Abschied von der hohen Qualität

Bäckerei Federkiel schließt nach 70 Jahren

Am kommenden Samstag, 19. November, ist Schluss mit dem Traditions-Bäcker. Es wird endgültig – die seit 70 Jahren in Soyen ansässige Bäckerei Federkiel wird dann zum letzten Mal ihre Backwaren, die von Semmeln und Brezen über Brot und Kuchen reichen, verkaufen.  

Inge Federkiel, deren Eltern die Bäckerei 1949 aufgebaut haben, blickt mit Wehmut auf diesen Tag. „Ich mag eigentlich gar nicht daran denken“. Die letzten Monate hatte die Bäckerei noch am Freitag und Samstag geöffnet.

Durch den großen Andrang und die viele Arbeit komme sie derzeit nicht groß zum Nachdenken. 50 Jahre stand sie hinter der Theke, ihr Mann Franz sorgte in der Backstube für die Backwaren. „Mein Mann hat sich einen Ofen bestellt, damit er in Zukunft für die Familie weiterbacken kann“, erzählt Inge Federkiel schmunzelnd.

Zur Schließung habe man sich aus Altersgründen entschlossen. Die Zeit „danach“ möchte das Ehepaar Federkiel für die Enkelkinder, Reisen und auch Renovierungsarbeiten nützen. „Einfach leben“, so Inge Federkiel.

Auch wenn die Backstube fehlen wird. Neben dem normalen Bäcker-Alltag seien beispielsweise auch die Kindergartenkinder aus den Soyener Kindergärten öfter zu Besuch gewesen, um sich leckere Semmel zu backen.

Franz Federkiel nahm sich an diesen Tagen immer viel Zeit für die kleinen Besucher.

Rückblick und Dank

„Mein Mann und ich möchten uns ganz herzlich bei unseren lieben Kunden über die vielen Jahre hinweg bedanken“, so Inge Federkiel. Es sei nur schön, die Wertschätzung, die von den Kunden, gerade in den letzten Wochen zurückkomme, zu spüren. „Da kommen mir die Tränen, wenn ich sehe, wie viel Leute anstehen“.

Text: Tanja Geidobler, Foto: SBB