Weiterhin 2G in der Gastro? Kritik an bayerischem Sonderweg

 

 

 

2G plus in der Gastronomie – darauf hat sich die Bund-Länder-Runde am Freitag geeinigt. Kurz darauf regte sich Widerstand aus Bayern. Der sich abzeichnende bayerische Sonderweg stößt auf viel Kritik – bei Teilen der Opposition und der Kulturszene.

 

So einig waren sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und sein Stellvertreter Hubert Aiwanger wohl selten in der Corona-Politik: der 2G-plus-Regel für die Gastro stehen beide skeptisch gegenüber.

 

Söder erklärte gegenüber der BR24 Rundschau, dass in Bayern Schankwirtschaften und Clubs ohnehin geschlossen seien – anders als in manchen anderen Bundesländern. Von Discos und Bars, so Söder, gehe ein höheres Infektionsrisiko aus. Anders als in Cafés oder Restaurants, daher sei 2G weiterhin vertretbar.

 

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger sieht eine 2G-plus-Regel in der Gastronomie kritisch. Er forderte, die aktuellen Maßnahmen müssten ständig auf Verhältnismäßigkeit geprüft werden, bevor es Gerichte tun.

 

Grüne: Söder bekämpft Corona nicht konsequent

 

Während FDP und AfD in Bayern gegen 2G plus in der Gastro sind, wollen SPD und Grüne, dass die schärferen Corona-Regeln umgesetzt werden: Katharina Schulze, Chefin der Landtagsgrünen, warf Söder vor, die Pandemie nicht mehr konsequent zu bekämpfen: "Dass Markus Söder 2G plus nicht umsetzen will, halte ich für falsch." Gleichzeitig sehe man deutlich, wo die Prioritäten lägen, so Schulze: In Bayern dürfen Theater nur mit FFP2-Maske, 2G-plus und zu 25 Prozent Auslastung öffnen – in der Gastronomie reiche Söder aber 2G bei Vollauslastung.

 

Für Kulturveranstaltungen gilt 2G plus bereits seit Ende November vergangenen Jahres – angesichts der Ungleichbehandlung von Kultur und Gastronomie mehren sich nun die Stimmen des Protests. Als "rücksichtslos und kulturfeindlich" bezeichnete Andreas Schessl, Chef des Konzertveranstalters München Musik, die unterschiedlichen Maßnahmen. Die Ansteckungsgefahr in Kinos oder Theatern sei schließlich nicht größer als in Gaststätten - im Gegenteil.

 

Der Bayerische Musikrat (BMR) fordert, wenn die Gastronomie bei 2G bleibe, müsse das zukünftig auch für die Kultur gelten. "Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Ansteckungsgefahr in Opern und Konzerthäusern gegen Null geht", erklärte der kommissarische BMR-Präsident Helmut Kaltenhauser.