Erster Platz? Letzter Platz?

 

Die Sitzordnung beim Festmahl hat schon manchem Brautpaar Kopfzerbrechen bereitet. Die Plätze für die Eltern und Geschwister sind klar. Aber bei Tanten und Onkeln, Cousinen und Cousins fangen die Probleme schon an. Niemand soll sich zurückgesetzt fühlen. Wer darf dann wie nah am Brautpaar sitzen?

Um die ersten, die besten Plätze, um die Plätze für die Angesehensten geht es im Leben immer wieder.

Nicht nur im Sport. Als Jesus beobachtet, wie sich die Gäste bei einem Mahl die Ehrenplätze aussuchen, rät er: setz dich an den untersten Platz. Dann kommt der Gastgeber und bittet dich: Freund, rücke höher hinauf. Das wird für dich eine Ehre sein.

 

Diesen Rat kann ich natürlich als Trick nutzen. So hat Jesus seinen Rat sicher nicht verstanden. Er hat selber nie den ersten Platz gesucht. Er war mit dem letzten Platz zufrieden. Er hat allen gedient. Er war demütig.

 

Demut war lange ein Un – Wort. Inzwischen sagen selbst Politiker, dass sie das Wahlergebnis demütig annehmen. Hoffentlich ist es nicht nur eine Floskel.

Demut hat nichts mit falscher Bescheidenheit zu tun. Demut ist der Mut zu dienen. Demut ist die Bereitschaft, mich mit meinen Kräften und Fähigkeiten in den Dienst anderer zu stellen. Solche Menschen brauchen wir dringend – in allen Lebensbereichen.

Sie können dazu gehören.

 

Karl Wuchterl