Der Milchmarktbericht 2021

 


In den ersten 11 Monaten des Jahres 2021 lag der durchschnittliche Erzeugerpreis für konventionelle Kuhmilch in Deutschland bei 35,3 Ct/kg und damit über dem zehnjährigen Mittelwert (ca. 33,5 Ct/kg). Auch für Schlachtkühe und Kälber konnten die Milchviehbetriebe im Jahr 2021 überdurchschnittliche Preise erzielen. Dennoch konnte das Jahr 2021 nicht zur wirtschaftlichen Entspannung bei den Milcherzeugern beitragen, denn auch die variablen Kosten für zum Beispiel Eiweiß-Futtermittel, Diesel oder Dünger sind in den vergangenen Monaten erheblich angezogen. Milchleistungsfutter als eine wesentliche Einflussgröße der Milchproduktionskosten notierte im Jahresdurchschnitt 2021 zum Beispiel 20 % höher als im Jahr 2020.

 

Was bringen die kommenden Monate? Das Corona-Geschehen hat deutlich vor Augen geführt, wie groß die Zahl der Einflussfaktoren auf die Erzeugerpreise in einem global integrierten Milchmarkt sind. Verlässliche Preisprognosen für das Jahr 2022 sind deshalb nahezu unmöglich. Dementsprechend bleibt die Bedeutung des Managements von Preisrisiken sowohl für Milcherzeuger als auch Milchverarbeiter groß. Kurz vor den Feiertagen kann man sich an der EEX über Warenterminkontrakte Erzeugerpreise in Höhe von umgerechnet 51 Ct/kg im Jahresmittel für 2022 absichern. Die Akteure im Milchmarkt setzen derzeit also auf einen extrem festen Milchmarkt in den kommenden Monaten. Diese Beobachtung deckt sich mit den aktuell deutlich anziehenden Notierungen für alle Milchprodukte. Ein spürbares Plus der Erzeugerpreise ist mit Blick auf die herausfordernde wirtschaftliche Lage vieler Milcherzeuger also nicht nur angezeigt, sondern für die deutschen Molkereien auch umsetzbar.