Zum Sonntag

Zum 2. Advent berichtet das Lukasevangelium von Johannes dem Täufer, der die Menschen auf das
Kommen des Herrn vorbereitet. Er ruft zur Umkehr auf, damit krumme Wege wieder gerade werden,
unüberwindbare Schluchten zugeschüttet und Problemberge abgetragen werden (Lk 3,1-6).
Und wer von uns aufmerksam und wach durchs Leben geht, der kann auch heute die Rufer und Propheten
unserer Zeit hören. Auch sie verkünden nichts anderes als damals Johannes.
Umkehr, ein nicht weitermachen wie bisher, die Bereitschaft neue Wege zu beschreiten, das ist das Gebot
der Stunde. Denn so kann Heil in unsere Welt einziehen, ein Stück Himmelreich auf Erden. So bekommt
die Liebe Gottes ein menschliches Gesicht und dann kann auch er heute zur Welt kommen, was wir uns
jedes Jahr im Weihnachtsfest erhoffen und feiern. Nutzen wir diese Zeit des Advents, um uns zu besinnen
und neu auszurichten.

 

Das wünscht Ihnen und allen Menschen unserer Gemeinden,
Ihr Diakon Michael Bichler

 

Der Rufer Johannes
Kann ich ihn hören,
lasse ich mich aufrütteln,
herauslocken aus dem bequemen Haus,
aus den festgefügten Meinungen,
aus den vermeintlichen Sicherheiten?
Lasse ich mich rufen in die Wüste,
die Wüste der unerfüllten Sehnsüchte,
die Wüste der Einsamkeit,
der Erkenntnis von Schuld und Versagen,
von Recht haben wollen und Vergelten wollen?
Zaghaft setze ich meine Schritte,
die Ohren und das Herz öffnend,
ich lasse mich rufen, anrufen,
von Gott bei meinem Namen,
um seinem Weg zu folgen.
Irmela Mies-Suermann