Krankenkassenbeiträge steigen

 

Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung werden 2023 nun doch um 0,3 Punkte auf durchschnittlich 16,2 Prozent des Bruttolohns steigen - ein neuer Rekordwert. Damit soll das erwartete Kassen-Defizit von 17 Milliarden Euro gedeckt werden.

Gesetzlich Krankenversicherte müssen ab dem kommenden Jahr offenbar doch einen um 0,3 Prozentpunkte höheren Zusatzbeitrag zahlen. Das ergibt sich laut "Redaktionsnetzwerk Deutschland" aus Änderungsanträgen der Koalitionsfraktionen zum sogenannten "Spargesetz" von Gesundheitsminister Lauterbach. Demnach reicht die noch zuletzt in Aussicht gestellte Erhöhung um lediglich 0,2 Punkte nicht aus, da das erwartete Finanzloch der Krankenkassen mit 17 Milliarden Euro höher ist als bisher angenommen.

 

Rekordhöhe: Krankenkassenbeitrag 16,2 Prozent des Bruttolohnes

Lauterbach hatte bei der Vorlage seines Spargesetzes im Sommer eine Erhöhung des Zusatzbeitrags um 0,3 Punkte auf 1,6 Prozent angekündigt, wodurch sich ein Gesamtbetrag in Rekordhöhe von 16,2 Prozent des Bruttolohnes ergibt. In der vergangenen Woche hatte der GKV-Schätzerkreis in seiner Prognose zu erkennen gegeben, dass auch eine Erhöhung des Zusatzbeitrages um lediglich 0,2 Punkte möglich sein könnte.

Nun stellt sich aber laut Redaktionsnetzwerk heraus, dass ein zu tiefer Griff in die Rücklagen einzelne Kassen wirtschaftlich gefährden könnte. Deshalb wurde ihr Sparbeitrag reduziert. Die Kassen würden zum Jahresende 2022 "absehbar über deutlich weniger Finanzreserven verfügen, die zur Reduktion der Deckungslücke in 2023 herangezogen werden können", heißt es im Änderungsantrag.

 

Zusatzbeiträge werden von Kassen selbst festgelegt

Zusätzlich zum gesetzlich festgeschriebenen allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent können die gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben. Dessen Höhe wird von jeder Kasse selbst festgelegt. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird als Rechengröße vom Bundesgesundheitsministerium per Verordnung festgelegt.