Wasserburg...

Strahlend blauer Himmel, blühende Magnolienbäume, die seit 125 Jahren in der Hofstatt stehen und mittlerweile wohl zum beliebtesten Fotomotiv geworden sind, flanierende Touristen und darunter gut gelaunte Soyener, die mehr über ihre, wie sie meinen, vertraute Stadt erfahren wollten. Damit hatte die begnadete Stadtführerin und Autorin Irene Kristen-Deliano absolut kein Problem. Merkwürdig, warum: Die Uhren gehen anders, die Dächer Wasserburgs stehen auf dem Kopf und einen Roten Turm gibt aus auch nicht in jeder Stadt.
Der 1 ½-stündige Rundgang durch die ca. 600 Jahre alte Stadt begann am Rathaus, gleich gegenüber ist das schönste Gebäude der Stadt, das Kernhaus zu bewundern. Wohl einer der bedeutendsten Innenhöfe mit Eindrücken über die Reichtümer so mancher Anwohner der Stadt war ebenfalls über den Marienplatz zu erreichen. Beeindruckend natürlich auch die Erklärungen zur Frauenkirche und zur Stadtpfarrkirche St. Jakob, mit der berühmten Kanzel der Gebrüder Zürn aus Bad Waldsee. Man erfuhr in einprägsamer Leichtigkeit über Redewendungen, die entstanden sind, über Kellereingänge, und die Lösung der Abfallprobleme, aber auch über die trockenen Flanierwege unter den Arkaden, in denen zur  damaligen Zeit reiche Händler schon ausgefallene Waren aus der ganzen Welt anboten. Besonders stolz ist die waschechte Wasserburgerin Irene Kristen-Deliano auch darüber, dass Wasserburg 500 Jahre der Hafen der Landeshauptstadt München war. Mit einer plausiblen Erklärung beantwortet wurde zudem noch die Frage über die doch recht „laute“ Fassade des Gewandhauses Gruber, die zu seiner Zeit  für sehr viel Gesprächsstoff sorgte. Kurz wurde auch noch Halt gemacht an der Pesttüre am Bettenhaus- Klobeck in der Herrengasse, sowie an der Erinnerungstafel, die zu Ehren der Stadtbesuche Mozarts zu Beginn der Färbergasse angebracht wurde. Eine kurzweilige Stadtführung, bei der nicht Jahreszahlen, sondern Geschichten und Amüsantes dominierten, ging natürlich viel zu schnell zu Ende und es galt Abschied zu nehmen, von einer Frau, die Wasserburg lebt, aber auch von einer Stadt, die man ab jetzt möglicherweise mit etwas anderen Augen sieht. Ein schöner  Nachmittag, der mit einer kurzen gemeinschaftlichen Kaffeepause endete.
Peter Rummel, Seniorenbeauftragter der Gemeinde Soyen