COVID-19-Lagebericht

Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 28.07.2022, 24 Uhr. Wir bitten zu beachten, dass der aktuelle COVID-19-Lagebericht die infektionsepidemiologische Lage der zurückliegenden zwei Wochen abbildet. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

  1. Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten COVID-19-Lagebericht mit Stand 15.07.2022 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 5.679 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim (letzter COVID-19-Lagebericht: 4.326) gemeldet.

Laut Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, hat die 7-Tage-Inzidenz weiter stark zugenommen. In den zurückliegenden zwei Wochen wurden täglich zwischen 400 und 800 neue Fälle gemeldet, obwohl saisonal bedingt eine verminderte Übertragungsrate bestehen sollte. Über zwei Drittel der Fälle ereigneten sich im Juli bei den 18- bis 60-Jährigen. Dies ist zum Großteil der Sorglosigkeit der Bürgerinnen und Bürger bei den sozialen Kontakten geschuldet, z.B. auf öffentlichen Großveranstaltungen und sozialen Events, aber auch im täglichen Leben. Weitgehend werden keine Abstände mehr eingehalten und in stark frequentierten Innenräumen keine Masken mehr getragen. Diese Entwicklung ist in der erhöhten Übertragbarkeit der Omikron-Variante BA.5 begründet. Der Anteil dieser besorgniserregenden Variante beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland mittlerweile knapp 89 Prozent.

„Mittlerweile sehen wir einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen in den Heimen und den Kliniken der Region. Durch den hohen krankheitsbedingten Personalausfall im ärztlichen und pflegerischen Bereich stehen die RoMed Kliniken vor einer massiven Belastung des Betriebs, zunehmend müssen elektive Eingriffe abgesagt oder verschoben werden und Betten können nicht betrieben werden. Die Zentrale Notaufnahme ist durch die permanent hohe Zahl an Patienten stark belastet“, erläutert Dr. Hierl.

„Der weitere Verlauf der Pandemie, aber auch die Versorgungssicherheit unserer Kliniken wird neben dem Auftreten neuer Virusvarianten und der Inanspruchnahme der angebotenen Impfungen wesentlich vom Verhalten jedes Einzelnen abhängen. Hier ist echtes Verantwortungsgefühl gefragt“, so Hierl.

Vor dem Hintergrund wieder steigender Fallzahlen bittet der Mediziner um konsequente Einhaltung und Umsetzung der bekannten Empfehlungen zur Infektionsvermeidung. „Besuche von vulnerablen Personen, wie Senioren, chronisch Kranken und Personen mit eingeschränktem Immunsystem, sollten nur nach vorheriger negativer Testung mit einem Antigen-Schnelltest erfolgen. Wer Symptome, wie Schnupfen, Halsschmerz oder Husten entwickelt, sollte dringend Kontakte meiden und sich ebenfalls testen. Auch der Besuch von sozialen Events sollte für Personen mit Erkältungssymptomen absolut tabu sein“, appelliert der Gesundheitsamtsleiter.

Auch bei Dominanz der Omikron-Variante besteht laut RKI für vollständig geimpfte Personen aller Altersgruppen – insbesondere für Personen mit Auffrischimpfungen – weiterhin eine hohe Schutzwirkung gegenüber einer schweren COVID-19-Erkrankung“, erläutert Hierl.

 

               

 

Von den 884 verstorbenen Personen waren 40 (am 14.07.2022: 40) Personen unter 60 Jahren. 586 (am 14.07.2022: 583) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Seit dem letzten COVID-19-Lagebericht wurden dem Gesundheitsamt 3 verstorbene Personen (am 14.07.2022: 0) gemeldet. Keine Person ist in den letzten 7 Tagen verstorben. Keine Person war unter 60 Jahre und drei Personen waren über 80 Jahre. Drei der verstorbenen Personen waren in einem Heim betreut worden.
Wir bitten zu beachten, dass eine verstorbene Person aus dem letzten COVID-19-Lagebericht aufgrund einer Doppelerfassung revidiert werden musste, sodass es zu einer Abweichung bei der Gesamtzahl der Verstorbenen kommt.

* Mit den Begriffen „Genesung und Genesene“ werden „nicht aktive Fälle“ bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um „Genesene im Sinne des § 2 Nr. 4 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung“. Somit sind diese Personen – sofern nach 90 Tagen nach der akuten, PCR-bestätigten Infektion keine zusätzliche Impfung erfolgt ist – grundsätzlich nach 3 Monaten wieder als empfänglich für eine Infektion anzusehen.

  1. Situation in den Krankenhäusern:

Dr. Hierl bewertet die Lage zu Corona-Patienten in den Kliniken folgendermaßen: „Die Fallzahlen in den Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim nahmen in den letzten Wochen merklich zu, sowohl unter Mitarbeitern als auch unter Patienten. Die Belegung der Normalstationen mit positiv Getesteten steigt weiterhin deutlich, auf den Intensivstationen ist sie konstant niedrig. Infektionsfälle ereigneten sich wieder vermehrt vor allem in Rehakliniken bei mobilen Patienten, die sich auch außerhalb der Klinik bewegen, nosokomiale Ausbruchsgeschehen traten aber auch in allen Kliniken auf den Stationen auf. Auch die Anzahl der in einem Ausbruchsgeschehen involvierten Personen stieg zuletzt an, sodass Stationssperrungen wieder öfter notwendig wurden. Schwere Verläufe oder Todesfälle sind dem Gesundheitsamt nicht bekannt.

„Das Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die weitere Entwicklung sehr genau“, so Hierl.

  1. Situation in den Heimen:

In den Heimen in Stadt und Landkreis ereigneten sich bei Bewohnern und Mitarbeitern weiterhin Infektionen, insgesamt ist die Infektionsaktivität in den Einrichtungen seit dem letzten COVID-19-Lagebericht stark angestiegen. Die Verlaufsformen sind in der Regel jedoch milde und es erfolgten keine Hospitalisierungen der Bewohner. Aktuell bestehen COVID-19-Infektionsgeschehen in 20 (vor zwei Wochen: 10) Alten- und Pflegeheimen, in 6 Einrichtung ereigneten sich dabei Ausbrüche mit mehr als 3 Fällen bei Bewohnern. Betroffen waren insgesamt 41 (vor zwei Wochen: 7) Bewohner und 40 (vor zwei Wochen: 12) Mitarbeiter.

  1. Situation in Kindertagesstätten und Schulen:

Für den Zeitraum der letzten zwei Wochen wurde keine Gruppenschließung oder Quarantänen von Klassen übermittelt.

  1. Impfungen:

Bis zum Redaktionsschluss lagen leider noch keine Daten des Impfzentrums vor.

  1. Fallzahlen in den Gemeinden:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.