Es ist Pflanzzeit

 

In diesem Jahr ist der Herbst besonders mild, sodass Gehölze und Stauden jetzt gute Anwachschancen haben. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erläutern, warum sich diese Jahreszeit gut für Pflanzungen eignet.

In Gartenfachgeschäften und Baumschulen ist das Angebot von Zier- und Obstgehölzen nun besonders groß. Einer Gartenumgestaltung oder -ergänzung steht nichts mehr im Weg.

Vorteile der Herbstpflanzung

Fallen die Blätter, kündigt dies die Wachstumsruhe der Pflanzen an. Die Wurzeln wachsen jedoch weiter, solange die Böden ausreichend warm sind. Davon profitieren Neupflanzungen von Gehölzen, Stauden und frühjahrsblühenden Zwiebelblumen. Sie bilden bis zur frostigen Zeit ausreichend neue Wurzeln. Durch den Klimawandel haben wir höhere Temperaturen im November und oft im Dezember, sodass die Gartenböden noch ausreichend warm sind. Der milde und feuchte Oktober in diesem Jahr bietet gute Voraussetzungen. Vor allem in sommertrockenen Gebieten ist die Herbstpflanzung besonders zu empfehlen. So können die Herbst- und Winterniederschläge genutzt werden. Die Pflanze erhält ideale Startbedingungen für den Austrieb im Frühjahr und steht spätere Trockenperioden besser durch. Im Vergleich zum Frühjahrspflanzung gehen die im Herbst gesetzten Pflanzen daher mit einem Wachstumsvorsprung in das Frühjahr. Das gilt besonders für wurzelnackte Gehölze, die zudem ressourcenschonender angebaut und preisgünstiger angeboten werden. Ein weiterer Vorteil, jetzt im November zu starten, ist die im Vergleich zum Frühjahr größere Auswahl in den Baumschulen.

Nur bei wenigen Pflanzen ist es besser auf das Frühjahr zu warten. So wird bei empfindlichen Obstarten wie Rebstöcken, Kiwibeeren, Feige und Pfirsich der erste Winter umgangen. Viele immergrüne Ziergehölze, mediterrane Stauden und vor allem Gräser kommen ebenfalls im Frühjahr in den Boden. In Bergregionen und im Alpenraum kann eine Frühjahrspflanzung günstiger sein, da keine Frostschäden über Winter entstehen.

Erweitere dein Gartensortiment – pflanze jetzt!

Eine Herbstpflanzung eignet sich für robuste, nicht frostempfindliche Obstgehölze. Dazu zählen Apfel und Birnen, Zwetschgen und Kirschen sowie Johannis- und Stachelbeeren. Diese bilden dann im Frühjahr kräftige Austriebe. Baumschulen roden die Pflanzen jetzt oft frisch vom Feld.

Ebenso wurzelnackt (ohne Topf) können Sie nun Rosen erwerben. Wer ganz spezielle Sorten möchte, kommt manchmal über einen Internetshop nicht herum. Mit wurzelnackter Ware lässt sich der Versand einfacher und kostengünstiger durchführen. Im Gegensatz zu Obst- und anderen Ziergehölzen werden Rosen zum vorbeugenden Frostschutz angehäufelt.

Lebender Sichtschutz? Dann ist jetzt im Herbst auch Pflanzzeit für robuste Heckenpflanzen: Hainbuche, Kornelkirsche, Liguster, Feldahorn und Co. Hecken umzäunen nicht nur Gartenbereiche, sie sind auch Lebens- und Schutzraum für verschiedene Tiere wie Vögel und Insekten.

Wurzelnackte Pflanzen dürfen auf keinen Fall längere Zeit mit offenen Wurzeln herumliegen. Nach dem Kauf oder Erhalt werden die Gehölze sofort gewässert und gepflanzt. Mangelt es an Zeit oder sind die Witterungsbedingungen ungünstig, kann man sie bis zur Pflanzung einschlagen. Dazu legt man die Pflanzen in eine flache Furche und deckt die Wurzeln mit Erde zu.

Wie die Gehölze profitieren auch viele Stauden vom Wachstumsvorsprung der Herbstpflanzung. Dies gilt insbesondere dann, wenn man jetzt noch ältere Stauden umpflanzt oder größere Exemplare teilt. Haben Sie zu wenige Frühjahrsblüher im Garten, dann können Sie jetzt noch Zwiebeln stecken. Die Sortimentsauswahl ist zwar nicht mehr groß wie im Spätsommer oder Frühherbst, manchmal jedoch findet man schon reduzierte Ware. Zu den ersten Blühern zählen dann Schneeglöckchen, Winterling und Krokus bevor Narzissen und Tulpen ihre Blüten zeigen und den Garten bunt machen.