Neues vom Artenhilfsprogramm

Feuersalamander


Dem Feuersalamander droht Gefahr: Quellbächen fehlen häufig natürliche Strukturen sowie Laubbäume im Uferbereich. Dort suchen seine Jungen im Gewässer nach Nahrung und Versteck. Außerdem sind in den heißen Sommern der letzten Jahre immer mehr Quellbäche ausgetrocknet, so dass sich die Feuersalamander nicht fortpflanzen konnten.

Neuerdings wird der Schwanzlurch zusätzlich durch den aus Asien eingeschleppten und für den Feuersalamander tödliche Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) bedroht. Leider ist Bsal 2020 auch in Bayern angekommen. Betroffen sind Regionen im Steigerwald, im Landkreis Unterallgäu und im Landkreis Augsburg. Dies führte im Steigerwald bereits zu einem merklichen Rückgang der Feuersalamander. An den anderen Standorten sind bislang nur Molche betroffen.

Das Artenhilfsprogramm Feuersalamander, ein Gemeinschaftsprojekt des bayerischen Naturschutzverbands LBV
– Landesbund für Vogel- und Naturschutz, des Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) und des Landesverbandes für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V. (LARS) möchte die Bestände schützen. “Durch das Projekt haben wir einen größeren Überblick, wo Feuersalamanderbestände existieren”, so Sabine Pröls, Geschäftsstellenleiterin der LBV-Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach. An ausgewählten Strecken wird über mehrere Jahre die Entwicklung der Bestände überprüft. Weiter wurden über das Projekt lebensraumverbessernde und besucherlenkende Maßnahmen umgesetzt, die im Alpenvorland vor allem Stefanie Mühl, LBV-Regionalkoordinatorin im Projekt, begleitete. Außerdem werden Feuersalamander und andere betroffene Schwanzlurche regelmäßig auf Bsal getestet. Mit der Kombination der Maßnahmen möchten wir erreichen, dass sich Bsal langsamer ausbreitet und der Feuersalamander mehr Zeit bekommt, um z.B. Resistenzen gegen den Pilz zu entwickeln, so die Projektkoordinatorin vom LBV.

Der Pilz haftet sich an Profile von Reifen und Schuhen. Durch Forstmaschinen, Autos, Mountainbiker und Wanderer können die Sporen des tödlichen Salamanderfresserpilzes verschleppt werden. Jeder kann mithelfen, eine ungewollte Verbreitung von Bsal zu bremsen: Wer im Wald unterwegs ist, sollte Feuersalamander nicht berühren, Reifen anschließend mit dem Dampfstrahler reinigen und das Profil der Schuhe auswaschen. Das gilt besonders, wenn zwischen verschiedenen Waldgebieten gewechselt wird oder jemand sogar aus bereits verseuchten Gebieten kommt. Wirklich sicher ist eine Desinfektion der Schuhe mit einer 70-prozentigen Alkohollösung wie z.B. Brennspiritus, der auf 70 Prozent verdünnt wird. Dies hilft auch gegen andere Seuchen (z.B. afrikanische Schweinepest). Die Desinfektion sollte auf festen Wegen und Plätzen und weit weg von Fließ- und Stillgewässern vorgenommen werden.

In den letzten drei Jahren wurde viel erreicht: Hinweis- und Informationsschilder zum Feuersalamander und Bsal wurden in vielen Gemeinden aufgestellt, zahlreiche Salamander-Gumpen wurden als Laichgewässer angelegt, Totholz an bedeutenden Laichplätzen eingebracht, Bäche von Müll, Schutt und Unrat befreit. Zudem wurden alte, nicht mehr genutzte Quellfassungen entfernt, sodass die Quellbäche wieder frei fließen können und als Lebensraum für die Larven des Feuersalamanders wieder zur Verfügung stehen.

2024 ist das letzte Jahr des Projekts, indem die Naturschutzverbände nochmal kräftig anpacken wollen. Dieses Jahr sollen insbesondere Weideroste mit Amphibienausstiegshilfen ausgestattet werden und weitere Quellbäche für den Feuersalamander verbessert werden.

Alle können mithelfen, den Feuersalamander zu schützen, indem sie uns lebende und tote (nicht überfahrene) Tiere melden (online über www.feuersalamander-bayern.de). Fragen und Anregungen dürfen gerne an die Regionalkoordinatorinnen Stefanie Mühl (stefanie.muehl@lbv.de) und Sabine Pröls (sabine.proels@lbv.de) gerichtet werden.