Fallzahlenentwicklung 4.1.22

 


Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 29.12.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 656 neue Fälle (am 29.12.2021: 657) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 44.422 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 35.702, Stadt: 8.720). Verdachtsfälle auf die Omikron-Variante (B.1.1.259) durch positive variantenspezifische PCR (vPCR): kumulativ 263 (Vorwoche: 66); bestätigte Fälle durch Genomsequenzierung: kumulativ 14 (Vorwoche: 5).

 

Die Auswertung der Fälle seit 1. Dezember ergibt, dass trotz der Impfbemühungen etwa 17 Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Über die Hälfte der Fälle (59 Prozent) lagen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. 8 Prozent der Fälle traten bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren auf. Für diese Altersgruppe existiert eine Empfehlung der STIKO. Alle diese Infektionsfälle wären grundsätzlich durch eine Impfung vermeidbar. 12 Prozent der Fälle traten bei Kindern und Jugendlichen von 5 bis unter 12 Jahren auf und 4 Prozent bei Kindern bis unter 5 Jahren. Die STIKO hat ihre COVID-19-Impfempfehlung aktualisiert und Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen die Impfung gegen COVID-19 empfohlen. Bei individuellem Wunsch können dann Kinder in diesem Altersbereich auch ohne Vorerkrankung geimpft werden.

 

In den Heimen in Stadt und Landkreis befinden sich die Krankheitsfälle bei Bewohnern und auch bei Mitarbeitern weiter rückläufig aber auf hohem Niveau. Dabei ist der Anteil der positiv getesteten vollständig geimpften Bewohner weiterhin hoch; die Verlaufsformen sind in der Regel milde. Die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter war ungeimpft. So bestanden COVID-19-Infektionsgeschehen in der letzten Woche in 17 Alten- und Pflegeheimen bei 35 Bewohnern (24 davon waren vollständig geimpft = 69%, 8 nicht geimpft = 23%, 3 unvollständig geimpft) und 28 Mitarbeitern (14 nicht geimpft = 50%, 13 vollständig = 46%, einer unvollständig geimpft). 9 Heimbewohner (2 davon ungeimpft) mussten hospitalisiert werden.

 

Die hohe Zahl der positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohner ist dabei keineswegs Beweis einer fehlenden Impfeffektivität. Erstens: sie ist ein deutliches Signal dafür, dass bei den Betagten und Hochbetagten dringend Auffrischimpfungen erforderlich sind, wenn die Impfserie vor einem halben Jahr stattfand, zweitens: die weitgehend milden Verlaufsformen zeigen eine noch vorhandene Schutzwirkung zumindest gegen schwerste Verläufe und drittens: je höher der Anteil der Geimpften unter den Bewohnern in den Heimen ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass unter allen Personen, die sich infizieren, vollständig Geimpfte betroffen sind. Sofern bislang keine Impfung erfolgte oder nicht vollständig geimpft wurde, sollten dringend Nachholimpfungen verabreicht werden. „Ich appelliere noch einmal nachdrücklich an alle Beschäftigten in der Pflege und Therapie, dem Service und dem Reinigungsdienst in Pflegeheimen sowie an die Angehörigen der Pflegebedürftigen, die sich bislang noch nicht für eine Impfung entscheiden konnten, sich einen vollständigen Impfschutz geben zu lassen. Ungeimpfte setzen die in den Einrichtungen betreuten und behandelten Bewohnerinnen und Bewohner einer unnötigen Gefahr aus. Ich finde diese Haltung auch ethisch nicht vertretbar. Völlig unverständlich ist für mich auch, dass sich unter den positiv getesteten Bewohnern immer noch fast ein Viertel Ungeimpfte befunden haben. Ich appelliere eindringlich an Angehörige und Betreuer, ihrer Verantwortung nachzukommen und klar für eine Impfung einzutreten“, verdeutlicht Hierl.

 

 

 

Mittlerweile wurde bei mindestens 28.196 Personen eine Genesung* dokumentiert. 732 Personen (am 29.12.2021: 728) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 634, Stadt: 98). Von den Verstorbenen waren 33 (am 29.12.2021 33) Personen unter 60 Jahren. 482 (am 29.12.2021: 480) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 4 Personen (am 29.12.2021: 10) gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren zwei Personen über 80 Jahre. Zwei der verstorbenen Personen waren in einem Heim betreut worden.

 

114 (am 29.12.2021: 151) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 25 Patienten (am 29.12.2021: 24) auf einer Intensivstation.

 

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 05.01.2022 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 250,04 (am: 29.12.2021 161,97), für den Landkreis Rosenheim bei 243,39 (am: 29.12.2021 211,68).

 

 

 

* Mit den Begriffen „Genesung und Genesene“ werden „nicht aktive Fälle“ bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um „Genesene im Sinne des § 2 Nr. 3 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung“. Somit sind diese Personen – sofern nach einem halben Jahr nach der akuten Infektion keine zusätzliche Impfung erfolgt ist – grundsätzlich nach 6 Monaten wieder als empfänglich für eine Infektion anzusehen.