Biodiversität – im Garten möglich 

Ein naturnah bewirtschafteter Garten bietet eine große biologische Vielfalt. Es sollten sich alle wohlfühlen: Menschen, Tiere und Pflanzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Biodiversität im Garten umsetzbar ist.

Die Bedeutung der Artenvielfalt erkennt man auch daran, dass am 22. Mai der Internationale Tag der biologischen Vielfalt (Biodiversität) stattfindet. Gehen Sie in den Garten und betrachten Sie ihn. Ist noch mehr Vielfalt möglich? Seien Sie mutig!

Was bedeutet Biodiversität im Garten?

Jeder redet von Biodiversität und meint damit die Vielfalt verschiedener Lebensgemeinschaften, Artenvielfalt und genetische Vielfalt. Abwechslung statt Monotonie ist das Motto. Beim Gemüse tragen vor allem die älteren, meist samenfesten Sorten, zur genetischen Artenvielfalt bei.

Ein vielfältiger Garten ist das ganze Jahr über attraktiv. Er erfreut uns ständig mit seiner Schönheit und er bietet Lebensraum und Nahrung für eine Vielzahl von Lebewesen. Auch über den Winter behält der Garten seinen Charme und ist voller Leben. Stauden und Gräser bleiben stehen, Laub liegt zwischen Stauden oder auf Beeten. Der Garten stellt keine leblose Wüste dar, es sei denn, wenn alles im Oktober abgeräumt wird.

So wird der Garten vielfältig

Bunte Blüten sind nicht nur schön, sie sind auch Nahrungsquelle für viele Insekten, wenn sie Pollen und Nektar bieten. Mit einer intelligenten Pflanzenauswahl hat man Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein (vom frühen Krokus bis zur späten Aster). Sowohl Stauden und Kräuter als auch verschiedene Zier – und Nutzgehölze und sogar einige Gemüsepflanzen bilden Blüten und ernähren die Insekten. Diese sind wichtig für eine gute Ernte, denn sie gewährleisten eine ausreichende Befruchtung. Viele einjährige Sommerblumen, die auch Lücken im Gemüsegarten füllen, blühen bis zum Frost. Bei Neupflanzungen achten Sie auf Sorten mit einfachen oder halbgefüllten Blüten. Oftmals bilden Sich nach dem Verblühen Samen, die wiederum für viele Vögel Nahrung sind.

Nicht nur Blüten zeichnen einen vielfältigen Garten aus. Jeder Freizeitgärtner kann unterschiedliche Lebensräume schaffen. Trockenmauern und Hecken sind ebenfalls wichtig für den Artenreichtum von Tieren. Manche Heckenpflanzen liefern Nahrung durch Blüten und Früchte. Haufen aus Totholz, Reisig oder Steinen bieten natürliche Nist-, Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten für Vögel, Igel, Eidechsen, verschiedene Käfer, Insekten und Co. Für Nistkästen, Wildbienenröhren und – hölzer sind die Tiere ebenfalls dankbar.

Vergessen Sie das Wasser nicht, sei es ein Teich oder auch nur eine kleine Wasserstelle. Gerade in heißen Sommern nutzen Vögel und Insekten das frische Nass. Außerdem bleiben die Tiere dann eher vom reifenden Obst fern. Selbst in kleinen Teichen siedeln sich bald Libellenlarven an.

 

Wenn auch „ein wildes Eck“ z. B. mit Brennnesseln als Nahrungsquelle für verschiedene Schmetterlingsraupen, nicht jedermanns Sache ist, lässt es sich in einem größeren Garten an einem etwas abseitsgelegenen Platz durchaus umsetzen. Je unterschiedlicher und bunter die Gartenräume gestaltet und je extensiver sie gepflegt werden, desto leichter bieten sie einen passenden Lebensraum mit entsprechendem Nahrungsangebot für Nützlinge. In einem Garten muss nicht alles vorhanden sein. Durch geschickte Pflanzenauswahl und das Einbinden verschiedener einzelner Elemente wie Wasserstelle oder Trockenmauer und einer kleinen Hecke als Abgrenzung erreichen Sie schon viel. Grundsätzlich gilt: verzichten Sie auf chemischen Pflanzenschutz! So kann sich ein biologisches Gleichgewicht besser einstellen.