Was sich 2022 alles ändert

 

 

 

Das neue Jahr steht kurz bevor, und es wird sich einiges verändern. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sind das vor allem gute Dinge. BR24 hat die wichtigsten Neuerungen für 2022 zusammengefasst.

 

Umweltschonender leben, Plastikmüll vermeiden oder auch weniger Auto fahren – im Jahr 2022 dürften einige gute Vorsätze vergleichsweise leicht umzusetzen sein. Denn es treten neue Gesetze in Kraft, die vor allem den Umweltschutz im Blick haben.

 

Plastik und Pfand

 

Im neuen Jahr gilt die nächste Stufe des EU-Plastikvermeidungsplans: Nach Trinkhalmen und Plastikgeschirr werden Plastiktüten weitgehend aus dem Einzelhandel verschwunden sein. Einzig der sogenannte Hemdchenbeutel aus der Obst- und Gemüse-Ecke darf noch bleiben.

 

 

Genauso wird auch die Pfandpflicht erweitert. Alle Getränkedosen und Getränke in Plastikflaschen sollen ab dann zurück in den Recycling-Kreislauf kommen. Ausnahmen gibt es nur noch für Milchgetränke, die in Plastik verpackt sind.

 

Für Produkte und Waren, die mindestens ein digitales Element enthalten – also beispielsweise eine Software, müssen die Händler in Zukunft ein sogenanntes "funktionserhaltendes Update" bereithalten. Und die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen über so ein Update informiert werden. Damit soll verhindert werden, dass Produkte weggeschmissen werden, nur, weil die Software nicht mehr funktioniert.

 

Verlängerte E-Auto-Prämie und Führerschein-Umtausch

 

Etwa die Hälfte aller Stadtbewohner und sogar 80 Prozent aller Landbewohner bringen ihre Einkäufe mit dem Auto nach Hause. Das ist nicht unbedingt umweltschonend – deshalb wird die Bundesregierung die E-Auto-Prämie um ein weiteres Jahr verlängern. Mit ihr und dem Umweltbonus können bis zu 9.000 Euro staatlicher Förderung für ein neu gekauftes Elektroauto rausspringen.

 

Apropos Auto: Autofahrer der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958 müssen bis zum 19. Januar ihren "Lappen" umtauschen. Und: aller Wahrscheinlichkeit nach sollen im neuen Jahr die Regelungen für Verbandskästen aktualisiert werden. Dann müssen immer zwei Masken mitgeführt werden.

 

Wer mit der Bahn reist, darf im Freistaat zwar mit einem etwas besser ausgebauten Schienennetz rechnen, allerdings wird der Fahrkartenverkauf im Zug abgeschafft. Wer also bei Fahrtantritt noch kein Ticket besitzt, sollte das schleunigst per App buchen. Denn sonst kassiert der Schaffner oder die Schaffnerin den doppelten Fahrpreis (und mindestens 60 Euro) ab.

 

 

Veränderte Kündigungsfristen

 

Dann vielleicht doch lieber daheim bleiben und beim Streamen eines Films oder von guter Musik in die Ferne schweifen. Hier ändern sich ab dem 1. März die Kündigungsfristen. Verträge, die ab dann oder später geschlossen werden, dürfen eine maximale Kündigungsfrist von einem Monat haben. Wer die Kündigungsfrist verpasst, hat dann wieder im nächsten Monat die Möglichkeit, aus dem Vertrag auszusteigen.

 

Außerdem bekommen diese Services eine eigene Bezeichnung: der Verbrauchervertrag über digitale Produkte. Damit ergibt sich die Möglichkeit, die digitalen Leistungen zu reklamieren. Und zwar innerhalb von zwei Jahren nach Vertragsschluss.

 

Zusätzlich hilfreich kann in solchen Fällen die Beweislastumkehr sein. Dieser etwas sperrige Begriff meint, dass der Kunde oder die Kundin nicht beweisen muss, dass eine Ware schon beim Kauf einen Defekt oder einen Fehler hatte. Bisher galt dieses Recht ein halbes Jahr lang – ab 2022 haben alle dann ein Jahr lang die Möglichkeit, ein Produkt (auch aus der digitalen Welt) zu reklamieren, wenn es unverschuldet einen Fehler aufweist.

 

Mietspiegel, Mietpreisbremse und Energie-Effizienz

 

Ab Mitte des Jahres soll es fast überall in Bayern einen qualifizierten Mietspiegel geben. Und zwar für alle Städte und Gemeinden ab 50.000 Einwohnern. So eine Vergleichsmiete soll dabei helfen, Mietwucher zu erkennen – ein Mittel, um ihn zu verhindern, ist ein Mietspiegel allerdings nicht.

 

Dagegen soll die Mietpreisbremse helfen. Die kann dort gezogen werden, wo der Wohnungsmarkt besonders angespannt ist. Kurz vor Weihnachten hat das bayerische Justizministerium neue Gemeinden und Städte benannt, in denen das dazugehörige Mieterschutzgesetz gilt. Damit gelten nun 203 der gut 2.000 bayerischen Gemeinden offiziell als "angespannter Wohnungsmarkt".

 

In diesen Gemeinden gilt also, dass bei einer Neuvermietung die monatliche Zahlung die örtliche Vergleichsmiete um nicht mehr als zehn Prozent übersteigen darf. Außerdem dürfen die Mieten nach drei Jahren um maximal 15 Prozent angehoben werden und eine Eigenbedarfs-Kündigung darf frühestens zehn Jahre, nachdem die Wohnung den Besitzer gewechselt hat, ergehen.

 

Wer nicht mietet, sondern gerade selber bauen möchte, sollte sich noch einmal mit seinem Effizienzhaus-Standard beschäftigen. Denn wer nach KfW-Standard 55 baut, kann die dazugehörige Förderung nur noch bis spätestens 31. Januar beantragen.

 

 

Geld und Ausgaben

 

Wer im neuen Jahr eine Lebensversicherung abschließt, kann nur noch mit einem Garantiezins von 0,25 Prozent rechnen. Und wer privat krankenversichert ist, muss monatlich 3,40 Euro zuzahlen. Für Beihilfeberechtigte sind es 7,30 Euro. Mit dem Geld sollen pandemiebedingte Mehrausgaben finanziert werden.

 

Wer einen oder mehrere Corona-Boni vom Arbeitgeber bekommt, für den bleibt der bis zu 1.500 Euro steuerfrei. Allerdings nur, wenn der Bonus bis zum März des neuen Jahres ausgezahlt wurde. Außerdem wird die Düsseldorfer Tabelle für den Kindesunterhalt angepasst, genauso wie das Kindergeld und der Hartz-IV-Regelsatz. Auch die Lohneinkünfte vieler Menschen dürften steigen. Der Mindestlohn für Azubis steigt um 35 Euro auf 585 Euro. Die Renten steigen im Westen um 4,4 Prozent und der Mindestlohn klettert auf 9,82 Euro pro Stunde. Deshalb sollten Menschen mit einem Minijob aufpassen: Die steuerfreie Lohngrenze liegt hier weiterhin bei 450 Euro, daher muss also die Arbeitszeit etwas reduziert werden.