründungserfahrung wurden deshalb zu Gründungslotsinnen ausgebildet. Diese bieten Workshops rund um die Selbstständigkeit an und vermitteln gründungsinteressierte Frauen an Beratungsstellen weiter.

 

Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, Wissen über Gründerinnen im ländlichen Raum zu bündeln und zu erweitern. So wurden in einer Fachkonferenz im April 2019 die Bedarfe von Gründerinnen im ländlichen Raum erörtert. Außerdem hat der dlv eine Studie zur Situation von gründungsinteressierten Frauen und Existenzgründerinnen im ländlichen Raum durchführen lassen. Mehr Informationen zu den Ergebnissen der Fachkonferenz und zur Studie finden Sie hier.

 

Das Projekt startete am 1. Januar 2019 und endet am 30. Juni 2021. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


Landwirtschaft erhalten

„Wir wollen in Bayern unsere bäuerliche Landwirtschaft in ihrer Vielfalt erhalten und modern gestalten. Das geht aber nur, wenn wir, wie beispielsweise beim Volksbegehren, aber auch bei der Umsetzung der GAP, unsere eigenen Gestaltungsspielräume nutzen können und sie nicht durch Bundesregelungen ausgehebelt werden“, sagte Kaniber nach dem Gespräch.

Die Ministerin zeigte Verständnis für die Sorgen der Bauernschaft. „In diesem von vielen Wahlen geprägten Jahr darf nicht erneut die Landwirtschaft, dürfen nicht erneut unsere Bäuerinnen und Bauern, unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zum Spielball politischer Interessen werden“, sagte die bayerische Agrarministerin. Das vergangene Jahr habe deutlich gezeigt, „dass sie alle in vieler Hinsicht systemrelevant sind – für die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln, für den Erhalt der Kulturlandschaft und ganz klar auch für den Klima- und den Artenschutz.“ Das gehe nur im fairen Miteinander, aber nicht mit Schuldzuweisungen und sich überbietenden Vorschriften und Verboten, so Ministerin Kaniber.

Der neue Präsident des Bayerischen Bauernverbandes in Oberbayern heißt Ralf Huber. Der 54-jährige Landwirt bewirtschaftet zusammen mit seinem Sohn einen ökologischen Ackerbaubetrieb im Oberallershausen (Landkreis Freising).

 


Virtueller Kreisbauerntag

BBV- Kreisobmann Josef Bodmaier begrüßte zuerst alle Teilnehmer des Vortrags. Zu Beginn informierte er, dass für die rund 30.000 Betriebe bis zum bis 11. Februar im Online-Verfahren ein Nachfolger gewählt wird. Es stehen hierfür zwei Kandidaten zur Wahl. Rückblickend sagte Bodmaier: „Die Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz und mit den Grünen, sowie mit den Herren des Landratsamtes ergebnisorientiert und ohne Konfrontation gewesen ist.“ Ebenso sprach er die Aktion „Bauern mit Bauern“ an. Zur deutschen und bayerischen Düngeverordnung bat er darum, keinen Widerstand, sondern die BBC-Lösungsansätze zu beachten. Es ist gut, dass wir Bauern das eigene Trinkwasser schützen wollen.
Zur Bahntrasse für den Brennerbasistunnel: „Beim Brennerbasistunnel stehen wir natürlich hinter unseren Bauern“ – zu diesem Thema erklärte der BBV-Kreisobmann, dass eine 33 Seiten starke Stellungnahme mit dem Amt für Landwirtschaft und mit der Regierung von Oberbayern verfasst wurde. „Wenn in Tirol alles unterirdisch gebaut wird und bei uns nicht, dann sind die Rosenheimer Bauern Bürger II. Wahl“, so der Kreisobmann.
Kritisch zeigte sich Bodmaier zur
Anbindehaltung. Er meinte zweifelnd: „Hier suchen der Lebensmittel-Einzelhandel und die Molkereien Wettbewerbs- und Markt-Vorteile. Gleichwohl war es schon immer so, dass sich die Landwirte an neue Gegebenheiten anpassen mussten und investiert haben.“ Weitere Themen des Vortrages waren der Tierschutz und das Tierwohl. Den Abschluß des Kreisbauerntag machte Dr. Willi Kremer-Schillings, bekannt als Bauer Willi, mit dem Thema, Das Bild der Bauern - mehr Mut zur kreativen Kommunikation.

 

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