Täter werden dreister

Man könnte meinen, die fiese Masche mit den Schockanrufen ist mittlerweile jedem bekannt. Aber leider werden dadurch immer noch Menschen um viel Geld und Wertsachen geprellt – in der vergangenen Woche gab es in Bayern gleich mehrere Opfer – und die Masche wird immer dreister. Die Polizei warnt eindringlich vor den hinterhältigen Betrugsanrufen. Zwei 80- und 86-jährige Seniorinnen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen erhielten am vergangenen Donnerstag jeweils einen Anruf einer weinenden Frau, die sich als ihre angebliche Tochter ausgab. Den Seniorinnen wurde von einem „Rechtsanwalt“ mitgeteilt, dass ihre „Töchter“ einen tödlichen Unfall verursacht hätten und zur Abwendung einer Haftstrafe nun eine hohe Geldsumme zahlen müssten. Die erschrockenen Damen schenkten der erlogenen Geschichte leider Glauben und übergaben nach längeren Telefonaten letztlich Bargeld und Schmuck im Wert von rund 90.000 Euro an einen Kurier, der sie zu Hause aufgesucht hatte.

 

Eine 95-jährige aus dem Landkreis Weilheim-Schongau erhielt am gleichen Tag ebenfalls einen dieser hinterhältigen Anrufe. Ihr wurde nach den Angaben der Polizei mitgeteilt, dass ihre Cousine bei einem Verkehrsunfall in München einen kleinen Buben tödlich verletzt hatte. Auch sie schenkte den Anrufern Glauben und hob bei einer Bank das geforderte Geld ab. Glücklicherweise traf sie auf dem Weg dorthin eine Bekannte, der sie sich anvertraute. So wurde in diesem Fall der Betrug noch in letzter Minute abgewandt.

Auch noch angeblicher

Kripobeamter am Telefon

Noch dreister mutet die Masche an, durch die ein 86-jähriger aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen beinahe einen hohen finanziellen Schaden erlitten hätte. Der Senior erhielt zunächst den „klassischen“ Anruf, dass sein Enkel einen tödlichen Autounfall verursacht hätte und nun durch Zahlung einer hohen fünfstelligen Summe dessen Inhaftierung verhindern könne.

Kurz darauf klingelte es erneut dem dem Senior und nun meldete sich ein angeblicher Kripobeamter des Betrugsdezernats, der ihm zusicherte, dass alles seine Richtigkeit habe und er völlig unbesorgt sein Geld übergeben könne. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass sich der 86-jährige doch noch bei der „richtigen“ Polizei meldete, um die Telefonnummer des Betrugsdezernats zu erfragen, so dass es auch hier zu keiner Geldübergabe kam.

 

 

Hier jetzt noch mal die Warnung der Polizei:

 

 

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen, z. B. zu einem Einbruch in der Nähe oder einer dringend zu zahlenden Kaution!

 

Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen! Legen Sie einfach auf!

 

Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände! Legen Sie einfach auf!

 

Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren!

 

Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Drücken Sie KEINE Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110!

 

Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion!

 

 

 

Insbesondere die jüngere Generation wird ausdrücklich gebeten: Sprechen Sie offen über die perfiden Maschen der Telefonbetrüger und sensibilisieren Sie so Ihre nahestehenden Verwandten und Bekannten, die Opfer solcher hinterhältiger Anrufe werden könnten.

Text: Polizeipräsidium Oberbayern Süd