Spendenfreudige Strickdamen

 

Es geht ganz schön unter die Haut, wenn man erfährt, wieviel Leid, Armut und Elend es gibt, und das sehr anschaulich aus dem Munde von Menschen erklärt, die täglich damit konfrontiert sind. So geschehen bei den „Soyener Strickdamen“ an ihrem ersten Handarbeitstreffen im neuen Jahr. Nachdem es bekanntlich wegen der dramatischen Witterungsverhältnisse, wie geplant vor Weihnachten nicht mehr geklappt hat, wurden gleich am Jahresanfang die Vertreter der sozialen Organisationen eingeladen, die explizit für den Erhalt von Spenden ausgewählt wurden. Bis auf Frater Emanuel, von der Obdachlosenhilfe St. Bonifaz in München, der krankheitsbedingt absagen musste, waren sie alle gekommen. An einer riesigen langen Kaffeetafel, die ausgesprochen liebevoll, bunt und faschingsmäßig dekoriert war,  fanden alle Platz. Maria Rummel begrüßte die Anwesenden sehr herzlich, vorab die Strickdamen mit vielen Worten  des Lobes und der Anerkennung für deren unermüdliche Arbeit,  ihr großes Engagement und den daraus resultierenden unglaublichen Erfolg. Um sich überhaupt ein Bild der jeweiligen Organisationen machen zu können, wurden deren Vertreter um einen kurzen Einblick gebeten. So nahm Frau Ruoff als erste sehr gerne diese Gelegenheit wahr. Sie berichtete über die Einrichtung „Mattisburg“ am Chiemsee, in der ausschließlich schwerst traumatisierte, missbrauchte oder misshandelte Kinder in Obhut genommen und schulisch betreut werden. Sie brauchen eine ganz spezielle und besondere Betreuung, die gerade diese Einrichtung bieten kann. Auch die Spende an den Frauen- und Mädchennotruf Rosenheim hat Frau Gack, die ehrenamtlich für diese Organisation tätig ist, mit großer Freude entgegengenommen. Ihr Einblick in einen Bereich, wo Frauen und Mädchen mit Gewalt und Schrecken konfrontiert sind, oft jahrelang, bis sie den Mut oder die Möglichkeit haben, sich zu outen, kann man sich nur schwer vorstellen. Die „Wasserburger Tafel“ wird schon seit einigen Jahren von den Strickdamen durch Spenden unterstützt. Gerne sprach auch Renate Steinbichler über die momentane Situation bei der „Tafel“. Erschreckend, wie sich die Zahl ihrer „Kunden“, wie sie respektvoll genannt werden, zunimmt. Spenden ermöglichen, diesen Menschen auch einmal etwas Besonderes  anzubieten, was sie sich einfach nicht leisten können. Der „Wasserburger Wunschbaum“, für Peter Fichter seit vielen Jahren eine Herzensangelegenheit, erzählte was man sich darunter vorstellen kann, wann und warum er ihn ins Leben gerufen hat und wie berührend es ist, vor Weihnachten den Kindern die Geschenke persönlich zu überreichen. Auch er nahm freudestrahlend die Spende entgegen. Berührt, ergriffen, aber berechtigt unglaublich stolz, sind die „Soyener Srickdamen“ über ihren tollen Erfolg im vergangenen Jahr. Immerhin konnten sie insgesamt eine Spendensumme von 9.000 Euro vertrauensvoll an die Vertreter der Organisationen überreichen, die damit Menschen helfen, die Hilfe und Unterstützung dringend brauchen. Ein besonderer Nachmittag, mit gegenseitiger Anerkennung und Respekt und den besten Wünschen beim Auseinandergehen, dass vor allem die Freude an der jeweiligen Tätigkeit nie versiegen möge.
Maria Rummel