Telegramm ist Vergangenheit

Das Telegramm ist Geschichte: 170 Jahre, nachdem der Amerikaner E.P.Smith diese Bezeichnung im Jahr 1852 für telegrafisch übermittelte Nachrichten erfand, hat die Deutsche Post dieses Produkt nun zum Jahresende eingestellt. Zum Abschied wurden 3228 Telegramme versendet. Nach Mitteilung der Deutschen Post DHL Group nutzten an den letzten beiden Werktagen des Jahres 2022 noch einmal jeweils mehr als 3000 Kunden das Telegramm. Am 31. Dezember waren es genau 3228. Zum Vergleich: in den Vorjahren wurden gerade einmal 200 und 300 Telegramme versendet – pro Monat!

Lange Zeit war das Telegramm weltweit die schnellste Art zu kommunizieren. In knappen Zeilen wurden besonders wichtige politische oder militärische Nachrichten übermittelt, aber auch solche private Natur wie Hochzeiten oder Geburten. Eine gekürzte Sprache sowie das Weglassen von Personalpronomen und Adjektiven – jedes Wort und jedes Zeichen kostete schließlich Geld – zeichneten Telegramme aus. Wahlweise konnten die Kunden Schmuckblätter auswählen, um ihren Botschaften den nötigen Glanz zu verleihen. In den letzten Jahren sank die Nachfrage nach diesem Produkt auf Privatkundenseite jedoch immer mehr, lediglich Unternehmen und Verwaltungen nutzten dieses Produkt noch in nennenswertem Umfang, beispielsweise bei Firmenjubiläen oder als Einladungen.

In anderen Ländern gibt es schon lange keine Telegramme mehr

2018 hatte die Deutsche Post bereits den Versand von Telegrammen ins Ausland eingestellt. Die Deutsche Post war zuletzt eines der wenigen Postunternehmen weltweit, das überhaupt noch ein Telegramm-Produkt anbot. In den letzten Jahren haben verschiedene Post- und Telekommunikations-Unternehmen das Telegramm aus dem Produktangebot gestrichen, unter anderen in Indien, Thailand, Frankreich, Österreich und der Schweiz.

Deutsche Post DHL Group