Gehölze im winterlichen Garten

 

Ein Garten im Winter ist keinesfalls leblos und unattraktiv. Jetzt zeigen sich die versteckten Schönheiten unserer Gehölze: markante Rindenstrukturen und individuelle Ausprägung der Knospen. „Es überrascht, dass einige Gehölze bereits ihren Blütenschmuck zeigen“, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Bei einem Rundgang durch den Garten oder einen Park können Sie nun das erste Erwachen der Natur erleben. Bei milden Temperaturen suchen erste Bienen und Hummeln nach Nahrung.

Knospen und Rinde im Winter

Immer dicker werden die Knospen an Gehölzen, die noch im Winter oder Frühling blühen. Bei manchen lässt sich die Blüte schon erahnen. Knospen sind keineswegs einheitlich. Bei genauerem Hinsehen besitzt oft jede Pflanzengattung eine andere typische Form und Eigenart: kugelig, länglich, spitz, klebrig, schuppig, pelzig. In der laub- und blütenlosen Zeit lässt sich ein Gehölz oft über die Knospen bestimmen.

Fehlt das üppige Grün im Garten fallen farbige Rinden der Gehölze auf. Verschiedene Hartriegel präsentieren besonders an den einjährigen Trieben ihre Farbenpracht: Cornus alba ‘Spaethii‘ (dunkelrot), Cornus alba ‘Sibirica‘ (korallenrot), Cornus sanguinea ‘Winter Flame‘ (rötlich bis gelborange), Cornus stolonifera ‘Flaviramea‘ (hellgelbgrün). Strahlend weiße Rinde besitzt die Himalaya-Birke (Betula utilis) und wird damit ebenso zum Hingucker wie spezielle gefärbte Fächerahorne und die mahagonifarbene Rinde mit Korkleisten von Zier- und Tafelkirschen.

Winter-Blüten

Bei milden Temperaturen und Sonne summt und brummt es im Garten oft schon im Januar und Februar. Einige Gehölze zeigen ihre Blüten und locken Insekten an. Hummeln und sogar Honigbienen besuchen die gelben Blüten von Kornelkirsche (Cornus mas), die weißen bis zartrosa farbenen Blüten der Winter- oder Schneekirsche (Prunus subhirtella ’Autumnalis‘) und weißen Blüten der Winter-Duft-Heckenkirsche (Lonicera purpusii). Letztere riechen intensiv fruchtig und zitronig. Der recht kompakt wachsende Strauch besticht mit seiner üppigen Blütenfülle und dem betörenden, intensiv und zitronigen Duft. Leider findet man ihn recht selten in den Gärten. Eine weitere Besonderheit ist die chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox), deren cremeweiße bis hellgelben Blüten ebenfalls stark duften.

Beim Duftschneeball (Viburnum farreri) erscheinen die einzelnen Blüten der nur wenige Zentimeter langen Blütenrispen im Knospenzustand erst rosa und werden dann beim Aufblühen weiß. Leider sind die Blüten durch Nachtfröste gefährdet. Deshalb ist es sinnvoll, den Duftschneeball an einem geschützten Standort zu pflanzen. Farbintensiver und größer sind die Blüten des Winterschneeballs Viburnum bodnantense ‘Dawn‘. Seine Blüten vertragen Fröste besser.

„Wintergehölze“ hautnah

Möchten Sie die Gehölze live erleben? Nutzen Sie die Möglichkeit einer Führung an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Bei dem Rundgang über das Gelände der LWG in Veitshöchheim lassen sich die Gehölze ganz ohne Blätterkleid in ihrer vollen Schönheit entdecken. Oft sind es kleinere Sträucher, die sich sehr gut für den eigenen Garten eignen und damit in der dunklen Jahreszeit für Stimmungsaufhellung sorgen. Die Gartenexpertin gibt viele praktische Hinweise.

„Winterschlaf und erstes Erwachen - Rinde, Knospen und Blüten von Gehölzen im Winter“ ist der Titel der öffentlichen Führung am 3. Februar 2023 um 15 Uhr. Sie dauert ca. 1,5 Stunden und kostet 5 € pro Person. Das Entgelt wird vor Ort vom fachkundigen Gästeführer entgegengenommen. Da die Gruppengröße auf 25 Teilnehmer beschränkt ist, bitten wir um eine verbindliche Anmeldung. Ohne vorherige Anmeldung kann keine Teilnahme garantiert werden.