Bewusster einkaufen hilft sparen

Für die Landfrauen im Bayerischen Bauerverband ist klar, dass z. B. beim Kauf von regionalen und saisonalen heimischen Lebensmitteln die Ressourcen geschont werden und damit ein wichtiger Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit geleistet wird. „Hierbei steht nicht der Verzicht im Vordergrund, sondern eine bewusste Kaufentscheidung“, betont die Landesbäuerin. Denn regionale und saisonale Produkte stehen für:

eine sehr gute Ökobilanz durch kurze Transportwege im Gegensatz zu Waren die u. U. aus fernen Ländern mit dem Flugzeug nach Deutschland importiert werden
sehr guten Geschmack da z. B. Gemüse und Obst voll ausreifen können
höchste Qualität durch ständige unabhängige Kontrollen
mehr Wertschätzung für die bayerischen Bäuerinnen und Bauern
• eine
starke heimische Wirtschaft durch Arbeitsplätze in der Region mit fairen Arbeitsbedingungen.

 

Hilfreich bei der Suche nach heimischen Produkten sind  u. a. die beiden Qualitäts- und Herkunftskennzeichen „Geprüfte Qualität Bayern“ und „Geprüfte Qualität Bio Bayern“. Produkte mit diesen Siegeln garantieren höchste Qualität hergestellt in Bayern.

 

Landfrau haben ihren Traumberuf gefunden

Bäuerinnen in Bayern tragen zentral zur Stabilität der landwirtschaftlichen Betriebe bei. „Die Frauen sind die Schlüsselfiguren auf den Höfen. Ihre Bedeutung kann nicht hoch genug geschätzt werden. Die allermeisten Frauen lieben ihren Beruf, allerdings sind sie großen Herausforderungen und starken Belastungen ausgesetzt. Das wollen wir angehen. Vor allem den enormen Arbeitszeiten für Hof und Familie und bei der sozialen Absicherung der Frauen werden wir ansetzen“, sagte Ministerin Michaela Kaniber bei der Vorstellung der neuen Bäuerinnenstudie im Rahmen einer Online-Veranstaltung zusammen mit Landesbäuerin Anneliese Göller.
„Die Studie zeigt, dass die Frauen weit über die klassischen weiblichen Bereiche hinaus Verantwortung im Betrieb tragen. Die Bäuerin ist das Herz des Hofes“, sagt Landesbäuerin Göller.

 


Ein wissenschaftliches Team von Professorin Dr. Jutta Roosen, Leiterin des Lehrstuhls für Marketing und Konsumforschung an der Technischen Universität München, hat rund 2.300 Frauen im Alter von 18 bis 82 Jahren aus dem ländlichen Raum befragt. Mit der Studie liegt nun nach zehn Jahren wieder eine breite aktualisierte Datenbasis zur Arbeits- und Lebenssituation der bayerischen Bäuerinnen vor.

 


Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört, dass die allermeisten Landfrauen ihren Traumberuf gefunden haben: Bei der Frage nach der Lebenszufriedenheit sind die überwiegende Mehrheit der Bäuerinnen (67 Prozent) mit ihrem Leben zufrieden und sagen, dass sie wichtige Lebensziele erreicht hätten. Knapp 90 Prozent der Bäuerinnen schätzen ihre Bedeutung für den landwirtschaftlichen Betrieb als groß ein. Durch ihre hohe Verantwortung für den Betrieb und eine partnerschaftliche Aufgabenteilung nehmen sie eine zentrale Rolle ein und leisten zum Einkommen einen wesentlichen Beitrag. 60 Prozent der Landfrauen bringen durch eine Berufsausbildung außerhalb der Land- oder Hauswirtschaft weitere Qualifikationen auf die Höfe und setzen damit Impulse. Bäuerin sein bedeutet aber auch, viele Arbeitsstunden und wenig Freizeit. Zwei Drittel der Frauen sind dennoch mit der guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf zufrieden. Fast zwei Drittel der Bäuerinnen sind trotz hoher Arbeitsbelastung ehrenamtlich aktiv.

 


Vier von fünf Landfrauen schmerzt es persönlich, dass das Image ihres Berufs schlecht ist. So wünschen sich viele Bäuerinnen neben mehr Freizeit, vor allem eine bessere Anerkennung ihres Berufs durch die Gesellschaft und die Medien. Die Studie zeigt auch, dass die Zukunftsängste beträchtlich sind. Die soziale Absicherung bei persönlichen und beruflichen Schwierigkeiten macht den Landfrauen Sorgen.

 


Verbraucherkompetenz in ländlichen Regionen

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) ist davon überzeugt, dass nur aufgeklärte Verbraucherinnen und Verbraucher selbstbestimmt entscheiden und für ihre Interessen gegenüber Politik und Wirtschaft einstehen können. Hier setzt der dlv seit 2019 mit seinem Projekt „LandFrauenGuides — Verbraucherinfos auf's Land gebracht" an und stärkt die Verbraucherkompetenz in ländlichen Regionen.

 

Unter dem Motto „Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf!“ will der dlv 2021 innerhalb seiner Aktionstage mit zahlreichen regionalen Veranstaltungen Orientierung im Dickicht des Verbraucheralltags geben. „Angesichts der zahlreichen digitalen Erfahrungen während der Pandemie müssen wir alle wissen, welche Pflichten es zum Beispiel für den Datenschutz bei Videokonferenzen gibt oder unter welchen Bedingungen Stornierungen möglich sind, welche Ersatzansprüche wir haben oder welche Zahlungen geleistet werden müssen“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. „Rechte zu kennen, ist die eine Seite, aber gleichzeitig sind wir als mündige Bürgerinnen und Bürger gefordert, kompetent das Wissen anzuwenden und unter Beweis zu stellen“, sagt Petra Bentkämper mit Verweis auf die Aktionstage 2021.

 

Verbraucherinformation und Verbraucherberatung sind ein Schlüssel für hohe Lebensqualität und gleichberechtigte Teilhabe. Die Deutschen LandFrauen bringen diese Anliegen entscheidend voran: mit tatkräftigem Engagement gerade für den ländlichen Raum. Für unser Gemeinwesen liegt darin ein wertvoller Dienst“, so die Schirmfrau der Aktionstage Christine Lambrecht, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz.

 

Der offizielle Startschuss für die Aktionstage fällt am 30. April 2021.