Friedliche Weihnachten!

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wie sich Erwartungen und Wünsche doch ändern können. Haben wir uns vor noch nicht allzu langer Zeit im Dezember Gedanken gemacht, wie wir den zahlreichen Einladungen zu Weihnachtsfeiern und Weihnachtsmarktbesuchen gerecht werden können und uns nach adventlicher Ruhe gesehnt, so mussten wir zu Pandemiezeiten lernen, dass uns diese Zusammentreffen doch fehlen.

Haben wir uns in den vergangenen Jahren ein friedliches Weihnachten gewünscht und dies eher schmunzelnd auf die zwischenmenschlichen familiären Konflikte rund um das Weihnachtsfest bezogen, bangen wir heute angesichts der Kriegsschauplätze um unseren Frieden und schauen besorgt auf die Weltpolitik.

Haben wir den Lichterglanz im Advent genossen, gepflegt und mit Freude, wenn auch teilweise unbedacht, Energien für unsere Weihnachtstraditionen eingesetzt, so überlegen wir heute, ob diese oder jene Beleuchtung wirklich notwendig oder noch bezahlbar ist. Wir fürchten uns sogar vor Kälte, Dunkelheit oder andere negative Auswirkungen des sogenannten Blackouts.

Es sind unbestritten schwierige Zeiten, viele haben sicherlich Sorgen, Ängste, sind verunsichert. Doch das Leben zeigt uns immer wieder auf, dass Veränderungen auch positive Auswirkungen haben können.

Es hat wohl jede bzw. jeder von Ihnen durch die überstandene oder drohende Krise nachgedacht, vielleicht seine Lebensweise überdacht, seine Werte neu definiert, das Gespräch mit Familie und Freunden gesucht, um sich über die momentane Lage auszutauschen.

Wir haben es genossen, in diesem Jahr nach der langen Zeit der Einschränkungen wieder Feste und Feiern zu organisieren und daran teilzunehmen. Die Besucheranzahl anlässlich der Aufstellung des Maibaums beispielsweise hat verdeutlicht, wie sehr wir dies vermisst haben.

Wir haben unsere Hilfsbereitschaft für das Miteinander verstärkt. Beeindruckt hat mich, wie spontan und unkompliziert den ukrainischen Menschen in unserer Gemeinde Hilfe angeboten wurde. Alle 46 derzeit bei uns lebenden Kriegsflüchtlinge haben in Privatunterkünften ein neues vorübergehendes Zuhause gefunden, sie erhalten Unterstützung vom Helferkreis, Sprachunterricht, die Kinder besuchen Schulen und Kindergärten. Ein herzliches Dankeschön, als Bürgermeister bin ich stolz auf diese Gemeinde.

Wir alle haben uns Gedanken um mögliche Notfallsituationen gemacht und dabei vorausschauend feststellen dürfen, wo noch Defizite bestehen in Bezug auf die Sicherung der Nah-, Energie- und Kommunikationsversorgung. Wir haben bemerkt, dass alles nicht so selbstverständlich ist, wie wir es lange Zeit gewohnt waren und konzentrieren uns wieder mehr auf die Sicherstellung der existenziellen Versorgung.

Selbstverständlich ist dies auch ein Thema mit dem wir uns im Rathaus befassen. Es liegt ein Notfallkonzept vor, wir haben Ressourcen überprüft und gemeinsam überlegt, wie wir die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung.

Sie werden auch bemerkt haben, dass wir personellen Engpässen und der Pandemie geschuldet, mehrmals die Präsenzbesuchszeiten im Bürgerbüro einschränken mussten. Auch daran haben wir gearbeitet und hoffen, dass wir den von Ihnen gewünschten Service wieder dauerhaft anbieten können.

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ich sehe die dunklen Wolken, die symbolisch gesehen derzeit oft über unsere Köpfe hinwegziehen und möchte nichts schönreden. Aber ich sehe auch, dass das Bewusstsein für das Miteinander und die Freude am Zusammensein unseren gesunden Optimismus wecken und in uns Licht und Wärme abbilden, die keiner Stromversorgung benötigen.

Lassen Sie mich diesen Weihnachtsgruß nicht zuletzt zum Anlass nehmen, um allen Bürger*innen meine Anerkennung und meinen Dank auszusprechen, die sich für das Gemeindeleben und damit das gemeinschaftliche Leben in Soyen auch und gerade in dieser besonderen Zeit engagieren, sei es im Verein, in einer Institution, als Gemeinderat, Beauftragter, Mitarbeiter oder als Privatperson. Dies ist und bleibt die unverzichtbare Basis für eine funktionierende Gemeinde.

Gönnen Sie sich und erleben Sie eine schöne Adventszeit, ein Weihnachtsfest, wie Sie es sich wünschen und vorstellen, ein neues Jahr 2022, das Ihre Erwartungen erfüllen mag. Das wünsche ich Ihnen von Herzen. Ich wünsche mir, dass wir uns im nächsten Jahr in gleichem Maße positiv als Gemeinde weiterentwickeln, dass ich als Ihr Bürgermeister gemeinsam mit dem Gemeinderat und meinem Mitarbeiter-Team dafür sorgen kann, dass Sie sich in unserer Gemeinde wohl fühlen können.

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine möglichst sorgenfreie Adventszeit und - im eigentlichen Sinne des Wunsches- eine friedliches Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ihr/euer Bürgermeister