Fallzahlenentwicklung 18.12.21:

 


Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 09.12.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 1.309 neue Fälle (am 09.12.2021: 2.184) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 42.388 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 34.040, Stadt: 8.348).

 

Die Auswertung der Fälle seit 1. Dezember ergibt, dass trotz der Impfbemühungen etwa 19 Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Über die Hälfte der Fälle (56 Prozent) lagen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. 8 Prozent der Fälle traten bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren auf. Für diese Altersgruppe existiert eine Empfehlung der STIKO. Alle diese Infektionsfälle wären grundsätzlich durch eine Impfung vermeidbar. 13 Prozent der Fälle traten bei Kindern und Jugendlichen von 5 bis unter 12 Jahren auf und 4 Prozent bei Kindern bis unter 5 Jahren. Seit dem 25.11. hat der Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren eine Zulassung von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA. Die STIKO wird gemäß Pressemitteilung vom 09.12. ihre COVID-19-Impfempfehlung aktualisieren und Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen die Impfung gegen COVID-19 empfehlen. Bei individuellem Wunsch können dann Kinder in diesem Altersbereich auch ohne Vorerkrankung geimpft werden.

 

In den Heimen in Stadt und Landkreis befinden sich die Krankheitsfälle bei Bewohnern und auch bei Mitarbeitern leicht rückläufig aber weiter auf hohem Niveau. Dabei ist der Anteil der positiv getesteten vollständig geimpften Bewohner weiterhin hoch; die Verlaufsformen sind in der Regel milde. Die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter war ungeimpft. So bestanden COVID-19-Infektionsgeschehen in der letzten Woche in 26 Alten- und Pflegeheimen bei 179 Bewohnern (131 davon waren vollständig geimpft = 73%, 42 nicht geimpft = 23%, 3 unvollständig geimpft, in 3 Fällen ist der Impfstatus derzeit noch nicht bekannt) und 88 Mitarbeitern (47 nicht geimpft = 53%, 21 vollständig = 24%, einer unvollständig geimpft, in 19 Fällen derzeit unbekannt). 13 Heimbewohner (6 davon ungeimpft) mussten hospitalisiert werden.

 

Die hohe Zahl der positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohner ist dabei keineswegs Beweis einer fehlenden Impfeffektivität. Erstens: Sie ist ein deutliches Signal dafür, dass bei den Betagten und Hochbetagten dringend Auffrischimpfungen erforderlich sind, wenn die Impfserie vor einem halben Jahr stattfand, zweitens: Die weitgehend milden Verlaufsformen zeigen eine noch vorhandene Schutzwirkung zumindest gegen schwerste Verläufe und drittens: Je höher der Anteil der Geimpften unter den Bewohnern in den Heimen ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass unter allen Personen, die sich infizieren, vollständig Geimpfte betroffen sind. Sofern bislang keine Impfung erfolgte oder nicht vollständig geimpft wurde, sollten dringend Nachholimpfungen verabreicht werden. „Ich appelliere noch einmal nachdrücklich an alle Beschäftigten in der Pflege und Therapie, dem Service und dem Reinigungsdienst in Pflegeheimen sowie an die Angehörigen der Pflegebedürftigen, die sich bislang noch nicht für eine Impfung entscheiden konnten, sich einen vollständigen Impfschutz geben zu lassen. Ungeimpfte setzen die in den Einrichtungen betreuten und behandelten Bewohnerinnen und Bewohner einer unnötigen Gefahr aus. Ich finde diese Haltung auch ethisch nicht vertretbar. Völlig unverständlich ist für mich auch, dass sich unter den positiv getesteten Bewohnern immer noch fast ein Viertel Ungeimpfte befunden haben. Ich appelliere eindringlich an Angehörige oder Betreuer, klar für eine Impfung einzutreten“, verdeutlicht Hierl.

 

In den Schulen in Stadt und Landkreis ereigneten sich seit dem letzten Wochenbericht 5 Ausbrüche mit 12 Folgefällen, in den Kitas 5 Ausbrüche mit 10 Folgefällen.

 

Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten:

 

Seit dem 24.11. sind insgesamt 79 Personen mit Wohnsitz in Stadt und Landkreis Rosenheim aus einem Virusvariantengebiet im südlichen Afrika eingereist. In 54 Fällen war das Reiseland Südafrika, in 25 Fällen Namibia und einmal Simbabwe. 76 dieser Reiserückkehrer wurden negativ getestet. Sie müssen aufgrund der rechtlichen Bestimmungen eine 14-tägige häusliche Quarantäne mit Zwischen- und Abschlusstestungen absolvieren. Zwischenzeitlich haben sich 31 Personen nach Absolvierung der Quarantäne freigetestet. Sechs Personen wurden bislang mittels Genomsequenzierung positiv auf die Omicron-Variante getestet. Darunter befinden sich eine Person, die ihren Hauptwohnsitz in einem anderen Landkreis hat, und ihre beiden Familienmitglieder aus dem Landkreisgebiet, bei denen sie die häusliche Isolierung verbracht hat.

 

Mittlerweile wurde bei mindestens 25.552 Personen eine Genesung* dokumentiert.

 

684 Personen (am 09.12.2021: 659) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 593, Stadt: 91). Von den Verstorbenen waren 29 (am 09.12.2021 27) Personen unter 60 Jahren. 453 (am 09.12.2021: 439) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 25 Personen (am 09.12.2021: 24) gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Zwei Personen waren unter 60 Jahre und 14 Personen waren über 80 Jahre. 17 der verstorbenen Personen war in einem Heim betreut worden.

 

215 (am 09.12.2021: 245) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 32 Patienten (am 09.12.2021: 35) auf einer Intensivstation.

 

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 17.12.2021 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 353,82 (am: 09.12.2021 658,90), für den Landkreis Rosenheim bei 414,18 (am: 09.12.2021 674,38).

 

* Mit den Begriffen „Genesung und Genesene“ werden „nicht aktive Fälle“ bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um „Genesene im Sinne des § 2 Nr. 3 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung“. Somit sind diese Personen – sofern nach einem halben Jahr nach der akuten Infektion keine zusätzliche Impfung erfolgt ist – grundsätzlich nach 6 Monaten wieder als empfänglich für eine Infektion anzusehen.