Wildtierschutz: 
Frühjahrsmahd sicher gestalten

 

Die anstehende Frühjahrsmahd stellt Landwirte und Lohnunternehmer jedes Jahr vor eine große Herausforderung: Da die Erntezeit mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammenfällt, wird das natürliche Schutzverhalten von Rehkitzen oder Feldhasen – das „Ducken und Tarnen“ – vor modernen Mähwerken zur tödlichen Gefahr. Vor diesem Hintergrund mahnen die führenden Branchenverbände BAGJE, BLU, BMR, DBV und DJV zur gemeinsamen Vorsorge und erinnern an die gesetzliche Pflicht der Bewirtschafter, den Tod oder die Verletzung von Wirbeltieren zu vermeiden.
Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg Ein effektiver Schutz beginnt bereits lange vor dem ersten Schnitt. Die Verbände betonen, dass eine frühzeitige Absprache zwischen Flächenbewirtschaftern und Jagdpächtern entscheidend ist. Bewährte und kostengünstige Methoden wie das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden oder das Aufstellen von optischen und akustischen Scheuchen am Vorabend der Mahd können viele Tiere zur Flucht bewegen.
Moderne Technik im Einsatz Da junge Wildtiere in den ersten Lebenswochen oft noch keinen Fluchtreflex besitzen, reicht die klassische Vergrämung häufig nicht aus. Hier hat sich der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik als hocheffizient erwiesen, um versteckte Tiere oder Gelege rechtzeitig aufzuspüren. Auch innovative Infrarot-Sensorsysteme direkt am Schlepper finden zunehmend Einzug in die Praxis. Um diese technischen Lösungen weiter voranzutreiben, fordern die Organisationen von der Bundesregierung eine prioritäre Förderung von Forschung und Innovation im Bereich des Wildtierschutzes.
Die richtige Mähstrategie Neben der Technik spielt die Taktik eine wesentliche Rolle: Um Rehen, Hasen und Fasanen die Flucht in angrenzende Feldraine zu ermöglichen, sollte Grünland stets von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen gemäht werden. In einigen Bundesländern sind solche Methoden bereits gesetzlich vorgeschrieben.
Staatliche Förderung nutzen Zur Unterstützung der Jungwildrettung weist das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auf sein aktuelles Drohnenförderprogramm hin. Interessierte können noch bis zum 30. Juni 2026 Anträge auf einen Festzuschuss von 3.000 Euro pro Gerät bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) stellen. Weiterführende Informationen sowie anschauliche Erklärvideos stehen unter anderem bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) online zur Verfügung.