Zum Sonntag
Zwei Personen treffen aufeinander, aus ganz unterschiedlichen Beweggründen, Herkunft Glaube und Kultur.
Die Frau: Sie will Wasser holen, sich aber nicht den Blicken und Kommentaren der Leute
aussetzen und darum geht sie zur Mittagzeit.
Jesus: Er will seinen Durst stillen und sich stärken auf seinem weiteren Weg.
Beide dürsten auf unterschiedliche Weise.
Jesus erkennt den tieferen Durst der Frau nach Anerkennung, Wertschätzung und Zugehörigkeit.
Er begegnet ihr ohne Vorurteile und spricht sie an. Dadurch öffnet sich die Frau und kann Vertrauen fassen.
Diese Szene will uns auffordern, Offenheit, Gespräch und Respekt können Brücken bauen, auch wenn Unterschiede wie Bedürfnisse und Lebensweisen sich unterscheiden.
Auch wir können heute Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit – durch Herkunft, Kultur oder Glaube mit Offenheit und Zugewandtheit begegnen.
So lehrt uns diese Szene, dass Vertrauen und Heilung nicht durch vermeintliche Regeln, sondern durch offenes, respektvolles Zuhören und Begegnen eine gemeinsame, Leben verbindende Zukunft
eröffnet.
Das meint Jesus, wenn er vom „lebendigen Wasser“ spricht, welches uns nie mehr dürsten lässt.
Diakon Michael Bichler