„Hallo, Oma, ich bin’s“

Vorsicht vor Trickbetrügern!

Der Info-Nachmittag im Soyener Rathaus befasst sich dieses Mal mit dem undurchsichtigen und derzeit leider sehr aktuellen Thema über die dreisten und raffinierten Methoden von Trickbetrügern. Nach kurzer Begrüßung und Vorstellung durch Bürgermeister Thomas Weber und Seniorenbeauftragtem Peter Rummel, legte der ehemalige Kriminalhauptkommissar Wolfgang Moritz von der Kriminalpolizeistation Rosenheim los, um die Anwesenden durch unterschiedlichste Bespiele vor diesen abscheulichen Trickbetrügereien, überwiegend verübt an Senioren, zu warnen. Durch jahrelange berufliche Erfahrungen ist es Wolfgang Moritz möglich, diese ganz unterschiedlichen kriminellen Vorgehensweisen anschaulich zu schildern. „Wie schütze ich mein Haus besser vor Einbrüchen“. Es macht Sinn, sich wegen Sicherungsfragen bei der Polizei zu erkundigen. Der moderne und aktuelle Trickbetrug läuft über Smartphone und WhatsApp. Gerade bei Anlagenbetrug, deren großartige Renditen, Gewinn und hohe Zinsen über Internet angepriesen werden, geht es oft um immense Summen, die durch weltweite Transfers auf Nimmer-Wiedersehen verschwinden.  Der „geläufige“ Enkel-Trick beginnt mit einem einfachen Anruf, steigert sich durch schreckliche Nachrichten und endet mit der Forderung nach einer hohen Summe Geld. Wenn möglich, Panik ausblenden, sofort auflegen und evtl. durch einen Kontakt mit dem „vermeintlichen“ Anrufer die Identität überprüfen. Die Frage, woher die Kriminellen die Telefon-Nummern bekommen, ist einfach zu beantworten. Sie stammen aus zum Teil alten Telefon-Büchern oder über das Internet. Aufschluss über eine bestimmte Altersgruppe der „Auserwählten“ geben z.B. 3-stellige Telefon-Nummern oder auch die Vornamen, die möglicherweise heute gar nicht mehr „in“ sind. Auch beim Hinweis auf neue Handy-Nummern wird zugleich durch den Anrufer der dringende Bedarf an Bargeld, für ein neues Auto, für Mietzahlung oder sonstige größere, vielleicht sogar lebenswichtige Auslagen vermittelt. Immer das Telefonat oder WhatsApp auf seine Richtigkeit durch einen Rückruf kontrollieren.andy-NummernHan

„Kriminelle sind gut“, so Wolfgang Moritz, deshalb sind auch Portale zur Partnersuche vor Betrug nicht sicher. Auch hier ist Vorsicht dringend empfohlen. Als besonders wichtig sind die Empfehlungen des erfahrenen Kriminalbeamten zu bewerten: Nicht unter Druck setzen lassen – niemandem Auskunft über Hab und Gut oder Wertgegenstände erteilen – Bei undurchsichtigem Anruf sofort auflegen – im Zweifel immer 110 anrufen und den Vorfall melden. Man sollte auch stets vorsichtig und wachsam sein, wenn möglicherweise falsche Handwerker oder Polizisten an der Haustüre stehen. Mit dem Titel „So fies ist die Masche“ wurde ein kurzer Film benannt, in dem kriminelle Beispiele anschaulich nachgestellt wurden. Alle, die sich den Nachmittag für diesen sehr interessanten Vortrag eines Experten Zeit genommen haben, wurden mit umsetzbaren und wichtigen Hinweisen und Warnungen belohnt, damit sie im Extremfall gewappnet sind. Ein Vortrag der besonderen Art, für den sich Peter Rummel bei Wolfgang Moritz, auch im Namen aller Anwesenden, sehr herzlich bedankte.