Schlaraffenland Garten

 

Bei ausreichender Wasserversorgung der Pflanzen bietet der Garten nun eine Fülle an reifem Gemüse und Obst. „In den Sommerwochen ist Schlemmen angesagt“, schwärmen die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie. Erntekörbe sind schnell mit leckeren Köstlichkeiten gefüllt. Bunte Blüten schmücken Beete und Vasen.

Aber nur ein vielfältiger Garten bietet eine solche Üppigkeit. Menschen und Tiere fühlen sich wohl im heimischen Schlaraffenland und genießen die warmen Sommertage.

Üppige Gemüseernte

Für stets junges Gemüse ist regelmäßiges Durchpflücken wichtig. Dann legt die Pflanze ständig neue Blüten und schließlich Früchte an. Beispiele sind Zucchini und Bohnen. Zucchini lässt man besser nicht zu groß werden. Besonders zart sind die Früchte bei einer Ernte von 20 bis 25 Zentimetern. So lassen sie sich auch roh, z.B. geraspelt oder dünn gehobelt, verwenden. Auch bei Bohnen wartet man nicht zu lange mit der Ernte. Sonst werden sie zäh und setzen Samenkörner an. Dies tritt bei hohen Temperaturen besonders häufig auf.

Ausreifen hingegen müssen Tomaten. Dann schmecken sie am besten, haben ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und ihr typisches Aroma. Orange, rot, schwarz oder gelb liegen die Tomaten verzehrfertig im Erntekorb. So unterschiedlich die Farben, so verschieden sind Geschmack, Form und Größe. Dattelförmig, rund oder gebuchtet, winzig klein bis handgroß präsentieren sich die Tomatensorten. Ähnlich vielfältig zeigen sich Paprika-Früchte: spitz, blockig, klein oder faustgroß, in den Farben gelb, orange, rot, braun oder violett. Grün sind sie zunächst alle und färben mit zunehmender Reife um. Ausgereift schmeckt Paprika, vor allem auch die kleinen Früchte der Snack-Paprika, besonders süß. Grün geerntet schmeckt Paprika oft etwas „grasig“ und leicht bitter. Haben Sie Bratpaprika („Pimentos de Padron“) angebaut? Ernten Sie die jungen Früchte bis maximal fünf Zentimeter Größe! Wartet man zu lange, dann bilden sie verstärkt Schärfe. Übrigens nennt man die Bratpaprika nicht ohne Grund auch „Überraschungspaprika“ oder „Roulette-Paprika“, denn die Schärfe variiert von Frucht zu Frucht.

Doch der Gemüsegarten bietet noch mehr: Gurken, Auberginen und Mangold können stetig geerntet werden. Frühkartoffeln kommen aus dem Boden, wenn das Laub abstirbt. In diesem Sommer wachsen sogar (Mini-)Melonen in den Beeten. Erste saftige Früchte sind nun reif und überraschen mit fruchtiger Süße.

Ernten im Obstgarten

Viele Obstarten reifen im Sommer: saftige Pfirsiche, Aprikosen, (Früh-)Zwetschgen und süße Mirabellen. Hier bemerken wir immer wieder Schäden durch Wespen, besonders auch in diesem trockenen Jahr. Die Tiere suchen weniger den Zucker in den Früchten als die Feuchtigkeit, weshalb sie auch unreife Äpfel und Birnen anfressen. Wasserschalen für die Insekten schaffen oft etwas Abhilfe. Neben den Johannisbeeren läuft schon einige Zeit die Ernte von Heidelbeeren sowie den leckeren Herbsthimbeeren und Brombeeren. Pflücken Sie alle zwei Tage die köstlichen Früchte. Erntet man nicht rechtzeitig, fallen die Beeren ab oder werden von der Kirschessigfliege geschädigt.

Wohin mit dem reichen Erntesegen?

Am besten ist das sofortige Genießen des frischen Obst und Gemüses. Doch manchmal ist es so viel, dass ein Sofortverzehr nicht möglich ist. Bei vielen Gerichten kann man in Gemüse schwelgen. Ein Verzicht auf Fleisch fällt nicht schwer; sei es Gazpacho, Ofen- oder Grillgemüse, bunte Salate oder Smoothies. Kuchen, Chutneys und Aufstriche schmecken herzhaft mit Gemüse oder süß mit Obst. Frisches Erntegut kann oft auch eingefroren und später weiter genutzt und verwertet werden. Kräuter lassen sich durch Trocknen, Tiefgefrieren und als Kräutersalze konservieren. Verschenken Sie Freude und teilen Sie Ihr üppiges Erntegut mit Freunden und Nachbarn.