Rückblick in die letzte Eiszeit

 

Viele bringen den Begriff „Eiszeit“ noch mit dem Besuch der Volksschule in Verbindung. Dass davon auch die Alpen-Region und der Bereich bis kurz vor München betroffen war, wissen ebenfalls viele, und haben sich evtl. auch schon mit großem Interesse für das Gebiet der Toteiskessel im Raum Haag interessiert. Der Besuch einer kleinen „60plus-Gruppe“ im Lokschuppen in Rosenheim brachte nun viel Licht in das Dunkel der letzten Eiszeit, die vor 15.000 Jahren das damals noch sehr spärliche Leben beherrschte. Nur wer sich den gegebenen Umständen anpassen konnte, überlebte. Die damaligen Eiszeit-Menschen wurden anhand zweier Nachbildungen anschaulich dargestellt, sie waren  dunkelhäutig wegen ihres Ursprungs in Afrika, wie heute belegt ist. Das Durchschnittsalter der Männer, so nimmt man an, lag bei etwa 35 Jahren und das bei den Frauen etwa bei 30/32 Jahren.  Eine entscheidende Grundlage zum Überleben, war für die damaligen Menschen, die vermutlich in kleinen Gruppen zusammenlebten, eine Tierwelt in großer Artenvielfalt. Nachgewiesen sind auch vier unterschiedliche Jahreszeiten, wobei der eisige Winter den längsten Zeitraum beherrschte. Im übersichtlich gestalteten Ausstellungsbereich begegnetem einem stets neue „Modelle“ der damaligen Tierwelt, von denen viele ausstarben, weil sie mit den sich verändernden Lebensum-ständen nicht mehr zurechtkamen. So wurde man konfrontiert z.B. mit Höhlenbären, Auerochsen, riesigen Elchen oder den ausschließlich pflanzenfressenden Mammuts. Anhand dieser imposanten Nachbildungen ist es schwer vorstellbar, wie die Menschen damals mit selbstgebastelten simplen Holz-Speeren und kleinen unscheinbaren Pfeilspitzen diese riesigen, teils gefährlichen Tiere erlegen konnten, um dadurch das Überleben ihrer Familien zu sichern. Die Sensation der Ausstellung „Eiszeit“ ist ein Original-Skelett, 35.000 Jahre alt, fast vollständig erhalten und vor ca. 100 Jahren im Altmühltal in einer Höhle entdeckt. Es handelt sich um einen Mann, so wissenschaftlich bestätigt, der anhand einer 3-D-Rekonstruktion gezeigt wird, wie er damals ausgesehen hat. Hier wird man ganz nebenbei mit dem genialen Kontrast zwischen der Kunst des Überlebens von damals  und den heutigen unglaublichen Möglichkeiten durch Wissenschaft und Technik konfrontiert. Die Zubereitung von Fleisch, Hauptnahrungsmittel der damaligen Menschen, wurde anhand von vier Möglichkeiten in einem kurzen Film veranschaulicht. „Kunst aus der Eiszeit“, ebenfalls damals schon ein Thema, war an einer kleinen Figur mit der Darstellung eines „Löwenmenschen“ zu bestaunen. Es handelte sich um einen Fund aus 260 kleinen Teilen, woraus erst sehr viel später, wie durch das Zusammensetzen eines Puzzles, dieses zauberhafte Mischwesen entstand. Großes Fragezeichen, ob es die Kraft eines Raubtieres übertragen sollte oder als Grundlage für kultische Handlungen diente. Eine sehenswerte und ausgesprochen interessante Ausstellung, die sich die Gruppe durch eine eigens gebuchte Führung anschaulich erklären ließ, dauert noch bis zum 11. Dezember 2022 und ist einen Besuch auf jeden Fall Wert. Bei der anschließenden Einkehr im Gasthaus Erlensee verdaute eine begeisterte „60plus-Gruppe“ die beeindruckenden Informationen über die letzte Eiszeit vor 15.000 Jahren, die man auch als „Würm-& Weichsel-Eiszeit“ bezeichnet.                                                                                     Ein erlebnisreicher Tag mit kulturellem Anstrich!

Peter Rummel- Seniorenbeauftragter der Gemeinde Soyen