Wie war das Gartenjahr 2021? – Ein Rückblick

 

 

Ein weiteres Jahr war durch die Pandemie geprägt. Gartenbegeisterte nutzten erneut die Gelegenheit den Garten zu gestalten und den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen. Doch jedes Jahr ist anders. Die Witterung entscheidet viel über Erfolg, Ernte und Durchführung von (Pflege-)Maßnahmen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

 

Gärtnernde aus Franken berichten über die Besonderheiten im Jahr 2021. Geprägt durch Trockenheit der letzten Jahre, waren manche Schadorganismen fast in Vergessenheit geraten.

 

Endlich Wasser!

 

Während es in den letzten Jahren mancherorts an Niederschläge mangelte, so waren auch die trockenen Gebiete diesmal mit Regen gesegnet. Der viele Regen ließ die Kultur-Pflanzen und auch die Unkräuter recht üppig wachsen. Während in den trockenen Sommern der vergangenen Jahre die „Grünflächen“ meist braun waren, kam man heuer in den Sommermonaten mit dem Rasenmähen kaum nach. Somit hatte man immer genügend Mulchmaterial für die Gemüse-Beete und Baumscheiben. Mit den Niederschlägen kamen aber auch die Schnecken und feuchtigkeitsliebende Schaderreger.

 

Blick in den Gemüsegarten

 

Wenn es eine Tomatenernte gab, war diese schon bald beendet. Standen die Pflanzen nicht unter einem Dach, schlug die Kraut- und Braunfäule gnadenlos zu. Durch die Niederschläge konnte sich der Pilz ausbreiten. Sortenunterschiede ließen sich schnell erkennen. Robuste Tomatensorten blieben noch längere Zeit grün und trugen gesunde Früchte; besonders dann, wenn der Pflanzabstand eine gute Belüftung erlaubte.

 

Doch oft war schnelles Entfernen und Abräumen der Tomatenpflanzen nötig. Doch keine Trauer - jetzt gab es ausreichend Platz für Herbstsalate wie Endivien, Zuckerhut, Feldsalat und Spinat. Bis zur Ernte im Spätherbst entwickelten sich große Köpfe. Selten konnte man in fränkischen Gärten so dicke Möhren, Rote Bete und Sellerieknollen ernten. Die regelmäßigen Niederschläge sorgten für gleichbleibende Bodenfeuchte und damit für gute Wachstumsbedingungen.

 

Obstgarten

 

Regenschauer - gut für das Wachstum, aber schlecht wegen der Schadpilze. Tafeltrauben litten unter der regelmäßigen Blattfeuchte. Der Falsche Mehltau konnte sich rasch ausbreiten. Problematisch war das schnelle und üppige Wachstum, so dass es schnell zu einem Blattgewirr wurde, wenn man nicht regelmäßig entblätterte. Die mangelnde Durchlüftung förderte wiederum die Pilzkrankheit.

 

Selbst robuste Apfelsorten waren teilweise stark durch Schorf beeinträchtigt, da die Blätter zeitweise nicht richtig abtrocknen konnten. Rost- und Blattfleckenkrankheiten traten allgemein verstärkt auf (z.B. Himbeerrost, Zwetschgenrost).
Doch es gibt auch Gutes zu berichten: Herbsthimbeeren entwickelten sehr kräftige Triebe mit Früchten bis in den November hinein.

 

Ziergarten

 

Rosen litten in diesem Jahr verstärkt unter Blattfleckenkrankheiten und Rost, da die Blätter durch den Regen lange nass blieben. Aber haben Sie das üppige Wachstum der Stauden bemerkt? Schon lange nicht mehr haben sich die Pflanzen so prächtig entwickelt. Selbst das Gießen kann nicht ausgleichen, was natürliche Niederschläge leisten. So hat manche Sonnenblume Rekordhöhen erreicht.

 

Besonders in Erinnerung ist der Herbst geblieben. Der September war der Monat der Tagpfauenaugen. Auf Astern wurden sie oft gesichtet, wenn sie sich am Nektar labten. Was hatten wir doch auch für eine tolle Herbstfärbung. Vor allem die Gräser und Stauden entwickelten wunderschöne Farben. Aber auch das Laub vieler Bäume und Sträucher leuchtete in gelb, orange und rot.
Warten wir ab, was uns das neue Jahr für Überraschungen bringt!

Das Team der Bayerischen Gartenakademie wünscht Ihnen ein erfolgreiches Gartenjahr 2022!