Covid Lagebericht KW 28

 

Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 14.07.2022 24 Uhr. Wir bitten zu beachten, dass der aktuelle COVID-19-Lagebericht die infektionsepidemiologische Lage der letzten zwei Wochen abbildet. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

  1. Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten COVID-19-Lagebericht mit Stand 29.06.2022 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 4.326 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim (letzter COVID-19-Lagebericht: 2.915) gemeldet.

Laut Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, hat die 7-Tage-Inzidenz weiter deutlich zugenommen. Die täglich gemeldeten Fallzahlen steigen stetig an, obwohl jahreszeitlich bedingt eine verminderte Übertragungsrate bestehen sollte. Etwa zwei Drittel der Fälle ereigneten sich im Juli bei den 18- bis 60-Jährigen. Dies ist zum Großteil der Sorglosigkeit der Bürgerinnen und Bürger bei den sozialen Kontakten geschuldet, z.B. auf öffentlichen Großveranstaltungen, aber auch im täglichen Leben. Weitgehend werden keine Abstände mehr eingehalten und in stark frequentierten Innenräumen keine Masken mehr getragen. Diese Entwicklung ist in der erhöhten Übertragbarkeit der Omikron-Variante BA.5 begründet. Der Anteil dieser besorgniserregenden Variante ist laut Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland sprunghaft angestiegen und liegt nun bei knapp 83 Prozent.

„Mittlerweile sind die steigenden Fallzahlen auch in den Kliniken der Region angekommen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die nun dominierende Omikron-Variante BA.5 an sich schwerere Verläufe verursacht als vorherige Virusvarianten. Dennoch ist allein durch die Zunahme der Infektionsfälle aktuell auch eine entsprechend höhere Zahl schwerer Verläufe von COVID-19-Erkrankungen zu erwarten. Auch bei Dominanz der Omikron-Variante besteht laut RKI für vollständig geimpfte Personen aller Altersgruppen – insbesondere für Personen mit Auffrischimpfungen – weiterhin eine hohe Schutzwirkung gegenüber einer schweren COVID-19-Erkrankung“, erläutert Dr. Hierl.

Der weitere Verlauf der Pandemie hängt somit, neben dem Auftreten neuer Virusvarianten und der Inanspruchnahme der angebotenen Impfungen, wesentlich vom Verhalten jedes Einzelnen ab. Vor dem Hintergrund wieder steigender Fallzahlen bittet der Mediziner um konsequente Einhaltung und Umsetzung der bekannten Empfehlungen zur Infektionsvermeidung. Besuche von vulnerablen Personen, wie Senioren, chronisch kranken Personen und Personen mit eingeschränktem Immunsystem, sollten nur nach vorheriger negativer Testung mit einem Antigen-Schnelltest erfolgen. Wer Symptome, wie Schnupfen, Halsschmerz oder Husten entwickelt, sollte dringend Kontakte meiden und sich ebenfalls testen.

Tabelle: Gemeldete Fälle, Genesene* und Verstorbene, berechnete 7-Tage-Inzidenz (Stand: 14.07.2022 24 Uhr); Bettenbelegung der Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim durch Patienten mit einem COVID-19-Nachweis am 15.07.2022

Von den 882 verstorbenen Personen waren 40 (am 29.06.2022: 40) Personen unter 60 Jahren. 583 (am 29.06.2022: 583) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Seit dem letzten COVID-19-Lagebericht wurden dem Gesundheitsamt keine verstorbenen Personen (am 29.06.2022: 8) gemeldet.

* Mit den Begriffen „Genesung und Genesene“ werden „nicht aktive Fälle“ bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um „Genesene im Sinne des § 2 Nr. 4 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung“. Somit sind diese Personen – sofern nach 90 Tagen nach der akuten, PCR-bestätigten Infektion keine zusätzliche Impfung erfolgt ist – grundsätzlich nach 3 Monaten wieder als empfänglich für eine Infektion anzusehen.

  1. Situation in den Krankenhäusern:

Hierl bewertet die Lage zu Corona-Patienten in den Kliniken folgendermaßen: „Seit Wochen war eine abnehmende Tendenz der Bettenbelegungen auf den Normalstationen in Stadt und Landkreis Rosenheim zu verzeichnen, auf den Intensivstationen war sie konstant niedrig. Seit etwa einer Woche ist es zu einer deutlichen Zunahme der Belegung von Betten auf den Normalstationen gekommen, allein gestern wurden laut der Datenbank IVENA eHealth 13 Patienten mit einem positiven Corona-Nachweis neu aufgenommen. Die Belegung mit Corona-Patienten auf den Intensivstationen ist weiterhin gleichbleibend niedrig. In den Kliniken ereignen sich vermehrt kleinere Ausbruchsgeschehen, insgesamt wurden dem Gesundheitsamt aber keine schweren Verläufe gemeldet.“ Dr. Lohner, Ärztlicher Direktor des RoMed Klinikums Rosenheim, äußert dem Gesundheitsamt gegenüber die Sorge, dass wegen COVID-19 bei weiter steigenden Hospitalisierungen wieder planbare operative Eingriffe aufgeschoben werden müssen. „Das Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die weitere Entwicklung sehr genau“, so Hierl.

  1. Situation in den Heimen:

In den Heimen in Stadt und Landkreis ereigneten sich bei Bewohnern und Mitarbeitern weiterhin Infektionen, insgesamt ist die Infektionsaktivität in den Einrichtungen leicht zurückgegangen. Die Verlaufsformen sind in der Regel milde und es erfolgten keine Hospitalisierungen der Bewohner. Dies ist weiterhin als klarer Erfolg der Impfung zu werten. Aktuell bestehen COVID-19-Infektionsgeschehen in 10 (vor zwei Wochen: 11) Alten- und Pflegeheimen, in zwei Einrichtung ereigneten sich dabei Ausbrüche mit zwei bzw. drei Fällen bei Bewohnern. Betroffen waren insgesamt 7 (vor zwei Wochen: 12) Bewohner und 12 (vor zwei Wochen: 19) Mitarbeiter. Einer der 7 positiv getesteten Heimbewohner war dabei nicht geimpft.

  1. Situation in Kindertagesstätten und Schulen:

Für den Zeitraum der letzten zwei Wochen wurde keine Gruppenschließung oder Quarantänen von Klassen übermittelt.

  1. Impfungen:

Bis zum Redaktionsschluss lagen leider noch keine Daten des Impfzentrums vor. Sobald diese eingehen werden sie nachgereicht.

  1. Fallzahlen in den Gemeinden:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.