Bayern denkt Zukunft

Mit dem Dialogprojekt „Bayern denkt Zukunft“ haben die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und das Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) des Fraunhofer IAO eine Befragung der bayerischen Bürgerinnen und Bürger zu ihren Vorstellungen zur Zukunft vorgenommen. Ziel des Projekts, das mit Unterstützung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums entstanden ist, war es, einen Dialogprozess zu starten, der Brücken zwischen Stadt und Land schlagen soll. „Wir wissen, dass die demografische Entwicklung, der wirtschaftliche und agrarstrukturelle Wandel den ländlichen Gemeinden und Regionen viel abverlangt. Klimawandel und die Energiewende kommen als Herausforderungen noch hinzu. Ländliche Räume verfügen in ihrer Vielfalt über zahlreiche Qualitäten und Potenziale. Ich treffe immer wieder auf kreative Menschen, die in den Herausforderungen auch Chancen für eine zukünftige Entwicklung erkennen. Wir sind überzeugt, dass eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung aber nur in enger Partnerschaft des Freistaats und seiner Verwaltungen mit den ländlichen Gemeinden sowie urbanen Gebieten möglich sein wird. Zudem braucht es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Gemeinden in Gemeindeallianzen, in Stadt-Land-Partnerschaften und mit der Zivilgesellschaft“ sagte Staatsministerin Michaela Kaniber anlässlich des Starts der BR/ARD-Themenwoche "Stadt.Land.Wandel – Wo ist die Zukunft zu Hause?“

Am heutigen Montag, haben die acatech, das Fraunhofer CeRRI und der Bayerische Rundfunk (BR) die Studie „Stadt.Land.Chancen“ veröffentlicht. Die Ergebnisse der Befragungen zeigen ein kreatives Potenzial der bayerischen Gesellschaft. Trotz aller Unterschiede überwiegen die Gemeinsamkeiten zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern in der Stadt und auf dem Land. Sie sind sogar dort zu finden, wo man sie nicht vermutet: Anstatt Land und Stadt getrennt zu denken, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Stadt-Land-Gemeinschaft entworfen. Mit innovativen Ansätzen sollen viele, auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Wünsche erfüllt und Sorgen aufgefangen werden. Denn „Gemeinschaft“ ist für die Teilnehmenden ein zentrales Element der Zukunftsgestaltung in nahezu allen Themenfeldern.

Aus Sicht des Landwirtschaftsministeriums bietet der gemeinsame Wunsch nach regional angebauten Lebensmitteln die Chance, Erzeuger und Verbraucher, aber auch Stadt und Land besser zusammenzubringen und gemeinsam neue Wege zu mehr Nachhaltigkeit zu beschreiten. Die Studie zeigt aber auch, dass beim Bauen in der Stadt Wohnen und Selbstversorgung kombiniert werden könnte, zum Beispiel durch Gärten auf den Dächern. Indoor-Farming kann demnach in Zukunft eine größere Rolle bei regionalen Versorgungs- und Wertschöpfungsketten spielen.

Die heute veröffentlichten Ergebnisse bilden den Ausgangspunkt für einen Diskussionsprozess, der im Rahmen verschiedener Veranstaltungsformate die bayerische Gesellschaft als Ganzes in einen Dialog bringt. „Unsere Verwaltung für Ländliche Entwicklung steht dabei den Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern mit ihren Instrumenten Dorferneuerung, Flurneuordnung und Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) in bewährter Kompetenzpartnerschaft zur Seite. Die Ortskerne und die Dorfgemeinschaft zu stärken, eine gesicherte Nahversorgung und vor allem die Bürgermitwirkung sind zentrale Elemente der Dorferneuerung. Diese hat mittlerweile in fast der Hälfte aller bayerischen Gemeinden stattgefunden. „Denn die zukünftigen Herausforderungen im ländlichen Raum lassen sich nicht nur lokal oder auf Gemeindeebene, sondern am besten im Verbund lösen. Wir nehmen auch schon neue Entwicklungen und Handlungsansätze in den Blick: So unterstützen wir zum Beispiel mit der Initiative HeimatUnternehmen in ganz Bayern unternehmerische Menschen auf dem Land, die ihr Projekt und gleichzeitig ihre Heimat voranbringen wollen. So werden innovative Werkzeuge zum Realisieren der Ergebnisse des Dialogprojekts ‚Bayern denkt Zukunft‘‚ bereitgestellt“, so die Ministerin abschließend.